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Musik am Mittwoch: Next to you

Ich hätte nicht geglaubt, dass hier jemals der Name Miley Cyrus fällt … aber: das ist mein Ohrwurm seit Wochen. Passt so gut zu diesem Sommer, laue Abende, Biergarten, Balkon, See, Strandfeeling … Der Sound und ihre rauchige Stimme erinnern mich sehr an einen längst vergangenen Sommer  meiner Teenagerzeit. Meine amerikanische Austauschschülerin Dionne hat mir eine Kassette mit populären Songs mitgebracht, wir saßen bis spät in die Nacht auf dem Balkon, haben gelauscht und mitgesungen. So fühlt es sich an: „But here I am next to you the sky is more blue …“

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Mein Herz tanzt #6


Ich hab mir fest vorgenommen: wenn ich groß bin heirate ich einen Rockstar. Ganz sicher keinen Prinzen. Weil laaaaaaangweilig. Aber so einen King of Rock. Eine Diva und Primadonna in Person, viel zu viel Alkohol, wenig Schlaf und möglicherweise noch so das ein oder andere Übel im Gepäck, eh klar. Wobei: ich könnte durchaus verstehen, sollte sich Caleb Followill Donnerstag ein bisschen wie der Prinz auf der Erbse gefühlt haben. Haben doch die Konzertkritiker ganze Arbeit geleistet und das Münchenkonzert der Kings of Leon nach allen Regeln der Kunst verrissen. Hm. Waste a Moment. Ein vertaner Abend? Ich war da. Eine von gar nicht mal so wenigen. Und bin immer noch geflasht. Und hab sehr viel mehr sehr geile Musik gehört als „nur“ Sex on Fire und Use somebody

Ich mag Calebs Stimme. Sehr. Ich bewundere seine kraftvolle Röhre. Die scheinbar ohne Druck von ganz tief kommt und ganz tief geht. Männlich und gefühlvoll, was er vor allem bei The Runner mit Akkustikgitarre während des Umbaus vor dem roten Vorhang hören lässt. Und Walls. Und Notion. Und und und. Was kann der Kerl musikalisch. Irgendwann hatte er Probleme mit seinen In-Ears, zieht sie einfach ab, singt ohne weiter, jeder Ton sitzt – den Ersatz gabs erst zum nächsten Stück. Selten genug im Rock’n’Roll, deshalb erwähne ichs halt.
Katja Krafts Kritik hab ich gern gelesen, die Frage: „Wie viele Kinder wohl auf seine Kappe gehen? Nicht durch physisches Zutun freilich – allein durch die musikalische Inspiration dieses genialen Songs. Denn meine Güte, ist das eine rauschige Kleider-vom-Leib-reiß-Nummer!“ hab ich durchaus schon vielfach aus unterschiedlichsten Blickwinkeln analysiert. 

Generell: das ist Musik, teilweise wahnsinng schnell, laut, irre. Da steht diese Musikerfamilie, 3 Brüder und ein Cousin, also auf der Bühne, recht unspektakulär: kommen, spielen, irre Gitarren, geilen Bass, krasse Drums – und gehen mit ihren Instrumenten ab. Ja, da ist wenig Interaktion mit dem Publikum, zwischendurch etwas Genuschel, wenige Ansagen, Überleitungen oder Konversation. Hi, we are Kings of Leon. Dass die Kritiker nach Showbands wie Aerosmith, Coldplay, Depeche Mode und Guns’n’Roses (um nur ein paar zu nennen, die in den letzten Tagen vor dem Münchner Publikum gespielt haben …) dafür kritisieren? Ich habe nichts vermisst. 

Dass die 9.000 Konzertbesucher fast kritisiert werden für zu wenig Stimmung, wohl im Vergleich zu den 60.000 am Vortag im Olympiastadion? Fragwürdig. Ja, es gab keine Zugabe, das können wir gerne diskutieren. Für mich war es stimmig, die 4 KoLs haben mich mehr als 100 Minuten mit auf ihren musikalischen Trip genommen, ich hatte von Gänsehaut über „Ich-muss-tanzen-und-mich-im-Rhythmus-bewegen“ und „Wenn-ich-groß-bin-heirate-ich-einen-Rockstar“ bis zu „So-viele-Solos-Staunen“ alle Glücksgefühle, die ich mir gar nicht so geballt erhofft hatte, erleben und auskosten dürfen. Und ich war fasziniert, wie viel Plektrons und Drumsticks und Wasserflaschen die ersten Reihen der Arena abbekommen haben. 

Musik ist und bleibt Geschmackssache, mein Herz tanzt noch etwas zum Sound der Kings of Leon … und wenn ich mal groß werden sollte heirate ich ganz bestimmt einen Rockstar. Oder 2. Oder 3. Oder so.

Glückspilz-Momente (8): Generalprobe

Ich habe ja schon verraten, dass ein Projekt 2017 sein wird, meine Stimme wieder zu bilden. Seit Wochen nutze ich die Zeit im Auto auf dem täglichen Arbeitsweg, um mit Gesangsübungen zu trainieren. 

Dann hatte, wie es der Zufall will, ein „befreundeter“ Chor gestern ein großes Konzert zum runden Jubiläum angesetzt. Vor Ostern meldete sich der Chorleiter bei mir, um anzufragen, ob ich  mitwirken wolle – und ich habe ohne Zögern zugesagt. Habe das gestrige Knzert als willkommene Generalprobe genutzt, als Test, ob die Stimme hält …

Ganz schön gewagt, nach doch mehreren Jahren ohne jegliche Übung …?

Aber unter Druck klappt bei mir ja meistens am besten. Dachte ich so. Freitag vor einer Woche war die erste gemeinsame Probe, die war ganz ok, aber ich habe gemerkt, dass die Noten noch nicht saßen. Die Generalprobe letzten Freitag war perfekt … und auch das Konzert gestern war stimmlich gut, da kam dann aber mein alter Faktor Aufregung dazu. Sehr viel Nervosität, zu spät geschluckt, musste viel zu schnell nach dem Einsatz und insgesamt zu oft Nachatmen. 

Aber: ich bin zufrieden. Generalprobe gut, Stimme da. Jetzt kann die Planung für die Hochzeit des kleinen Bruders so richtig losgehen …

Und dann war der Abend gestern überraschend für mich auch sehr besonders. Obwohl ich in dem Chor immer nur ausgeholfen habe: in den 30 Jahren Chorgeschichte singe ich seit 22 Jahren regelmäßig unregelmäßig mit. Mit wenigen Ausnahmen kenne ich alle, habe mich sehr über die schönen Worte füreinander gefreit, die Wertschätzung, die Anerkennung, die kleinen Überraschungen – ich bin ein wahrer Glückspilz, dass ich ein winziges Stück daran teilhaben darf.

Und wie ich schon öfter beschrieben habe: Musik ist dann am schönsten, wenn man sie gemeinsam macht. Einer allein ist gut, wenn sich andere dazugesellen, entsteht Harmonie. Auch in diesem Chor hat sich aus dem Kinderchor eine Solistin entwickelt. Sie hat weitergemacht, Gesang studiert, lebt wieder in der Heimat und gehört bis heute fest dazu. Ich genieße sehr, mit ihr singen zu dürfen – und darf behaupten, dass unser gestriges Duett ein Höhepunkt des Konzerts war. Ein großer Glückspilzmoment, der unbedingt festgehalten werden muss.

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Ein Beitrag zu den Glückspilz-Momenten im Juni 2017. Danke an die Initiatorinnen Petra, Maire und Mel für den schönen Impuls, Glückspilz-Momente in dieser so treffenden Rubrik festhalten zu dürfen.

Musik am Mittwoch: You take my time

Hab mich in eine Stimme verliebt, Axel Feige – er hat den Vorentscheid zum ESC nicht gewonnen, mich aber stimmlich so überzeugt, dass ich stöbere, und zum Beispiel „She’s like Snow“ gefunden habe. Für mich ein ziemlicher Ohrwurm. Und sein Timbre gefällt mir beim Hören von Mal zu Mal besser …