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Sonnentag

An einem Tag wie heute geht man gern zum Friedhof. Farbenfroh mit warmen Sonnenstrahlen find ich den alljährlichen Besuch der Gräber schön. Auf dem kleinen Buchsbaum am Familiengrab saßen unzählige Marienkäfer im Sonnenbad. Alte Freunde sehen, selten gewordene, deshalb so kostbare Momente. Den Onkel drücken, der kürzlich mehr Glück als Verstand hatte, die schmerzhafte Kraft eines Stahlseils zu spüren bekommen hat. Und schon wieder einen frechen Spruch auf den Lippen hat. Zum Glück! Später durfte ich auf der Fahrt zur besten Freundin in der Spätnachmittagsstimmung die Föhn-Alpenkette, in den Tälern ein paar erste Nebelschleier bewundern. Eben sind wir bei Halbmond unter klarem Sternenhimmel durch die Kleinstadt gebummelt. Viele Veränderungen – und manches bleibt, wie es immer war.

Auf geht’s beim Schichtl

Ich mag die traditionellen Aspekte der Wiesn, deshalb war ich gestern beim Schichtl. Tradition in Reinkultur. Schon draußen dürfen die Zuschauer eine Show sehen, sich unterhalten lassen, entertaint werden. Wer reingeht bekommt ein Schauspiel mit Herz zu sehen, Zuschauer werden eingebunden, als Kandidat für die Herzblattshow oder als Opfer – für die Hinrichtung. Die Inszenierung ist liebevoll bis ins Detail, die Kommentare bissig, die Kandidatin willig. Alles sehr entspannt und dennoch wunderbar spektakulär, wo sonst bekommt man einen abgeschlagenen Kopf, Blut und einen Überblick über die Anzahl der Maß Bier und Hendl, die das Opfer bereits intus hat? Alles mit so viel Humor und Passion präsentiert, dass es einfach nur Spaß macht.

Und wer nach einem Moment der Ruhe sucht: Elviras Schmetterlingstanz ist wunderschön. Schlicht und beeindruckend, stille Musik, Schmetterlinge tanzen per Installation auf ihrem Kleid, durch die fließende Bewegung sieht man die Falter förmlich mittanzen. Ich konnte die Wiesn-Musik von nebenan fast vollständig ausblenden. ich hab die 13 Minuten Schichtl einmal mehr genossen und kann jedem Wiesn-Besucher nur empfehlen, der Aufforderung zum Reinkommen zu folgen. Auf geht’s zum Schichtl!

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Bilder sind leider gar nicht gut, meinem iPhone war’s gestern Abend einfach kalt?

 

Impressionen aus dem Autofenster

Manchmal bin ich ein echter Glückspilz, darf das, was ich gern tue mit dem, was ich gern sehe mit dem, was im Terminkalender anfällt verknüpfen. Und kann dabei Augenblicke sammeln, die erzählenswert sind. Diese Woche war ich im Auto unterwegs, zu einem Termin, den ich mit einem Besuch bei den Patenkindern verknüpfen konnte, die Urlaub in Franken machen. Unterwegs gabs so viel zu sehen, dass es allein schon Geschichtsbücher füllen könnte:

– Störche in der Wiese auf der Suche nach Futter
– der Kirchgang zu Maria Himmelfahrt, überall Menschen unterwegs mit einem Kräuterbuschen, liebevoll gebunden, mit Kornblumenblau, Sonnenblumen, Getreide, Hopfen, Salbei, Oregano, Rosmarin, Ringelblumen, Minze, Weizen, Kamille, Schafgarbe, Petersilie, wer hat bindet eine Zucchini- oder Kürbisblüte und als farbliche Auffrischung ein paar Blumenblüten in Rosa bis Pink dazwischen….

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– Hopfen, Hopfenfelder, so weit das Auge reicht, dazu Mähdrescher auf den Weizenfeldern, manchmal wirbeln die so viel Staub auf, dass es wie Nebelschwaden wuchert
– Farben, Weite, Hügel, der Himmel, Bairisch Blau und Weiß
– wunderschönes Altmühltal, eigentlich ein Wunder, dass nicht mehr Radlfahrer unterwegs waren, auch vom Auto aus hat man wunder-wunderschöne Ausblicke auf Fluss, Wälder, Dörfer
-Fachwerkdörfchen in Franken, man merkt beim Fahren ganz genau wo Bayern endet und Franken beginnt, die Bauweise ist so ganz anders
– eine alte Dampflokomotive neben einer modernen Lok (stehen auf dem Firmengelände von Bögl) direkt an der Straße
– kleine ganz reizende Straßendörfer mit immer wieder überraschenden Aus- und Einblicken, in einen Hinterhof, auf einen Dorfplatz, die Dorflinde, Schwäne auf einem Dorfteich …

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– und dazu quasi einen ganzen Zoo auf den Weiden unterwegs: Schafe, Ziegen, Kühe in allen Farbtönen, Pferde, Haflinger, Shetlandponies, Hühner, Enten, Gänse, Rehe, Hirsche und sogar eine Lama-Herde

Wenn man dann noch am Ziel ankommt, die Patenkinder nach Monaten weitermachen, als hätten wir uns gestern gesehen, sofort wieder an mir hängen und wir eine paradiesische Zeit in traumhafter Umgebung haben, dann bin ich einmal mehr ehrfürchtig vor dem Wunder des Augenblicks, sehr.