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Musik & Du 003: Mein Lieblingsweihnachtslied

Aufgenommen zu einem Zeitpunkt, zu dem sehr viele Familien kriegsbedingt nicht miteinander Weihnachten feiern konnten – für mich immer eine kleine Erinnerung daran, dass es nicht selbstverständlich ist, in Frieden zu leben und behütet aufzuwachsen. Nicht überall auf der Welt wird Weihnachten gefeiert – nicht überall ist es möglich, dass Familien zusammen sind. Schadet nicht, sich das öfter mal bewusst zu machen und ein kleines bisschen dankbar zu sein. Have yourself a merry little Christmas … Davon gibt es unzählige Coverversionen, eine sehr soulige Version hat Sam Smith für 2014 veröffentlicht:

Geschmäcker sind bekanntlich verschieden: Der eine hört Last Christmas heute genausogern wie vor 30 Jahren und freut sich auf die stimmungsvolle Christmette. Der andere findet Weihnachten na ja …  Diesen Monat hat Maribel das Thema Christmastime – Dein Lieblingsweihnachtslied gewählt. Und nur zur Info: Ich gehe am 24.12. gern in die Kirche, bei „Stille Nacht“ und „Oh du fröhliche“ im Kerzenschein geht mein Herz ganz weit auf. Und wenn zum xten Mal Last Christmas im Radio kommt? Singe ich lautstark mit … 😉

Familienzeit

Als Teil einer Großfamilie ist man an Trubel zu Weihnachten durchaus gewöhnt. Das Schöne am Erwachsensein ist: man bleibt gerne zu Hause, genießt diese Stunden. Ohne Stress, ohne das permanente Gefühl, woanders mit anderen Menschen in einer anderen Umgebung sein zu wollen. Daheim ist ein Wort, das wohl mit den Jahren an Wert gewinnt?

Für meine bezaubernde Nichte und ihre Eltern gilt das nur für den Heiligen Abend, an den Weihnachtsfeiertagen besucht man jeweils Ona und Opa. Ist also unterwegs und on the road. Da gibts dann noch mal Geschenke für alle, die alle vom 3jährigen Geschenke-Chef-Auspacker vom Papier befreit werden wollen. Um die Geschenke selber geht’s dabei gar nicht so sehr, Hauptsache, viel zu tun. Der gestrige Tag war ansonsten himmlisch harmonisch. Nichte und Tante ein eingespieltes Chaos-Team mit vielen kleinen Geheimnissen, die keiner sonst mitbekommt. Was haben wir gezwinkert und gekichert. Der Opa endlich mal voll gefragt, kurz vor dem Mittagessen beim Malen mit Wasserfarben (bleibt angesichts der Interessen meines Papas wohl einmalig und muss deshalb hier unbedingt festgehalten werden) und später im Stall beim Kühefüttern und versorgen. Es gab eine wohlverdiente Ruhepause, denn alle haben den Mittagsschlaf genutzt, um sich vom schweren Festmahl zu erholen. Danach eine kurze Mädelsrunde in die Dorfkirche, Kripperl schauen und ein paar weihnachtliche Liadl singen. Der Herr Papa war zwar auch dabei, ihm wurde aber sehr schnell das Liedbuch weggenommen und der Oma vorgelegt, „du kannst besser singen“. Und ja, gestern haben zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder 4 Frauenstimmen, 3 Sopran und eine glockenhelle Kinderstimme, unsere Dorfkirche zum Klingen gebracht. Und ob Kling Glöckchen Klingelingeling ein Kirchenlied ist oder nicht war mal sehr nebensächlich – V. kann jeden Ton und alle Strophen.

Der Tag war rum wie nix … Viel zu schnell, so schön war die Zeit. In meiner Kindheit war es übrigens auch der erste Feiertag, damals sind wir zu den Großeltern gereist. Wie alle anderen Geschwister meines Vaters nebst Familien auch. Ruhig wars da eher nicht, in meiner Familie väterlicherseits redet „man“, viel und laut. Wir Kinder waren meist schnell wieder raus aus der Küche, Cousinen und Cousins versammelten sich im Wohnzimmer. Spielen, später auch Fernsehen. Highlight des Nachmittags: die Oma-Weihnachtstüte, für jeden der über 20 Enkel identisch befällt, Geld, Nikolaus, Mandarinen, Erdnüsse, Plätzchen. Und die Brotzeit, mit hartgekochten Eiern und Essiggurken. Und danach wollten wir auch nur noch heim. Komisch, aber diese Nachmittage waren auch mal viel zu lang, und manchmal auch ganz schön langweilig ….
Schlimmer war immer der 2. Feiertag, die Einladung zu den Großtanten, Schwestern meiner Oma mütterlicherseits. Da gabs eine ordentliche Kaffeetafel, oft Torte, Kaffee, Kuchen. Wir Kinder mussten leise und gesittet sein – äh ja, genau. Es gab außer nach draußen gehen keine Spiele, und da durften wir nicht in den Dreck, weil sonst geschimpft wurde… Ach, was waren wir froh, wenn Weihnachten endlich rum war? Kaum zu glauben!

Freu mich heute sehr auf den Abend, leckeres Essen (was sonst?) und einen kleinen Kreis liebster Menschen. Weihnachtszeit ist so kostbar!

Spruch zum Wochenende: Weihnachtsfeierei

Heute ist Freitag der 13., ein tolles Datum, 13.12.13, die Adventszeit schon zu mehr als der Hälfte rum – und gefühlt bin ich fast im Wochenende. Diese Woche ist im wahrsten Sinn des Wortes an mir vorbeigeflogen. Es ist unglaublich, wie sich die Kombination aus viel zu tun, dicke Nebelsuppe (Tag und Nacht waren die letzten Tage nicht voneinander zu unterscheiden) und Abendtermine anfühlen, als ob eine Woche wie ein einziger Tag ist? Und zu allem Übel dann gestern auch noch Firmen-Weihnachtsfeier. Früher Schluss machen, obwohl so viel liegenbleibt, aaaahhh! Und wieder mal hab ich gelernt, dass manches so unerwartet gut werden kann, obwohl die Erwartung sehr niedrig ist?

Nach einem himmlischen Abendessen hieß es schnell, schnell, schnell – wir dürfen nicht zu spät kommen. Für uns sind Plätze reserviert, obwohl man das im Heppel und Ettlich eigentlich nicht kann. Dann kommt die große Überraschung: ein musikalischer Abend, quasi ein Weihnachtskonzert – aber ganz anders als erwartet. Mit einem großartigen Musiker, Kabarettisten und Stimmenimitator. Der die bekanntesten Weihnachtslieder „frei“ interpretiert. André Hartmann kannte ich bislang nur als witziges Ude-Double vom Nockerberg. Der musikalische Part seines Künstlerlebens ist aber scheinbar viel interessanter, im Programm „Morgen kommt der Hartmann“ gibts alle Weihnachtslieder, die normalerweise im Supermarkt dudeln, ganz neu gemixt, mal miteinander, nebeneinander oder übereinander gespielt. Mal in der Version eines Hotelbar-Pianisten, mal durch alle Klassiker gezogen – oder auch von Udo Lindenberg, Inge Meysel oder Hans Moser „gesungen“. Dazu kamen Herr Seehofer, Herr Ude, Herr Schröder und noch ein paar andere bekannte Stimmen auf einen Sprung vorbei. Es war soooooo toll. Wir haben alle sooooo viel gelacht. Normalerweise gehe ich ja in der Adventszeit immer gerne einmal in ein klassiches Weihnachtslieder-Konzert, ich glaube, das schaffe ich dieses Mal nicht. Ist aber nach dem herrlichen Abend gestern gar kein Problem: ich hab alles gehört und so viel und so herzlich gelacht. Und mein ganz persönliches Dankeschön gibts natürlich noch für meine gewünschte Zugabe – das war, wie „Stille Nacht“ in einer chinesischen Variation á la Hartmann – einfach unglaublich. Ein ganz besonderer Moment.Und keine Sorge, wir haben schon wieder vergessen, dass alle Weihnachtslieder eigentlich von Peter Maffay sind, oder wie war das noch mal genau? 😉

Sehr zu empfehlen, ich bin nicht sicher, ob es wirklich noch Karten gibt, aber für alle spontanen Münchner: für Samstag kann man unter diesem Link wohl noch reservieren. Und einen tollen, tollen, tollen vorweihnachtlichen Abend der ganz anderen Art erleben.

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Und dann hätte ich zum musikalischen Hochgenuss noch einen passenden Spruch zum Wochenende gefunden: „Schöne Lieder und manch warmes Wort, tiefe Sehnsucht und ein ruhiger Ort. Gedanken, die voll Liebe klingen, Weihnachten möcht ich genau so und nicht anders verbringen.“ (Verfasser unbekannt, leicht abgewandelt ;-))