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Zwischen den Jahren

Meine Familie ist ja bekannt dafür, dass es bei uns eher nie langweilig wird, deshalb haben mein kleiner Bruder und seine Frau ihren Umzug auf die ruhige Zeit zwischen den Jahren gelegt. Sie ziehen von der Stadt zurück aufs Land. Das eingespielte geschwisterliche Umzugsteam wurde zeitweise durch ein befreundetstes Paar und weiteren Familienzuwachs ausgebaut. Weil, auch wenn die Wohnung nicht riesengroß ist und im Vorfeld viiiel ausgemistet wurde … ihr kennt das Thema 😉

Zur Stadtwohnung im wunderschönen Stadtteil Giesing geht es einige Stockwerke hoch, Altbau, niedrige, knarzende Treppenstufen. Die sind wir in den letzten beiden Tagen unzählige Male mit mehr oder weniger Ballast runter und wieder rauf. Und von vorn. Die halbe Wohnung haben wir gestern bereits zu viert umgezogen, den Rest heute zeitweise zu acht. Witzig war, dass der Cousin, der auch zum schwer mit anpacken eingeplant war, genau in dem Moment in den Hof reinfuhr, als wir gerade alles in der neuen Wohnung (Übergangslösung für die Bauzeit des eigenen Heims) oben hatten …

Gestern war Nieselregen und bäh, heute hatten wir es zwar kalt, aber sogar sonnig. Mit sehr besonderen Lichtspielen. Die Fahrt raus aufs Land war ziemlich toll, begleitet von Turmfalken, Reihern und sogar einem Bussard, der mich, seelenruhig auf einem Ortsschild sitzend, gemustert hat. Und solche Momente entschädigen mich bekanntermaßen für die jetzt schmerzenden Wadl. Meine anscheinend festsitzende Halsentzündung hab ich dazu ganz gut im Griff, Thymian und Salbei gurgeln, inhalieren und dazu Unmassen von Tee – jetzt wieder eine Mütze voll Schlaf.

Und morgen? Morgen hab ich frei. Frei. Bin sehr neugierig, ob mir morgen langweilig wird …?

[kinderkram] 17 #Martinsumzug

Es ist nicht so, dass Kinder schon seit tausenden von Jahren Laternen basteln, um damit durch die Nacht zu ziehen. Man darf eher vermuten, dass sich das Brauchtum aus der Entstehung von Kindergärten heraus entwickelt hat. Nicht nur in den katholischen Gebieten, wo traditionell am 11. November der Namenstag des Heiligen Martin gefeiert wird. Dort wird der Umzug meist auch von einem Schauspiel zu seiner Legende begleitet, das zeigt, wie der Reiter in einer kalten Nacht seinen Mantel mit einem Bettler teilt. Anderswo heißt die Tradition schlicht Laternelaufen. Alles hat sich aber wohl aus traditionellen Herbst- bzw. Martinifeuern und den in den Kirchen zur Messe entzündeten Kerzen und Laternen entwickelt.

Heute basteln die Kinder im Vorfeld Laternen, manche thematisch, manche bunt. Manche schön, andere weniger. Und es werden Lieder einstudiert, „Ich geh mit meiner Laterne, rabimmel, rabammel, rabumm“, „Kommt, wir wolln Laterne laufen“ oder „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“. Und wenn es dunkel wird, kommt der große Moment: das Licht wird angezündet und beim durch die Straßen ziehen erleuchten die Kinder die Nacht.

Egal, ob das Brauchtum und unter welchem Namen auch immer fortgesetzt wird: es geht darum, dass in der dunklen Jahreszeit ein Licht leuchtet. Und das lieben nicht nur die Kleinen.


Kurz und knapp ein Auszug meiner Gedanken rund um den Martinsumzug. Oder Laternenzug. Oder Lichterzug … Der Blickwinkel einer Erwachsenen, die als Kind nie eine besonders hübsche Laterne gebastelt hat. Weil sie zum Ende hin immer zu ungeduldig war und schnell fertig werden wollte. Die es nach dem ersten eher gruseligen Moment sehr schön fand, mit Lichtern durch die Nacht zu ziehen. An Kinder. Für später. Wer Lust und Zeit hat, ist herzlich zum Gedankenaustausch eingeladen: wie steht ihr zum Thema Martinsumzug? Seht ihr darin eine erhaltenswerte Tradition? Oder kann das weg…

Nachtrag zum 8. Geburtstag in Stichpunkten


Hier noch mal ein paar mehr Worte über das Geburtstagswochenende, frei nach dem Thema: gut geplant ist niemals besser als perfekte Improvisation.

  • Gute Vorbereitung ist das A und O für ein Kinderfest. Da ich wie eigentlich jedes Jahr die Eventorganisatorin ohne offiziellen Auftrag oder gar Bezahlung war, muss ich mich dieses Jahr besonders loben: wenn man einzig die Gastgeberin in Person der bezaubernden Nichte kennt, die zwar 7 Gäste eingeladen hat, aber keinerlei Infos zu Interessen oder Vorlieben hat, das ist echt wie Glücksspiel … aber gut, ich liebe ja Herausforderungen.
  • Dummerweise hatte ich zwar meine Liste, mit allem, was ich mitbringen sollte, im Kopf, aber diese vielen Anrufe „wann kommst du endlich, ich kann nicht mehr warten“ haben dann doch dazu geführt, dass einiges zu Hause liegen blieb. Halb so schlimm, weil eh wenig mehr war …
  • Aus dem eigentlich geplanten Besuch eines besonders schönen Nürnberger Christkindlesmarkt wurde nix, fand aber nur die Tante schade …
  • Die bezaubernde Nichte war nämlich am Vortag ihres Geburtstages aus ganzem Herzeleid traurig, was für alle nicht schön war. Und dummerweise besonders schwierig, wenn alle vorbereiten und arbeitsintensiv beschäftigt sind, um es für sie und ihre Gäste eben schön zu machen.
  • Unser Mädelsabend hat dann aber doch ganz viel wettgemacht, hoffe ich.
  • Die Nacht war kurz, denn frühmorgens konnte die aufgeregte 8jährige den Tag dann kaum erwarten. Und weil ja der Geburtstag mit dem 1. Advent zusammenfiel gab es erst „Happy Birthday“, dann passend zum Wechselwetter „Heute kann es regnen, stürmen oder schneien …“, schließlich „Wir sagen euch an, den lieben Advent“ – und das Geburtstagskind du jour entzündete die erste Kerze des am Vorabend noch gebastelten Kranzes. Strahlende Kinderaugen, so schön!
  • Dummerweise hatten wir gar nicht mal so lang Frühstückszeit, weil die Kommunionkinder beim Festgottesdienst Aufgaben übernehmen durften – eine durfte die erste Kerze am großen Kranz entzünden, einer eine Kerze, einer ein Brot, eine ein Netz und die bezaubernde Nichte einen Korb mit Spendentütchen zum Altar bringen … aus besonderem Anlass predigte ein Gast – für uns leider etwas zu lang. Wir kamen knapp nach Hause, wo noch Hausaufgaben und Partyvorbereitungen warteten.
  • Dummerweise hatte es sich in der Zwischenzeit satt und schwer eingeregnet – zwar war die große Aktion, Plätzchen verzieren, für drin gedacht, ansonsten sollte es aber eigentlich Spiele im Garten geben. Daran war nicht zu denken, wir haben improvisiert. Ging auch.
  • Süß war, dass die bezaubernde Nichte ein Flaschendrehen gemacht hat, ausgepackt hat sie immer das Geschenk des Mädchens, auf das die Flasche zeigte. Kam toll an – nur der Herr Papa war etwas irritiert und hofft, die aktuelle Version des Spiels noch mehrere Jahre erleben zu dürfen 😉
  • Die Motivation zum Verzieren schrumpfte bei einigen, bei manchen wuchs der Spaß mit den Aufgaben. Die Jüngste war definitiv mit Feuereifer dabei, weil sie macht alles, was die Größeren machen, am liebsten.
  • Zwischendurch gabs aus Erwachsenensicht immer wieder Langeweile, aber das schien kein Problem zu sein. Wir hatten eine Vorlesegeschichte, Montagsmaler und viele Spielsachen. Um Lagerkoller zu vermeiden, stapfte die Gastgeberin als Special Event mit kleinen Gruppen durch den Regen zu den Hasen.
  • Und dann war zum Glück die Pizza fertig – da haben wir Erwachsenen auch wieder gestaunt. Manche 9jährige essen nach Hunger, andere figurbewusst …?!?
  • Eine wurde pünktlich abgeholt, die anderen nach und nach. So kam es oben im ausgebauten Dachgeschoss noch zu einem späten Spielgelage. Mit blödem Ende: in einem Geschenk war ein Fläschchen mit Glitzer, das haben die letzten zwei auf dem Boden ausgeschüttet und erst mal heimlich mit einem Lappen verrieben … in der Not wurde ich heimlich dazu gerufen, aber auch ich konnte das Verwischen nur beenden und mein Glück mit dem Staubsauger versuchen … sagen wir es mal so: die von meiner Schwester Prinzessinnenturm genannten Räumlichkeiten glitzern und funkeln. Und der Glitzer wurde bereits auf das ganze Haus verteilt …
  • Gestern früh haben wir die spätnachts von meiner Schwester – ich habe schon mal erwähnt, dass sie die beste Mutter der Welt ist – gebackenen, verzierten und bruchsicher verpackten Cakepops, sogar heil und trocken in die Schule bekommen. Die Nichte hat gestrahlt – die Tante war pitschepatschenass und musste zurück zu Hause erst mal trockengelegt werden und sich viel Tee machen 😂😂😂

Für die kommenden Tagen plane ich eine Ode an Mamas, ein Verbeugen vor Eltern ganz allgemein und ein paar Fragen an andere Tanten/Onkel, rund um das Thema: warum bekomme ich an Nichtentagen einfach nichts gebacken …? Fortsetzung folgt.

Familiengeschichten: Martinszug

Gestern Abend hab ich einen Schwung Bilder vom ersten Martinsumzug der Nichten im neuen Zuhause bekommen, war wohl spektakulär. Da sie schon seit Tagen am Singen üben waren, klang da bestimmt auch mal der ein der andere richtige Ton bei „Ich geh mit meiner Laterne, Rabimmel, Rabammel, Rabumm“ oder „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“ mit. Und Nichte 2.0 hatte selber eine Laterne – Teilen??? Phhhhh! Um im Anschluss was zu essen waren viel zu viele Leute da, es wurde zu spät – husch, husch, nach Hause. Und heute sind die zwei immer noch aufgedreht!

Ganz anders die Großeltern, die beim Umzug im heimischen Dorf mitzogen. Ohne Laterne. Und zum Mitsingen ist die Oma auch nicht gekommen, weil sie über die schiefen Töne der Musikanten und die schrägen Stimmen, die aus dem mitgeführten Verstärker direkt neben ihr ertönten, so ehrlich lachen musste. Aber die funkelnden Sterne hatte sie schon im Blick. Ganz anders der Opa, der eh nur mitging, um Würstlsemmeln und Punsch zu genießen. Und anschließend waren die zwei früh im Bett und haben selig geschlummert.

Ja, die Prioritäten wechseln mit den Lebensjahren 😉