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Ein Nachmittag nur für uns – mächtig viel Zeit

Bin gerade in Bildern durchs Münchner Tollwood-Gelände gelaufen und musste zurückdenken an einen Nachmittag mit Patenkindern und Eltern im letzten Jahr: es war Sommer. Eigentlich war mein Plan, dem Großen im Winter gemeinsame Zeit schenken, bei einem Besuch im Münchner Kindertheater, Jim Knopf in der Version der Augsburger Puppenkiste. Ja, stimmt, ich hab da nicht so viel Erfahrung. War schon überrascht als die nette Dame am Telefon meinte, ich müsste nicht vorbestellen. Anscheinend hatte ich sie falsch verstanden: wahrscheinlich konnte man vor Wochen schon gar nichts mehr bestellen, weil die in den Weihnachtsferien komplett ausgebucht sind …

Hm, aber so leicht geb ich bei der Suche nach einem besonderen Erlebnis nicht auf. Und bin fündig geworden: im Kinderzelt auf dem Sommer-Tollwood gibts einen Kinderkochkurs. Muss man auch anmelden, aber ich habe einen Platz ergattert. Monsieur war Hahn im Korb und durfte mit ganz bezaubernden Mädels schnippeln, schütten, rühren und am Ende schnabulieren. Netterweise war die ganze Familie mitgekommen und ich erinnere mich, wie er mit strahlenden Augen seine kleine Schwester, die Eltern und schließlich mich kosten lassen hat. Köstlich, was die kleinen Köche da gezaubert haben. Und Spaß hats auch gemacht.

Zwischendrin hatten wir Großen ausreichend Zeit, in Ruhe herumzulaufen, es gibt einfach so viel zu schauen und zu staunen auf so einem Festival. Vor allem der Stand am Eingang, an dem sich Groß und Klein über Schädlinge und Nützlinge und Natur und Ökologie undundund informieren konnten, ist mir in Erinnerung geblieben. Selber Kräuter eintopfen, einen Nistplatz für Käfer bauen, Larven beim Schlüpfen zuschauen.

Das war alles sooooo toll. Ein ganzer Nachmittag unter der Woche, nur für uns, das war mächtig viel Zeit. Ich setz heute einfach mal den Wunsch nach einer Wiederholung auf meinen Wunschzettel ans Christkind. Oder wo steht das, dass nur Kinder Wunschzettel schreiben dürfen? 😉

Mittagsschlaf

Gerade liegt die bezaubernde Nichte neben mir – und hält endlich Mittagsschlaf. Nach einem endlosen Kampf. Für mich Erwachsene vollkommen unverständlich, dass sich ein Kind so gegen die erholsame Stunde nach Mittag wehrt. Könnte ich würde ich gern mittags schlafen. Täglich. Oder zumindest am Wochenende finde ich dieses sich mittags etwas hinlegen und ausruhen sooooo toll. Sie mag das gar nicht. Weder im Kindergarten noch zu Hause. Am allerwenigsten an den spannenden Besuchstagen. Ihr entgeht was, so kommt es ihr zumindest vor. Und sie möchte ja immer alle ihre Programmpunkte erleben, hat so viele Ecken, die wir besuchen müssen, so viele Spielsachen, mit denen gespielt werden muss, … Stress pur. Und dann noch kostbare Zeit dem verhassten Mittagsschlaf opfern? Nenene, nicht mit dem kleinen Sturbock. Erst statt Geschichte vorlesen Sendung mit der Maus auf dem iPad anschauen, dann „mehr, meine Mama lässt mich auch noch weiter schauen“. Äh, nein, deine Mama ist meine Schwester. Und viel strenger als ich …
Einfallsreich und kreativ muss man alle Manöver nennen, die sie ins Feld führt. Na ja, immerhin muss die Tante mit zum Schlafen. Wenigstens von der wertvollen Zeit fehlt ihr keine Sekunde. Normalerweise schlaf ich auch, nur heute war der Kampf lang und anstrengend. Würde man kaum glauben, wenn man sie jetzt so süß schlummern sieht? Mit dem Lieblings-Apfel im Mund, manche nennen ihn Schnuller – ich nenne ihn heute die letzte Lösung. Bevor ich schon fast aufgegeben hätte und doch wieder auf ihr Geplauder eingestiegen wäre. Puh, ich bewach jetzt mal weiter diesen kostbaren Schlaf.

Händewaschen

Die bezaubernde Nichte ist hin und wieder, was man in Bayern ein „Gscheidhaferl“ nennt. Mit ihren noch nicht ganz 3 Jahren erklärt sie mir kürzlich besserwisserisch, dass sie sich beim Händewaschen die Hände viel besser, gründlicher und überhaupt einseift als ich, „das hat mir nämlich meine Mama so gezeigt“. Hm, also das mit viel Seife nehmen und ganz gründlich einseifen und sich auch noch ganz lang Zeit dafür nehmen hat sie ehrlich gesagt von mir. Hab ich mir Anfang des Jahres einen Spaß draus gemacht und ihr gesagt, dass sie sich eeeeeeewwwiiiig einseifen und dann auch ganz lang die Seife wieder abspülen muss. Denn nur so seien die Hände auch richtig sauber. Klar, Tanten sehen ihre Nichte ja nicht so oft und haben dann ewig Zeit und eine Engelsgeduld. Aber dass das so zu mir zurückkommen könnte – damit hab ich nun wirklich nicht gerechnet. Lehrstunde für die Tante 😉

Laterne

Es ist nie zu spät, etwas Neues zu lernen. Mein Leben lang singe ich „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“ und „Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir … Rabimmel Rabammel Rabumm“. Auswendig, eh klar. Im Kindergarten der bezaubernden Nichte reicht das für das benötigte Repertoire bei weitem nicht aus, deshalb kann ich neuerdings auch „Komm, wir woll’n Laterne laufen“ – leider nur den Refrain. Aber den Rest lern ich sicher über die nächsten Jahre. Ist schließlich einmal im Jahr, so ein Kinder-Laternenumzug. Obwohl das ja gar nicht so klar ist. Schließlich hab ich in den letzten Tagen auch neu dazugelernt, dass man Brauchtum ändern sollte, an die neuen Gegebenheiten anpassen, weglassen, was nicht mehr zeitgemäß ist und sich auf das konzentrieren, wovon man dann nicht mehr so ganz genau weiß, warum man es eigentlich macht. Gut, dass ich nicht die Einzige war, die über den sonderbaren Gedankengang eines Politikers den Kopf geschüttelt habe.