Schlagwort-Archive: Studie

Das mit der Musik, dem Alter – und den Studien

Irgendwann mal hatte ich im Jetzt-Magazin der SZ gelesen, dass Menschen mit zunehmendem Alter auch eher „altbackene“ Musik hören. Also zumindest nicht wie in unserer Jugend nur die krass angesagten Künstler. Stimmt, trifft auf mich zu. Ich höre heute viel, ob in oder nicht, und stehe auch dazu, dass ich Radio höre. Und nicht nur die „hippen“ Sender, sondern immer öfter auch mal die, die ich früher mega-uncool fand.

Kürzlich hat eine wissenschaftliche Studie der Londoner Goldsmith University herausgefunden, dass regelmäßige Live-Musik das Leben verlängert. Den Wissenschaftlern zufolge steigern bereits 20 Minuten auf einem Konzert das persönliche Wohlgefühl um 21 Prozent, dieses Plus an „Sich-sehr-Wohlfühlen“ erhöhe sogar die Lebenserwartung. Ab sofort hab ich also sogar einen wissenschaftlichen Beweis, dass meine musikalische Leidenschaft mein Leben verlängert.

Die Zielvorgabe lautet: alle 14 Tage Livemusik. Und sollte ich das mal nicht schaffen, dann höre ich eben ganz viel meine Lieblings-Musik, das ist ja vor allem beim Autofahren fast das gleiche Glücksgefühl. Das nenn ich mal MEIN Gesundheitsrezept 😜🎶✔️

Experiment: So schnell sind zwei zu verlieben?

Nicht nur die Medien sind voll von dieser „Methode“, auch die Gespräche in meinem privaten Umfeld drehen sich in den letzten Tagen um das 36-Fragen-Experiment von Dr. Arthur Aaron aus den 70ern bzw. den aktuellen Selbstversuch von Mandy Len Cantron in der NY Times: wenn 2 sich auf Grundlage dieser Gesprächsgrundlage begegen sollen sie sich unweigerlich ineinander verlieben … Gestern abend, ein Fest mit Menschen, von denen mindestens die Hälfte unkonventionell lebt. Und ein Großteil laut eigener Beteuerung nicht nach einem Partner sucht. Trotzdem wurde äußerst motiviert darüber diskutiert, ob das Experiment bei jedem funktioniert, ob das Verlieben unweigerlich passiert, ob es auch funktioniert, wenn die 2 Teilnehmer vielleicht anderweitig glücklich gebunden sind – und noch einiges mehr. Klar, dass ich mich heute gedanklich damit auseinandersetze. Da ich vorher nur oberflächlich gelesen hatte habe ich den Test heute für mich „durchgespielt“:

Die „Instructions“ machen deutlich, dass es darum geht, sich zwischenmenschlich nahe zu kommen. Bedingung für die beiden Teilnehmer sei, sich auf die entstehende Nähe zum unbekannten Gegenüber einzulassen, indem man teilt.  Sich offen und ehrlich austauschen. Laut Spielregeln müssen beide etwa eine Stunde Zeit investieren, um Fragen zu beantworten, die Auskunft über die eigenen Erfahrungen mit einer nahen Partnerschaft geben. Es gibt 3 „Teile“ mit Fragen oder Aufgaben, die in der Reihenfolge abwechselnd beantwortet werden sollen. Je ein Teilnehmer liest eine Frage vor und antwortet, dann hört er aufmerksam zu, wenn der andere antwortet. So entsteht ein intensiver Austasch. Die Teilnehmer sollen alle Aufgaben in der Reihenfolge erledigen, nichts austauschen, nichts überspringen. Und sich ausreichend Zeit für Gedanken und Antworten nehmen. Und sich danach mehrere Minuten tief in die Augen schauen.

Teil 1 sorgt unmittelbar für Nähe, ist aber noch unverfänglich genug, dass keiner dem anderen zu früh  „zu nahe“ treten kann:

1.) Mit welchem lebenden Menschen hättest du gerne ein Verrabredung zum Essen, wenn du frei wählen kannst? 2.) Wärst du gerne berühmt? Wofür? 3.) Legst Du dir deine Worte zurecht, bevor du mit jemandem telefonierst? Warum tust du das? 4.) Was macht für dich einen „perfekten“ Tag aus? 5.) Wann hast du zum letzten Mal für dich selbst gesungen? Und wann für jemand anderen? 6.) Wenn du 90 Jahre alt werden könntest, was würdest du für die letzten 60 Jahre lieber haben: Den Körper oder den Geist eines 30jährigen? 7.) Hast du eine Vermutung, wie du mal sterben wirst? 8.) Nenne 3 Dinge, die dein Gegenüber und du deiner Meinung nach gemeinsam habt. 9.) Wofür in deinem Leben bist du besonders dankbar? 10.) Wenn du verändern könntest, wie du erzogen wurdest, was wäre das? 11.) Du hast 4 Minuten Zeit, um deinem Gegenüber deine Lebensgeschichte mit möglichst vielen Details zu erzählen. 12.) Wenn du morgen mit einer zusätzlichen Eigenschaft oder Fähigkeit aufwachen könntest, welche sollte das?

Teil 2 wird intensiver, wie in jedem guten Austausch habe ich mich als Teilnehmer daran gewöhnt, dass wir uns beide einer Frage nähern, jeder auf seine Art. Ich habe bereits das Vertrauen gefasst, mich zu öffnen:

13.) Eine Zauberkugel verrät dir die Wahrheit über dich, dein Leben, die Zukunft oder etwas anderes, was möchtest du wissen? 14.) Gibt es etwas, das du schon lange mal tun wolltest? Warum hast du dir den Traum noch nicht erfüllt? 15.) Was war bisher der größte Erfolg in deinem Leben?  16.) Was ist dir in einer Freundschaft am wichtigsten?  17.) Was ist deine liebste Erinnerung? 18.) Was ist deine schrecklichste Erinnerung? 19.) Wenn du wüsstest, dass du in einem Jahr stirbst, würdest du etwas an deinem jetzigen Leben ändern? Warum?  20.) Was bedeutet Freundschaft für dich? 21.) Welche Rolle spielen Liebe und Zuneigung in deinem Leben? 22.) Nennt jetzt abwechselnd eine positive Charaktereigenschaft, von der ihr glaubt, dass sie euer Gegenüber besitzt. Macht dies fünf Mal. 23.) Wie eng und herzlich geht es in deiner Familie zu? Glaubst du, dass deine Kindheit glücklicher war, als die anderer Menschen? 24.) Wie ist deine Beziehung zu deiner Mutter?

Logischerweise festigt Teil 3 das gefasste Vertrauen, vom Ich nähere ich mich einem Wir an, das aufgebaute Vertrauen wird noch erweitert. Und die Themen werden noch persönlicher, das Gegenüber darf mich begleiten.

25.) Denkt euch drei wahre „Wir“-Aussagen aus. Zum Beispiel: „Wir sind beide in diesem Raum und fühlen uns …“. 26.) Vervollständige bitte: „Ich wünschte, ich hätte jemanden, dem ich erzählen könnte…“. 27.) Bevor dein Gegenüber ein enger Freund werden könnte, was müsste er/sie unbedingt von dir wissen? 28.) Sag deinem Gegenüber, was du an ihm/ihr magst. Sei dabei ehrlich und sage auch Dinge, die du normalerweise einer Person, die du gerade erst kennengelernt hast, nicht sagen würdest. 29.) Teile mit deinem Gegenüber einen peinlichen Moment aus deinem Leben. 30.) Wann hast du zum letzten Mal in Gegenwart einer anderen Person geweint? Und wann für dich alleine? 31.) Nenne eine Sache, die du bereits jetzt an deinem Gegenüber magst. 32. Worüber macht man keine Witze, sofern es so etwas gibt? 33.) Wenn du heute Abend sterben würdest, ohne die Möglichkeit, noch mal mit jemandem zu sprechen, was würdest du bereuen, jemandem nicht gesagt zu haben? Warum hast du es noch nicht gesagt? 34.) Dein Haus und damit all dein Besitz fängt an zu brennen. Nachdem du deine Liebsten und deine Haustiere gerettet hast, kannst du ein letztes Mal ins Feuer laufen und einen Gegenstand retten. Welcher wäre das? Warum? 35.) Der Tod welches Familienmitglieds würde dich am meisten mitnehmen? Warum? 36.) Berichte von einem persönlichen Problem und bitte dein Gegenüber um Rat, wie er/sie die Sache handhaben würde. Bitte dein Gegenüber außerdem, einzuschätzen, wie du über das ausgewählte Problem denkst.

Mein Fazit: ich glaube sehr wohl, dass das funktioniert. Schon allein, weil zwei sich rein vom Ablauf her zuhören müssen. Wie oft höre ich von Dates, die vollkommen missglücken, weil es an Aufmerksamkeit und Achtsamkeit fehlt. Nur einer redet, einer hört nicht zu. Es gibt kein aufrichtiges Interesse. Das Experiment schließt diese Möglichkeiten vollkommen aus. Grundbedingung ist, dass zwei sich aufeinander einlassen und für mindestens eine Stunde jeder in die Welt des anderen eintaucht. Durch den Aufbau der Fragen ist ein Wir unausweichlich.

Jetz muss Mann bzw. Frau sich nur noch auf das Experiment einlassen 😉

Lebensweisheiten

Kult: The Big Bang Theorie. Schlaue Lebensweisheiten gratis. „Kinder sind wie Pfannkuchen, das Erste geht immer daneben …“ Danke, ihr Nerds, irgendwie ist da ja vielleicht auch was Wahres dran – sagt eine Erstgeborene. Zum Glück hab ich wenigstens die volle Portion Selbstironie und Humor abbekommen. Und: ganz so übel dran sind wir laut einer Spiegel-Studie gar nicht mal dran – puh, Glück gehabt! 😉

Zu viel Stress?

Heute ist einer dieser Tage: morgens auf dem Weg zur Arbeit – ich wusste, das wird ein langer Tag – höre ich Radio, kommentiert wird eine aktuelle Studie: Arbeitnehmer klagen über zu viel Stress. Fast die Hälfte der Deutschen denkt, der Stress hat die letzten Jahre zugenommen, Mails, Anrufe usw. Hm, ja, was soll ich dazu sagen:

Mein Tag war anstrengend, ich bin aktuell ca. 12 Stunden in der Arbeit, war heute morgen früher da als normal, denn eine knifflige Herausforderung lag vor mir, die mich auch schon gestern nachmittag, den Abend und nachts so zwischendrin beschäftigt hat. Gelöst im Lauf des Vormittags, danach hab ich versucht, alle anderen Tagesafgaben hinzubekommen. Eine Beobachtung: Viele Kollegen haben Zeit, bei mir zu jammern, sich über die viele Arbeit zu beschweren, die sie kaum bewältigen können. Ich hab dafür schlicht keine Zeit. Auch nicht für das Gemotze der Kollegen, denn das hält mich zusätzlich davon ab, rechtzeitig fertig zu werden?

Heute bin ich stolz, denn neben meinem Job hab ich sogar geschafft, für meine ausscheidende Kollegin ein Abschiedsgeschenk zu organisieren, war koordiniert genug, das restliche Team zu mobilisieren, alle noch zu einer Übergabe zusammenzutrommeln. Die Kollegin, die ihren letzten Tag hatte, hat sich gefreut – und gelächelt.

Und dann denk ich mal wieder: stimmt, ich hab echt Stress. Aber irgendwoher hole ich immer wieder die Energie, etwas für andere zu tun. Und das scheint auch mir gut zu tun? Mir über den Stress hinwegzuhelfen? In jedem Fall jammere ich nicht gerne, nur wenns echt zu viel wird! Und ich nehm mir jetzt mal vor, alle anderen auszublenden, vielleicht schaff ich dann meine Arbeit mal in der Zeit, die ich mir eigentlich dafür vornehme? Guter Plan!

PS: ich hätte mal gerne die Zeit, in Ruhe alle Beiträge, die heute auf Facebook, Twitter usw. zum Thema Stress gepostet wurden, zu lesen – aber irgendwie reizt es mich mehr, den Arbeitstag jetzt zu beenden und nicht mehr über Stress anderer Menschen nachzudenken!