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Das mit dem Eimer

Vorhin an der Kasse im Supermarkt: neben mir eine Dame im besten Alter, die ein paar wenige Einkäufe und einen Salatkopf in einem Eimer mit bunten Prilblumen trägt. Ich lasse sie vor, weil ich es ja nicht eilig habe. Wir kommen ins Gespräch und ich bewundere ihren Eimer. „Ach den, den hat mir eine Verkäuferin gegeben, weil keine Körbchen mehr da waren …“. Sie bezahlt und fragt die Kassiererin, ob sie den haben kann. Die nickt (etwas widerwillig). Die Dame dreht sich um, lächelt mich an und „schenkt“ mir den Eimer. „Ich hab doch schon einen, weil ich vor ein paar Tagen Waschpulver gekauft hatte. Der ist für sie.“ Sprachs und freut sich mit mir, wie auch viele der verblüfften Umstehenden. Was für ein seltenes und wunderbares Einkaufserlebnis? Ich lächle immer noch – und strahle meinen neuen Eimer glücklich an. Wer weiß, vielleicht kommt er bei dem Gewitter mit Regenfluten draußen heut schon zu seinem ersten Einsatz?

Sonntagsfreude: Kommunionkind

Schon wieder alles vorbei, aber: was für ein schöner Festtag. Ok, Einladung lesen hilft, damit auch erwachsene Freunde in der richtigen Kirche landen. Fragen zum Glück auch. Ein aufgeregter Schwarm 9jähriger schwärmt nach einer knappen Stunde Zeremonie in den noch nassen Innenhof, Fototermin, unzählige Erwachsene, viel aufgeregter noch als die Kids. Alle auf ein Bild, mit Eltern, Mama, Papa, Geschwister, Oma, Opa, ganze Familie. Können Sie mal, Kamera, einfach draufdrücken… Hunger, Durst – die jungen Gäste bestellen im tollen Brauereigasthof namentlich a la carte, für die Großen gibts 3 Gänge. Für den Papa der 3 Jungs-Freunde auch noch, was vom Kinderteller übrig blieb, Schnitzel mit Pommes mit viel Ketchup. Geht da vielleicht der zu viel gelieferte Nachtisch auch noch rein? … Und alle freuen sich über einen sehr aufmerksamen Kellner, der jeden Wunsch mit einem Lächeln serviert. Und über das Medien-Entertainment – die Jungs spielen, Mademoiselle hat Platz zum um den Tisch tanzen und Singen, die Erwachsenen dürfen sich ganz langweilig unterhalten. Nach dem vielen Essen ein kleine Runde zum Spielplatz, im Sonnenschein nach dem Regen, welch Glück. Das Kommunionkind bleibt in der Babyschaukel stecken – Rettungsaktion geglückt. Danach noch Kuchen, eine Wunsch-Pralinentorte und eine köstliche, bestimmt total leichte Bayrisch-Creme-Kleinigkeit. Dann heißt es Abschied nehmen, wie immer tränenreich – der Große leidet zum Ende der besonderen Tage immer so sehr. Weil das nie wiederkommt, dieser Tag, die Gäste, das schöne Erleben. Herzzerreißend. Trotzdem freu ich mich grad so, die letzten Sonnenstrahlen in Ruhe, nur für mich, auf dem Balkon zu genießen …

Und meine Überraschung kam toll an: strahlendes Kommunionkind, heulende Eltern. Herz, was willst du mehr?

Mehr Sonntagsfreude bitte hier nachlesen.

Spruch zum Wochenende: Wachsen

11263128_10153282799391800_2082985228151541120_o„Wachsen kann ich da, wo jemand mit Freude auf mich wartet, wo ich Fehler machen darf. Wo ich Raum zum Träumen habe, wo ich meine Füße ausstrecken kann, wo ich gestreichelt werde, wo ich geraderaus reden kann, wo ich laut singen darf … Wo immer ein Platz für mich ist, wo ich ohne Maske herumlaufen kann, wo einer meine Sorgen anhört. Wo ich still sein darf, wo ich ernst genommen werde. Wo jemand meine Freude teilt, wo ich auch mal nichts tun darf. Wo mir im Leid Trost zuteil wird. Wo ich Wurzeln schlagen kann. Wo ich leben kann!“
(Unbekannter Autor)

Der Große hat dieses Wochenende Kommunion, ich bin eingeladen – und freu mich schon sehr auf das Fest. Auch, weil ich soooooo eine tolle Überraschung für ihn hab. Hach, ich hoffe so sehr, er freut sich genauo wie ich xxx

Weltbuchtag

Zum heutigen Welttag des Buches muss ich eine kleine Erinnerung festhalten, die ich sonst vielleicht vergesse: in den letzten Monaten hatte ich nämlich das Vergnügen, abends mit dem Großen immer wieder ein Kapitel zu lesen. Und zwar nicht irgendwas, sondern eines DER Bücher meiner Kindheit. Erich Kästners „Das fliegende Klassenzimmer“. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass wir trotz ein paar Jahrzehnten Altersunterschied beide gleich gefesselt waren? Ja, ich kenne das Buch quasi in und auswendig, kann es aber immer wieder lesen. Ich imitiere die wechselnden Charaktere durch verschiedene Stimmlagen und Sprechgeschwindigkeiten. Mache effektvolle Pausen, versinke selber vollkommen gebannt in der Geschichte. Und er, also Kästner, schafft es immer wieder, dass ich trotz gefühlt „1000 x gelesen“ mitfiebere und überraschende Wendungen erlebe …

Ein Zusammenfassung spare ich mir, denn wer weder Buch noch Film kennt hat wohl kein Interesse. Gefunden habe ich aber  Arbeitsmaterial, das sich – meiner Meinung nach – gar nicht mal nur zu Schulzwecken eignet, sondern auch so manchen Erwachsenen fordert, sich mal wieder intensiv mit Stoff auseinanderzusetzen. Würde jetzt spontan am liebsten gleich damit zum Patenkind fahren – und loslegen 😉