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Klassenbeste mit voller Punktzahl

Die bezaubernde Nichte ist nicht so der Strebertyp. Eher das Gegenteil. Aber letzte Woche wurden wir von der stolzen Kindsmutter informiert, dass die Drittklässlerin zweimal volle Punktzahl und je eine 1 in Deutsch und HSU bekommen hat.

Bei meinem Überraschungs-Besuch am Wochenende wurde mir das Gesamtwerk dann präsentiert. Oder mehr noch, die Klassenbeste hat sich neben mich gekuschelt und genau beobachtet, dass ich auch wirklich alles wertschätze. Konnte ich auch recht gut, denn bei dem Gesamtwerk handelte es sich um eine umfangreiche Arbeit rund um das Thema Medien: alte und neue, offline und online, Print und Portale, wie gehe ich mit den Medien um, was sind Vor- und Nachteile, wo lauern Gefahren, wie funktioniert das alles, wie kommt die Information in die Zeitung …

Spannend, denn ein Thema waren auch Blogs, und da hat sie ihrer Lehrerin sogar verraten, dass ihre Tante einen Tanten-Blog hat. Als ich ihr dann aber auch noch verraten habe, dass alles, was sie da so gründlich und liebevoll recherchiert und arrangiert hat, quasi ganz viel mit meinem Beruf in der Kommunikation zu tun hat, dass ich sogar mal Medienwissenschaften studiert hab, da wurden die Augen ganz leuchtend und groß 🙂

Und insgesamt hat sie die Aufgaben echt super gelöst, also nicht nur die Fragen beantwortet, sondern sich auch Themengebiete ausgesucht, die sie interessieren. Analysiert, was geschrieben steht. Und noch ein paar Fleißaufgaben gemacht. Also ich finde die volle Punktzahl hochverdient! Glückwunsch (und was für ein perfekter Einstieg in die Pfingstferien das war, wow!)

Habseligkeiten [*.txt]

Was hat man eigentlich? Also so richtig? Alles das, was zu einem gehört, unabänderlich? Das Leben. Den Körper. Den Geist. Die Seele. Den Charakter. Die Gedanken. Vielleicht Liebe. Vielleicht Zuneigung. Vielleicht Gefühle. Viel ist es nicht, was man HABEN kann. Besitzen, ja, besitzen kann man vieles. Aber wieviel ist all das wert, wenn man mit Besitztümern nicht vermag, sich Zuneigung zu erkaufen. Sich Gesundheit zu erhalten. Sich selbst zu akzeptieren, zu erkennen, anzuerkennen, wie, was und wer man ist … Und worüber keiner gerne nachdenkt: alles ist vergänglich. Gedanken eines Tages zu Ende gedacht. Mein Körper stirbt, mein Leben vorbei.

Irgendwann in der Geschichte muss dennoch jemand definiert haben, dass HABEN selig macht. Oder woher sonst stammt wohl die Kombination Habseligkeiten? Noch mehr verwundert dann wieder, wie abschätzig das Wort wohl gemeint ist. gemäß Wörterbüchern bezeichnet der Begriff armseligen Besitz nahezu mittelloser Personen“. Haben sich das etwa die ausgedacht, die viel hatten, um das wenige der anderen zu verlachen? Dabei ist HABEN in vielerlei Hinsicht relativ, wer viel besitzt, hat schließlich viel mehr zu verlieren. Meint man. Wer wenig hat, vermag Verlust vielleicht mehr zu spüren. Tut sich schwerer, noch weniger zu haben. So viele haben doch viel angesammelt. Ohne es zu schätzen.

Beim Wort Habseligkeiten muss ich immer an eine kleine, fast flüchtige Begegnung aus meiner Studienzeit denken. Ich habe für meine Magisterarbeit sehr viel Zeit in der Monacensia verbracht und kam dort eines Tages mit einer Frau ins Reden, die ebenfalls oft da war. Sie recherchierte im Nachlass eines Schauspielers , der dort aufbewahrt wird. Wir unterhielten uns über die vielen Seiten geschriebener Gedanken, die wohl nur selten gelesen werden. Und dass in diesem schriftlich fixierten Gedankengut so viel Leben, so viel Erleben, so viel Schönes stecke. Ihre Worte in etwa: „Da häufen Menschen Besitz an, streben nach Reichtum – und merken gar nicht, wie wenig all diese Habseligkeiten ihr Leben bereichern. …“ Klingen nach, diese Gedanken, oder?

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Ein Beitrag zu Dominiks [*.txt]-Projekt, das 5. Wort lautet “Habseligkeiten”.

Spruch zum Wochenende: Studium

Am Meer
Am Meer

„Kinder studieren Erwachsene, um klug zu werden. Erwachsene studieren Kinder, um wieder glücklich zu werden.“ (Verfasser unbekannt)

Nach einer knappen Woche Urlaub mit der bezaubernden Nichte haben wir ganz bestimmt erneut viel voneinander gelernt, für uns beide nicht immer einfach, aber wir finden immer wieder einen Weg aufeinander zu. Euch allen ein schönes Wochenende!

 

#Wasanderswäre

Bin bei Wolke Rosa über ein nachdenkliches Blogstöckchen gestolpert, die Geschichte dazu lest ihr am besten direkt dort nach. Nach dem Lesen fing das Gedankenkarussel an – und deshalb mach ich hier weiter. Ich finde es ja prinzipiell spannend, über völlig aburde, da unmögliche, Dinge zu philosophieren. Deshalb: los gehts –

Was wäre anders in deinem Leben, in deinem Alltag, wenn du ein Mann wärst?
Mein Papa hätte einen erstgeborenen Sohn gehabt, das hätte so im dörflich-bayrischen Leben der 70er schon etwas an seinem Ansehen verändert. Ob wir 5 Kinder wären wage ich zu bezweifeln, meine Mutter wollte zwar viele Kinder, aber war ja schon so, dass nach 3 Mädels unbedingt noch ein Bub hergemusst hat. Jetzt war ich nie sehr damenhaft, im Gegenteil: wollte seit ich mich erinnern kann lieber ein Junge sein. Meine Kindheits-Freunde wären also wahrscheinlich die gleichen Jungs aus der Nachbarschaft gewesen. Hm, ob ich auch schon mit 9 verliebt gewesen wäre? Mein erster Kuss, ja, der wäre definitiv anders gewesen, denn ich wäre der unerfahrene Junge gewesen, dem seine Freunde vorher erzählt hätten, dass man mit der Zunge möglichst wild im Mund gegenüber herumrühren solle. Ansonsten wär ich wahrscheinlich ein äußerst mittelmäßiger Fußballer geworden, hätte genauso wenig gewusst, was ich mal werden will – alles reine Spekulation.

Was tust du nur deshalb, weil du eine Frau bist?
Ich beantworte die Frage, warum ich keine Kinder habe. Das ist glaube ich echt so ein Frauending? Also ich weiß nicht, ob die Frage auch so häufig an Männer gestellt wird? In jedem Fall bekomme ich sie regelmäßig zu hören – und statt einfach lächelnd „Weil es so ist“ zu sagen gebe ich Antworten, versuche es begreiflich zu machen. Wissend, dass es meine Entscheidung ist, und deshalb niemand anderen zu interessieren hat …

Was tust du nicht / welche Dinge lässt du lieber, weil du eine Frau bist?
Eigentlich nichts, ich hatte mal eine Phase mit hohen Hacken, das lass ich aber seit meinem Bänderriss schön wieder sein:-)

Durch welches Klischee fühlst du dich persönlich beeinträchtigt?
Ich gehe nicht gerne shoppen, im Gegenteil. Bin fast nie geschminkt oder zurechtgemacht, laufe aber noch lange nicht schlampig herum. Und was mich richtig nervt, ist, dass ich als weiblicher Single „einfach zu wählerisch“ bin, mich für was Besseres halte … Gehts noch?

Erzähle von einer Situation, in der du bemerkt hast, dass es von Vorteil ist, zur Gruppe der Frauen zu gehören.

Ich habe mein Studium als Bedienung finanziert und definitiv spendiert man(n) einer weiblichen Bedienung Trinkgeld

Gibt es Situationen, in denen das Geschlecht keine Rolle spielt?

Das ist doch immer sehr vom eigenen Blickwinkel und der Einstellung abhängig? Wenn ich mich selbst über mein Frau-/Mannsein definieren möchte, dann wird auch meine Umgebung auf mich als Frau/Mann reagieren? Oder eben nicht.