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Brief an einen väterlichen Wegbegleiter und Freund

Man lebt zweimal: das erste Mal in der Wirklichkeit, das zweite Mal in der Erinnerung. (Honore de Balzac)

Lieber Micha,

Abschiede tun weh, wenn sie dauerhaft sind. Wenn ein lieber Mensch stirbt, dann bleibt man zurück. Ich bin heute sehr traurig, weil ich dich nie wieder neben meinem Schreibtisch sitzen haben werde, dein Schmunzeln vermisse ich schon jetzt. Deinen scharfen Verstand, deinen einfachen Blick auf die Welt, deine unglaubliche Fähigkeit, komplexe Themen so zu analysieren, dass es wirlich jeder verstehen kann. Dazu deine Fröhlichkeit, deinen Humor, deine durchaus nicht immer charmante Ehrlichkeit.

Ich bin traurig, weil du gegangen bist. Aber ich respektiere, dass der Krebs zu stark war. Ich akzeptiere, dass deine Krankheit nicht heilbar war. Ich verstehe, dass du gegangen bist. Dass du nicht mehr konntest. Und trotzdem bis zuletzt nie die Hoffnung verloren hast, anderen Menschen Mut gegeben hast und immer der geblieben bist, der du immer warst. Jetzt bist du einen Schritt weiter, hast keine Schmerzen mehr.

In meinem Herzen und in meiner Erinnerung wirst du weiterleben.