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Zeig mir mal, wie lieb du mich hast

Eine kleine Erinnerung, an irgendwann in den letzten Wochen oder Monaten: meine Nichte nimmt meinen Arm, umschließt ihn ganz fest mit beiden Händen, und drückt und drückt. „So lieb hab ich dich …“ Schluck. „Jetzt drück mich mal, wie lieb du mich hast!“ „Das kann ich nicht, das hältst du nicht aus!“ Sie schaut mich ganz fest an und lächelt, wissend, aus tiefster Seele. Wir zwei haben schon ganz schön großes Glück, dass wir uns so gut verstehen und ab morgen Abend ein wunderbar langes Wochenende miteinander verbringen dürfen? Mädelstage. Ich freu mich drauf.

Lächeln

Lächeln ist der kürzeste Weg zwischen Menschen. Es weckt Sympathie, drückt Sympathie aus, kann eine Situation überbrücken, kann ein Auslöser sein, kann bewegen oder beenden. Manchmal ist ein Lächeln aber überhaupt kein echtes Lächeln, es wird als Mittel benutzt, es ist Mut machen, drückt Mitleid aus oder ersetzt ganz einfach ein Gespräch. Heute nachmittag auf der Beerdigung meines alten Chorfreundes Fritz habe ich viele Menschen angelächelt, anstatt etwas zu sagen. Denn sie und ich können nicht über den Verlust sprechen, ohne darüber nachzudenken, dass bald andere folgen werden. Das ist der Nachteil, wenn man einst als Kind im Chor angefangen hat. Viele waren damals mehr als doppelt so alt – und sind jetzt in einem Alter, in dem man „damit rechnen muss“. Deshalb ist Lächeln einfach, so viel einfacher, als zu thematisieren, dass niemals feststeht, ob wir uns so wie heute mehr oder weniger gesund und lebend Wiedersehen werden. Heute ist mir mal wieder wichtiger denn je, im hier und jetzt, im Augenblick zu leben. Und ich höre Musik, weil nichts Gefühle so gut ausdrücken könnte, wie eine Melodie. Zum Beispiel diese: Lass mi oamoi no d’Sunn aufgeh seng