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Spruch zum Wochenende: Dazulernen

P1020225„Persönlich bin ich immer bereit zu lernen, obwohl ich nicht immer belehrt werden möchte.“ (Winston Churchill)

Den heutigen Spruch zum Wochenende widme ich einem alten Bekannten: dem BMW-Fahrer, der mich kürzlich auf meinem Arbeitsweg geärgert erzogen hat. Heute morgen hat er mir erneut die Vorfahrt genommen. Auf der Landstraße, aber mein Tempo war gemäßigt. Dieses Mal etwas früher auf der Strecke, genau gesagt einen Supermarkt früher.  Anschließend ist er zügig vorangefahren – und ihm wurde einige Kilometer später ebenso an einer Supermarktausfahrt die Vorfahrt genommen. Von einem einheimischen älteren Autofahrer. Statt zu schimpfen fuhren die beiden gemählich hintereinander her. Zum nächsten Supermarkt. Meine Interpretation: die beiden älteren Herren werden regelmäßig zum Einkauf geschickt. Damit die Herzensdamen sie ein paar Stunden aus dem Haus haben. Eigentlich ist das nicht so ihr Ding, aber Autofahren, das tun die beiden gerne. Wahrscheinlich haben sie nebeneinander geparkt, etwas geratscht und den Einkauf gemeinsam bewältigt? In jedem Fall werden sie sich weder Vorwürfe machen noch ihre Erziehungsmaßnahmen im Straßenverkehr besprechen. Denn in dem Fall ist das ja überflüssig: wenn zwei etwas immer schon so gemacht haben, dann hats damit ganz gewiss seine Richtigkeit. Oder?

Ab Aschermittwoch

Ich hab viel überlegt, denn ich will gerne fasten, nur bei vielen „logischen“ Möglichkeiten ist es für mich nicht wirklich verzichten. So offensichtliche Dinge, Schokolade, Süßkram, Torte, Gebäck. Darauf verzichte ich fast immer, freiwillig, insofern: das kann’s nicht sein!
Kürzlich hab ich bei Gabs schon mal ein paar ganz gute Fastengedanken und -Vorsätze gelesen. Langsam hab ich meine Entscheidungen getroffen und werde ab Aschermittwoch 40 Tage lang (mindestens)

– einen Apfel am Tag essen (obwohl ich mich gesund ernähre, das hab ich bislang noch nie geschafft, Obst ist für mich – und darauf bin ich keineswegs stolz – das stets vernachlässigte Nahrungsmittel)
– keinen Kaffee trinken
– den Konsum von Zucker in allen Formen und gesüßte Getränken wo möglich vermeiden
– nach Feierabend und am Wochenende nicht mehr Online sein
– mehr als sonst darauf achten, frische, vor allem unverpackte Nahrungsmittel zu kaufen – und nur soviel, wie tatsächlich verzehrt werden
– überflüssige Autofahrten vermeiden

Das ist der Plan – Morgen, am Aschermittwoch, geht’s los. Mal sehen, wie ich mit mir zufrieden sein werde?!

Spruch zum Wochenende: Weihnachtsfeierei

Heute ist Freitag der 13., ein tolles Datum, 13.12.13, die Adventszeit schon zu mehr als der Hälfte rum – und gefühlt bin ich fast im Wochenende. Diese Woche ist im wahrsten Sinn des Wortes an mir vorbeigeflogen. Es ist unglaublich, wie sich die Kombination aus viel zu tun, dicke Nebelsuppe (Tag und Nacht waren die letzten Tage nicht voneinander zu unterscheiden) und Abendtermine anfühlen, als ob eine Woche wie ein einziger Tag ist? Und zu allem Übel dann gestern auch noch Firmen-Weihnachtsfeier. Früher Schluss machen, obwohl so viel liegenbleibt, aaaahhh! Und wieder mal hab ich gelernt, dass manches so unerwartet gut werden kann, obwohl die Erwartung sehr niedrig ist?

Nach einem himmlischen Abendessen hieß es schnell, schnell, schnell – wir dürfen nicht zu spät kommen. Für uns sind Plätze reserviert, obwohl man das im Heppel und Ettlich eigentlich nicht kann. Dann kommt die große Überraschung: ein musikalischer Abend, quasi ein Weihnachtskonzert – aber ganz anders als erwartet. Mit einem großartigen Musiker, Kabarettisten und Stimmenimitator. Der die bekanntesten Weihnachtslieder „frei“ interpretiert. André Hartmann kannte ich bislang nur als witziges Ude-Double vom Nockerberg. Der musikalische Part seines Künstlerlebens ist aber scheinbar viel interessanter, im Programm „Morgen kommt der Hartmann“ gibts alle Weihnachtslieder, die normalerweise im Supermarkt dudeln, ganz neu gemixt, mal miteinander, nebeneinander oder übereinander gespielt. Mal in der Version eines Hotelbar-Pianisten, mal durch alle Klassiker gezogen – oder auch von Udo Lindenberg, Inge Meysel oder Hans Moser „gesungen“. Dazu kamen Herr Seehofer, Herr Ude, Herr Schröder und noch ein paar andere bekannte Stimmen auf einen Sprung vorbei. Es war soooooo toll. Wir haben alle sooooo viel gelacht. Normalerweise gehe ich ja in der Adventszeit immer gerne einmal in ein klassiches Weihnachtslieder-Konzert, ich glaube, das schaffe ich dieses Mal nicht. Ist aber nach dem herrlichen Abend gestern gar kein Problem: ich hab alles gehört und so viel und so herzlich gelacht. Und mein ganz persönliches Dankeschön gibts natürlich noch für meine gewünschte Zugabe – das war, wie „Stille Nacht“ in einer chinesischen Variation á la Hartmann – einfach unglaublich. Ein ganz besonderer Moment.Und keine Sorge, wir haben schon wieder vergessen, dass alle Weihnachtslieder eigentlich von Peter Maffay sind, oder wie war das noch mal genau? 😉

Sehr zu empfehlen, ich bin nicht sicher, ob es wirklich noch Karten gibt, aber für alle spontanen Münchner: für Samstag kann man unter diesem Link wohl noch reservieren. Und einen tollen, tollen, tollen vorweihnachtlichen Abend der ganz anderen Art erleben.

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Und dann hätte ich zum musikalischen Hochgenuss noch einen passenden Spruch zum Wochenende gefunden: „Schöne Lieder und manch warmes Wort, tiefe Sehnsucht und ein ruhiger Ort. Gedanken, die voll Liebe klingen, Weihnachten möcht ich genau so und nicht anders verbringen.“ (Verfasser unbekannt, leicht abgewandelt ;-))

Die Philosophie des UPS-Mannes

Gerade ist Weihnachtsgeschäft. DER Umsatz des Jahres, in den Innenstädten und in Einkaufscentern ist die Hölle los, laut aktuellen Medienberichten haben Online-Versandhäuser ihr Personal rund verdoppelt, um mit dem Ansturm fertig zu werden. Und irgendwie scheint mir grade jeder genervt, von der Verkäuferin an der Supermarktkasse über die Bäckereifachverkäuferin, alle sind gestresst. Weil so viel los ist? Dabei entfällt also in der Zeit des Jahres, in der Kunden viel Geld ausgeben, für Umsatz sorgen und damit den Arbeitsplatz der Beschäftigten langfristig zu sichern versuchen das kleine bisschen Höflichkeit, der nette Umgang mit den Mitmenschen. Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, vor allem Geduld? Fehlanzeige!?

Ich erlebe seit einigen Wochen genau das Gegenteil, einen Menschen, der ganzheitlich Dienstleistungscharakter durch und durch verkörpert. Der immer Zeit zum Plaudern hat. Der jeden Tag vorbeikommt, das ist sein Job, dabei immer nett, höflich, interessiert und aufgeschlossen ist. Er ist Amerikaner und arbeitet sein Leben lang für UPS. Seine Aufgabe ist es, Pakete zuzustellen. Er weiß nicht, was in den Paketen drin ist – aber er wird immer danach gefragt. Was würde wohl passieren, wenn er das wüsste …? Von vielen Menschen wird er richtig schlecht behandelt, sie schätzen ihn als gering oder klein ein. Er sei ja „nur ein Paketzusteller“. Das bekommt er durch abfällige Reaktionen immer wieder zu spüren. Und er ist darüber nicht verbittert, im Gegenteil: er spricht darüber, über seine Motivation. Sagt, wie wichtig gute Laune ist. Seine eigene. Und er grinst dabei, denn „wenn die Leute wüssten, wie gut ich verdiene, würden sich viele darüber ärgern und hätten gerne meinen Job!“

Heute hat er uns im Büro erzählt, wie eilig es gerade in der Weihnachtszeit alle hätten. Er hätte gerade auf einem Parkplatz bremsen müssen, weil eine ältere Dame ihren Einkaufskorb fallen lassen hat. Er sei ausgestiegen und habe ihr beim Aufsammeln und Einräumen geholfen. Trotz des wütenden Gehupes mehrerer Autofahrer, einer sei sogar ausgestiegen und habe ihm gedroht. „Weihnachten ist bald genug, was haben es nur alle so mit der Eile hier in Deutschland? Wollen die, dass die Zeit noch schneller vergeht, als sie es eh schon tut? Vor Weihnachten sollten alle mal einen Gang zurückschalten, ruhiger werden, die Dinge langsamer angehen – meine ich!“ Die Philisophie eines UPS-Mannes, der viel sieht, viel hört, vieles beobachtet. Und nicht nur die Weihnachtspakete zustellt …