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Musik am Mittwoch: Trying not to love you

Ich bin so gar kein Fan der großen Hallenkonzerte, noch nie gewesen. Die Münchner Olympiahalle hat sogar meinen persönlichen ersten Platz auf der Konzert-Shitlist, weil die Technik seeehr zu wünschen übrig lässt. Trotzdem hab ich letzte Woche einen Konzertabend mit Nickelback dort erlebt – der leider einmal mehr für schlechte Tonqualität und Aussteuerung gebürgt hat. Wirklich schade, ich bin sehr erleichtert, dass ich für diese Konzerttickets nicht viel Geld ausgegeben habe, sondern – man darf auch mal Glück haben – sie bei einem Gewinnspiel bekommen konnte. Trotzdem war das Konzert ein echtes Erlebnis, die Jungs waren gut gelaunt, haben das auch in der Moderation immer und immer wieder deutlich gemacht. Ein sehr gelungener Abend – was laut Setlist als Zugabe kommen sollte, dann aber spontan fehlte ist „Trying not to love you“, hab ich mir jetzt quasi aus Stuttgart ausgeliehen 🙂

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Musik zur Gewitterstimmung

Passend zur Gewitterstimmung rockt Lenny Kravitz gleich die Münchner Olympiahalle – gestern hat er für viel zu wenige Gäste geprobt, sehr sehr besonders – Handys waren verboten, deshalb eine etwas ältere Aufnahme

Da hüpft das Fan-Herz 🤟

#Heimatverliebt: Ein Travelguide für die Hallertau

Es ist nicht gar so einfach, in meiner Heimatregion Urlaub zu machen. Das liegt einmal daran, dass die Gegend nach wie vor stark landwirtschaftlich geprägt ist. Und sich schon sehr viel um den Hopfen und vor allem seine Ernte dreht. Es gibt unzählige Gastwirtschaften und durchaus auch Beherbergungsbetriebe. Aber zum Glück nicht in der Masse. So kann man bestimmt guten Gewissens von einem Geheimtipp sprechen. Und ich wage zu sagen: die Hallertau ist die Toskana des Nordens. Die Hügellandschaft ist ähnlich bezaubernd, statt Olivenhainen die Hopfengärten, statt Mohn- und Lavendel- sind es Raps- und Senffelder, und das Gefühl von Weite. Ich habe nach vorgegebenen Roadtrip-Strecken gesucht, wenig bis gar nichts gefunden. Für Radfahrer und Motorradreisende gibt es über die Tourismus-Behörde spezielles Kartenmaterial. Ich versuche ein eigenes System, so wie ich mir meine eigene Heimat gerne mal mit ein paar Tagen Zeit selbst anschauen würde:

Rahmenbedingungen: „Die Hallertau erstreckt sich über die bayerischen Regierungsbezirke Ober- und Niederbayern auf Teile der Landkreise Pfaffenhofen, Freising, Kelheim, Landshut und Eichstätt. Da die Region keine administrative Einheit ist, sondern lediglich durch den gemeinsamen Hopfenanbau definiert wird, ist eine exakte Eingrenzung nicht möglich. Einen groben Rahmen bilden die Städte Ingolstadt, Kelheim, Landshut, Moosburg, Freising und Schrobenhausen. Damit entspricht sie administrativ am ehesten ungefähr dem Altlandkreis Mainburg. Die Gesamtfläche der Hallertau beträgt circa 2.400 km², sie erstreckt sich in Ost-West-Richtung maximal 65 km und ist in Nord-Süd-Richtung bis zu 50 km breit.“ (Quelle: Wikipedia)

Von den groben Strecken könnte man das alles an einem Tag abfahren. Um sich einen echten Eindruck zu verschaffen und Zeit zu haben, empfehle ich mindestens 3 Tage einzuplanen – ideal sind bestimmt 5+, mehr, wenn man wirklich eintauchen möchte. Von der Reiseplanung her habe ich jetzt ganz grob Ortschaften angegeben, ich persönlich halte mich weniger an Hauptstrecken, sondern nehme gern die kleineren Straßen. Mein Erfahrungswert ist, dass man da immer noch mal einen extra Blick bekommt. Mittlerweile sind wir ja alle in der Lage, uns anhand der Google Bildersuche vorab ganz gut zu orientieren, so kann sich jeder die Orte aussuchen, die er gerne sehen möchte – und durch die anderen eben schneller durchzufahren.

Für meinen Roadtrip würde ich die Hallertau in 5 Strecken aufteilen, die man flexibel variieren kann – ich habe ein paar Übernachtungstipps eingefügt (die ich kenne und deshalb empfehlen kann), ist aber aufgrund der insgesamt nicht so weiten Entfernungen auch gar nicht notwendig, man kann auch sternförmig Tagesausflüge machen:

1. Der Westen

Kennt so gut wie jeder, der schon mal die A9 befahren hat, das Hinweisschild auf die Hallertau an der Autobahn-Ausfahrt Schweitenkirchen. Von da aus bietet sich eine schöne Rundtour durch den Hallertauer Westen an. Eine empfehlenswerte Route könnte sein:

  • Schweitenkirchen – Paunzhausen – Reichertshausen – Ilmmünster – Scheyern – Abstecher nach Jetzendorf – über Alberzell nach Gerolsbach – Schrobenhausen – an der Paar entlang nach Hohenwart – Pörnbach – Reichertshofen – Baar-Ebenhausen – St. Kastl – Langenbruck – je nach Zeit über Gambach, Rohrbach und Lohwinden gemütlich bis Pfaffenhofen.

Ca. 110 km – Reine Fahrtzeit in etwa 2 Stunden
Übernachtungstipp bei Pfaffenhofen: Hotel Strasshof

2. Unterwegs im Herzen der Hallertau

Die zweite Route startet wieder von Schweitenkirchen – mein Tipp ist: unbedingt weg von den großen Strecken. Hier kann man ebenfalls Lohwinden und Rohrbach unterbringen. 

  • Sonst seitlich der Autobahn über Sünzhausen, Dürnzhausen und Geroldshausen nach Wolnzach – Oberlauterbach, Niederlauterbach und Rottenegg nach Geisenfeld – Nötting – Unterpindhart – Aiglsbach – Sankt Anton/Ratzenhofen – Mainburg – jetzt ein Stück der deutschen Hopfenstraße folgen – Steinbach – Obderhinzing – Hüll – Osterwaal – Au – Sillertshausen – Reichertshausen – Attenkirchen.

Ca. 110 km – Reine Fahrtzeit etwa 2 Stunden
Übernachtungstipp bei Attenkirchen: Landgasthof Ostermeier Gütlsdorf.

3. Richtung Süd-Osten

Die dritte Tour führt östlich: 

  • Von Attenkirchen nach Gründl, der Ort ist der älteste beurkundete Ort im Hopfengebiet – jetzt über kleine Straßen Richtung Haag und Bergen – nehmt ruhig ein paar Umwege über die Hügel in die Auen der Amper Richtung Moosburg, grade Oberambach und Umgebung sind einen Blick wert. Dann „ganz grob“ nach Schweinersdorf, plant Zeit ein, um den Ausblick zu genießen, gen Süden schaut man geradeaus auf die die Alpen. Jetzt geht’s nach Mauern, über kleine Straßen (Schwarzersdorf oder Priel) nach Gammelsdorf. Weiter in den Norden-Osten über Attenhausen nach Furth – Stollnried – Egg – Pfeffenhausen – über Tabakried nach Attenhofen – Leibersdorf – Volkenschwand – Hebrontshausen – Tegernbach – Haslach – Nandlstadt.

Ca. 130 km – Reine Fahrtzeit etwas über  2 Stunden
Übernachtungstipp: Huberhof Airischwand

4. Im Nordwesten

  • Über Sielstetten nach Großgundertshausen, Oberempfenbach – Gaden – nach Ernsgaden und Münchsmünster – über Bad Gögging zum Limes – Altmannstein mit Tettenwang – ein Abstecher nach Riedenburg mit einem kurzen Fußmarsch zur Rosenburg, Blick übers Altmühltal, anschließend im Kloster Weltenburg einkehren – Eining – Sandhalanden – Abensberg – Biburg – Dürnbucher Forst – Siegenburg

Ca. 180 km – Reine Fahrtzeit etwa 3,5 Stunden (ihr müsst über die Donau, deshalb sind evtl. kleine Umwege notwendig)
Übernachtungstipp: möglicherweise gibt es auch was direkt in Siegenburg, da habe ich aber keine aktuellen Infos gefunden, deshalb ein paar Kilometer entfernt, mit tollem (selbst getestetem) Frühstück der Stadler Hof

5. Der Nordosten

Heute gehts durch das Storchenland, das haben die Nichte und ich in diesem Sommer vielfach „ausgetestet“ und bis zu 6 zum selben Zeitpunkt beim Futter sammeln erspäht – also Augen auf: 

  • über Wildenberg nach Rottenburg – Schmatzhausen – Hohenthann – Mallersdorf – zwischen Kleiner Laaber und Laber nach Schierling – Hellring – Langquaid – Rohr – Bachl – Herrnwalthann – Hausen – Teugn – Bad Abbach

Ca. 150 km – Reine Fahrtzeit etwa 2,5 Stunden

Die Streckenangaben sind sehr ungefähr, wer auf großen Straßen fährt wird etwa so hinkommen, wer wie ich immer mal wieder die kleineren Alternativen wählt kann auch locker mal 50-100 Kilometer mehr machen.

Reisezeit: ich mag meine Heimat immer, allerdings ist sicherlich DIE zu empfehlende Reisezeit im Juli-August, wenn die Hopfengärten schön grün leuchten. Außer für Feinschmecker, denn dann wäre eher die Spargelzeit im Mai anzuraten (es gibt in der Hallertau mit Abensberg und Schrobenhausen zwei Spargelgebiete). Und ganz ehrlich finde ich ja auch Tage wie heute, ob man sie nun Goldener Oktober, Altweibersommer, Indian Summer oder kunterbunter Herbst nennt, das perfekte Timing für eine Rundtour durch meine Heimat.

Empfehlungen, wo man unterwegs essen gehen kann und was man unterwegs anschauen kann habe ich bereits in der Rubrik „Heimatverliebt“ gepostet, ich spar mir die Wiederholungen. Natürlich lassen sich die umliegenden Städte „ergänzen“, Ingolstadt, Kelheim, Regensburg, Landshut, Moosburg, Freising, alle einen Besuch wert.

Meine ganz persönliche Empfehlung ist aber tatsächlich, in den kleinen Dörfern anzuhalten, und dann auf einem Spaziergang zum Beispiel einen Blick in Kirche und auf den Friedhof zu werfen. Auch mal um die Ecke schauen, denn im Hopfenland gibts oft einen sehenswerten Stadel oder ähnliches. Und es ist ja eine Fahrt durchs Landleben, insofern bietet sich immer an, Picknick einzupacken und da anhalten, wo sich ein schöner Ausblick bietet. Für eine Pause zwischendurch kann man das Auto stehenlassen und ein paar Kilometer über Feldwege zu wandern.

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Jule lädt zum Schreibprojekt „Heimatverliebt“, ich habe mich etwas von den Monatsthemen gelöst und widme mich einer Idee rund um „Travelguide für deine Heimat“. Und habe mich etwas von meinen bereits befahrenen Routen und von Ideen inspirieren lassen, was ich gerne sehen würde. Ich betone, dass es Empfehlungen sind, ich kann nicht für alles einschätzen, ob es die beste Route ist. Aber ich selbst hab mir fest vorgenommen, meinen Tourenvorschlag mal nachzufahren … Mehr Heimatliebe aus unterschiedlichsten Regionen findet ihr unter dem Suchbegriff „Heimatverliebt“.

Mein Herz tanzt #6


Ich hab mir fest vorgenommen: wenn ich groß bin heirate ich einen Rockstar. Ganz sicher keinen Prinzen. Weil laaaaaaangweilig. Aber so einen King of Rock. Eine Diva und Primadonna in Person, viel zu viel Alkohol, wenig Schlaf und möglicherweise noch so das ein oder andere Übel im Gepäck, eh klar. Wobei: ich könnte durchaus verstehen, sollte sich Caleb Followill Donnerstag ein bisschen wie der Prinz auf der Erbse gefühlt haben. Haben doch die Konzertkritiker ganze Arbeit geleistet und das Münchenkonzert der Kings of Leon nach allen Regeln der Kunst verrissen. Hm. Waste a Moment. Ein vertaner Abend? Ich war da. Eine von gar nicht mal so wenigen. Und bin immer noch geflasht. Und hab sehr viel mehr sehr geile Musik gehört als „nur“ Sex on Fire und Use somebody

Ich mag Calebs Stimme. Sehr. Ich bewundere seine kraftvolle Röhre. Die scheinbar ohne Druck von ganz tief kommt und ganz tief geht. Männlich und gefühlvoll, was er vor allem bei The Runner mit Akkustikgitarre während des Umbaus vor dem roten Vorhang hören lässt. Und Walls. Und Notion. Und und und. Was kann der Kerl musikalisch. Irgendwann hatte er Probleme mit seinen In-Ears, zieht sie einfach ab, singt ohne weiter, jeder Ton sitzt – den Ersatz gabs erst zum nächsten Stück. Selten genug im Rock’n’Roll, deshalb erwähne ichs halt.
Katja Krafts Kritik hab ich gern gelesen, die Frage: „Wie viele Kinder wohl auf seine Kappe gehen? Nicht durch physisches Zutun freilich – allein durch die musikalische Inspiration dieses genialen Songs. Denn meine Güte, ist das eine rauschige Kleider-vom-Leib-reiß-Nummer!“ hab ich durchaus schon vielfach aus unterschiedlichsten Blickwinkeln analysiert. 

Generell: das ist Musik, teilweise wahnsinng schnell, laut, irre. Da steht diese Musikerfamilie, 3 Brüder und ein Cousin, also auf der Bühne, recht unspektakulär: kommen, spielen, irre Gitarren, geilen Bass, krasse Drums – und gehen mit ihren Instrumenten ab. Ja, da ist wenig Interaktion mit dem Publikum, zwischendurch etwas Genuschel, wenige Ansagen, Überleitungen oder Konversation. Hi, we are Kings of Leon. Dass die Kritiker nach Showbands wie Aerosmith, Coldplay, Depeche Mode und Guns’n’Roses (um nur ein paar zu nennen, die in den letzten Tagen vor dem Münchner Publikum gespielt haben …) dafür kritisieren? Ich habe nichts vermisst. 

Dass die 9.000 Konzertbesucher fast kritisiert werden für zu wenig Stimmung, wohl im Vergleich zu den 60.000 am Vortag im Olympiastadion? Fragwürdig. Ja, es gab keine Zugabe, das können wir gerne diskutieren. Für mich war es stimmig, die 4 KoLs haben mich mehr als 100 Minuten mit auf ihren musikalischen Trip genommen, ich hatte von Gänsehaut über „Ich-muss-tanzen-und-mich-im-Rhythmus-bewegen“ und „Wenn-ich-groß-bin-heirate-ich-einen-Rockstar“ bis zu „So-viele-Solos-Staunen“ alle Glücksgefühle, die ich mir gar nicht so geballt erhofft hatte, erleben und auskosten dürfen. Und ich war fasziniert, wie viel Plektrons und Drumsticks und Wasserflaschen die ersten Reihen der Arena abbekommen haben. 

Musik ist und bleibt Geschmackssache, mein Herz tanzt noch etwas zum Sound der Kings of Leon … und wenn ich mal groß werden sollte heirate ich ganz bestimmt einen Rockstar. Oder 2. Oder 3. Oder so.