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Spruch zum Wochenende: Hasentempo


„Schildkröten können mehr über die Straßen erzählen als Hasen.“
(Khalil Gibran)

Damit ihr das verstehen könnt muss ich ein kleines bisschen mehr ausholen: da ja einer der Nichtenhasen seit Weihnachten im Hasenhimmel ist haben die zwei übrig gebliebenen Meister Lampes große Langeweile. Weshalb die bezaubernde Nichte mit ihrer Mutter beschlossen hat, dass da ein neuer Spielkamerad einziehen muss. Aus einem wurden zwei, ein noch recht junges Brüderpaar – und sie stammen aus meiner näheren Umgebung. So hat die Patentante mal wieder zugeschlagen und die beiden zuverlässig ins neue Zuhause gebracht.

Mein Plan war eine entspannte, eher gemütliche Reise – die Transportbox war höchst luxuriös mit weichem, wohlschmeckendem Heu ausgepolstert, darum reichlich Karotten und Äpfel angerichtet. Zu Beginn der Fahrt bin ich wirklich vorsichtig um jede Kurve gefahren, hab mich eher im Schildkrötentempo bewegt und den beiden Junghasen hinter mir viel erzählt, damit sie was von ihrer großen Fahrt mitbekommen.

Die letzten Kilometer war ich dann aber doch, genervt von den anderen Verkehrsteilnehmern, in einem flotteren Tempo unterwegs. Und beim Ankommen im neuen Hasenzuhause kam mir dieses Zitat, das ich vor vielen Jahren mal im anderen Kontext gelesen habe, in den Sinn – ja, auch ich bin als Schildkröte wohl einfach nicht geeignet.

Paula und die Schwanenfamilie: Vorlese-Geschichten aus der Nachbarschaft

Täglich kommen Paula und Herrchen Andi auf der kurzen Gassirunde an einem Teich vorbei. Der ist gar nicht groß und auch wenig spektakulär. Trotzdem ist Andi in den letzten Wochen immer wieder stehengeblieben, um einem Schwanenpaar dabei zuzusehen, wie sie sich ein großes Nest häuslich eingerichtet haben. Dabei hat er Paula erzählt, dass Schwäne besondere Tiere sind, weil sie als Paar ein Leben lang zusammenbleiben.

Seit drei Wochen ist es im Nest laut geworden, denn das Schwanenpaar hat Eier ausgebrütet – und alle 7 Jungschwäne sind hungrig und müssen gefühlt ununterbrochen gefüttert werden. Dazu haben die geduldigen Eltern ihnen auf dem Teich auch schon das Schwimmen beigebracht. Da hat Paula immer mit etwas Neid zugeschaut, wie die stolzen Eltern mit ihrem noch grauen Nachwuchs Runde um Runde gedreht haben.

Heute ist Paula irritiert, denn das laute Schwanengeschnatter kommt nicht aus dem Nest, nicht mal aus dem Teich. Nein, es kommt vom Asphaltweg, wo die beiden großen weißen Schwäne um ihre 7 Kinder herum watscheln, die in Reih und Glied mitten auf der Straße sitzen. Und sich ausruhen. „Ohje,“ sagt Andi. „Das ist aber gar nicht gut. Die Küken müssen da wieder weg, nicht dass ein Radfahrer oder Autofahrer sie versehentlich erwischt.“ Paula überlegt nicht lange, sie läuft aufgeregt bellend auf die Schwanenfamilie zu und umkreist sie. Erst schlagen die Eltern noch schützend mit den Flügeln. Dann aber ruft die Schwanen-Mama erleichtert: „Du willst uns helfen, toll, vielen Dank. Ich watschle in die richtige Richtung los – und ihr sorgt dafür, dass die Kinder mir nachgehen.“

Gesagt, getan, Paula läuft im Zickzack und weiter bellend hinter den erst zögernden, dann aber eilig watschelnden Küken her. Den Abschluss bildet der Schwanen-Papa. Als alle am sicheren Teich angekommen sind gleiten die Schwäne elegant aufs Wasser. Mit einem herzlichen „Danke Paula“ verabschieden sie sich. Und Herrchen Andi ist stolz wie Bolle: „Paula, was du alles kannst. Bald besuchen wir die Wanderschafe, dann darfst du mit den Schäferhunden laufen.“

Episoden aus (m)einem Autofahrerleben (25)

Mein Autofahrerleben wird zum Glück kontinuierlich und facettenreich bereichert:

  • Smart-Fahrer, die meinen, überall dazwischen zu passen (Merke: selbst lautes hupen „zaubert“ andere Autofahrer aka mich und mein Auto nicht einfach „aus dem Weg“)
  • Radfahrer, die in der Winterzeit ohne Licht fahren – sieht man übrigens „auch“ in kleinen, schlecht beleuchteten Nebenwegen nicht
  • Radfahrer, die über vierspurige große Straßen kreuzen wollen – kommen ins Schleudern, wenn sie den Autos die Vorfahrt nehmen, um dann doch in letzter Sekunde bremsen, wohl, weil sie kapieren, dass sie im Vergleich eine schlechtere Ausgangslage haben
  • Fußgänger, die im Dunklen über vielbefahrene Straßen schlendern das nenn ich mal extrem risikofreudig
  • Arbeiter, die an der roten Ampel erst rübergucken, um dann einen exklusiven Bananen-Blowjob für mich zu performen – ja, was wäre mein Leben langweilig, ohne die anderen Verkehrsteilnehmer …
  • Gerade ist aggressive Fahrweise en Vogue? Ich hab noch nicht entschieden, ob ich den Trend mitmachen will?

Ich bitte mal einfach um etwas mehr Frieden und Rücksicht auf den Straßen. Punkt.

Spruch zum Wochenende: Blechschaden

„Die größte Gefahr im Straßenverkehr sind Autos, die schneller fahren, als ihr Fahrer denken kann.“ (Robert Lembke)

Oder die stehend den Rückwärtsgang einlegen und mal kurz Gas geben. Wenn ich mit Sicherheitsabstand hinter ihnen stehe. Jetzt hat der Peugeot einen Blechschaden.

Und ich ärgere mich. Weil der andere hatte einen Anhänger. Ausgeliehen. Nicht mal eine Schramme. Wenn er den Unfall nicht melden sollte hab ich schlechte Karten … und er hatte 3 Jungs im Auto. Ich war allein unterwegs. Zeugen? Drückt mir die Daumen, dass der andere ein ehrlicher Kerl ist. Danke.