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Spruch zum Wochenende: 3. Advent

Gestern, ein hektischer Tag – draußen schien die Sonne, drinnen knirschte es die letzten Stunden vor dem Urlaub „im Gebälk“ – wie man so schön sagt. Der eine bringt meine Planung ins Wanken, etwas wird abgesagt und ich muss spontan umkoordinieren, Kunden, die nicht erreichbar sind, eine Entscheidung, die mir nicht leicht fällt, die aber aus Effizienzgründen notwendig ist, die angefangene Übergabe muss noch mal komplett überarbeitet werden …

Dann los, die Weihnachtsfeier wartet. Und plötzlich durfte ich ruhig werden. Der Kopf wurde leer, die Augen groß, ein schönes Staunen, Freude machte sich breit. Ich konnte den Abend oder besser die Nacht mit den Kollegen so genießen, was haben wir gelacht, was ging es uns gut.

Das Herz war randvoll, Danke für die tollen Menschen, mit denen ich arbeiten darf. Es hat zum Abschluss dieses sicher nicht immer einfachen Jahres so gut getan – und wir wurden so verwöhnt.

Zu unseren Gesprächen und zum Abend insgesamt passen diese Worte als Spruch zum Wochenende:

„Das Geheimnis der Weihnacht besteht darin, dass wir auf unserer Suche nach dem Großen und Außerordentlichen auf das Unscheinbare und Kleine hingewiesen werden.“ (Unbekannt)

Ein schönes 3. Adventswochenende euch allen

Wie ein Regenbogen, aber eben keiner

Ein Phänomen, das uns Mädels bei einem Ausflug an den Starnberger See an einem sehr klaren, fast schon heißen Herbsttag vor Jahren sehr begeisterte, waren regenbogenfarbene Wolken am Himmel. Also kein Regenbogen, sondern wirklich nur eine Art „Regenbogenloch“ im Himmel in allen Farben … Wir haben damals stundenlang nach oben  geschaut und gestaunt. Seitdem beobachte ich ein ähnliches Phänomen hin und wieder bei Vollmond. Oder an besonders farbintensiven Abendhimmeln. Und die Erklärung ist so einfach wie spannend: das sind sogenannte irrisierende Wolken, die durch die Beugung von  Lichtstrahlen an Wassertröpfchen oder Eiskristallen entstehen. Und in allen Farben erstrahlen. (Originalbilder von damals muss ich nachliefern, meine Ordnung muss es irgendwohin verschoben haben, wo ich es gerade aktuell nicht finde, hmpfff?!?)
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Kathie fragt, was uns in der Natur zum Staunen bringt. Ich hab mich über ihr Projekt sehr gefreut, und finde, da sind ein paar schöne Wunder der Natur dabei, auch einige, die ich überhaupt nicht kannte. Und die ich schon deswegen zum Nachlesen empfehlen möchte.

Von Kindern lernen: Staunen

Habt ihr in letzter Zeit mal ein Kind beim Staunen erlebt? Davon kann man sich so viel abschauen. Als Erwachsener tendiert man ja zu einer abgeklärten Verhaltensweise. Staunen ist eher so ein innerliches Ding, bemerke ich zumindest hin und wieder. Dabei ist es so toll, einen Augenblick staunend zu verharren, zu bewundern, ehrfürchtig zu bemerken. Die Ankunft der Störche zum Beispiel, Schmetterlinge beim Flattern, wie viele Knospen gerade an den Bäumen sprießen. Wie viele Ameisen in einem Hügel leben. Wie der Sturm mächtige Bäume zersplittert hat, als ob man einen Zahnstocher auseinander bricht …

 

 So ein Moment des Staunens hat viel mit Aufmerksamkeit zu tun, mit Begeisterungsfähigkeit, mit Zeit. Nichts ist selbstverständlich, das Staunen eines Kindes macht das manchmal überdeutlich. Und wenn dann noch so viele Fragen kommen, und man nicht auf jede Antworten kann: genau das beweist doch, dass diese Ehrfurcht, der offene Mund, die großen Augen gerechtfertigt sind. Staunen ist toll, auch wenn es nicht das eigene Staunen ist. Es öffnet den Blick, macht die Welt bunter und lässt uns intensiver erleben. Erstaunlich 😉

Mein Herz tanzt #2

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Lieber Rea Garvey,

du bringst mein Herz zum Tanzen. Are you ready to rock? Danke für einen unvergesslichen Abend, danke für eine Band, die in jeder Sekunde gerockt hat. Danke für die Menschen, die du in deinen Konzerten zusammenbringst. Danke für deine Worte und Gedanken, über Menschlichkeit, über ein Miteinander, über Freundschaft, über das Wesentliche. It’s a good life. Ich hab dich nicht zum ersten Mal live erlebt, im Gegenteil. Zum Beispiel noch als Teil von Reamonn, 2007 an gleicher Stelle im Zenith. War eine ähnlich kalte Winternacht. Auch ganz schön gut. Aber sonst alles ganz anders. Keine Frage, das jetzt bist du. Das ist deine Musik. Deine Harmonie, deine Worte, deine Aussage. Ich liebe das besondere Timbre deiner Stimme, ich mag das Kraftvolle, das du vom ersten bis zum letzten Ton durchziehst. Die Mischung aus so vielen Stilen. Was hast du jeden, der da war, mitgenommen in deinen Kosmos, der voll Musik und Leben ist. Deine Bühnenpräsenz ist, trotz Affentanz, so kraftvoll, so positiv. Plakate und Banner irritieren dich, trotzdem hast du Zeit für Emilys großes Kompliment gefunden. Und irgendwie hat sie damit das in Worte gefasst, was so viele denken: „Rea Garvey, du bist der Größte“. Vielleicht jetzt nicht so die Größe an und für sich, aber deine Selbstverständlichkeit, dein Humor, die Wertschätzung für deine Konzertbesucher, jeden Mitwirkenden. Deine Aufmerksamkeit, die Details, aber auch das Unerwartete.

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Deine geplante Überraschung: plötzlich bist du mitten in der Halle, kletterst zum Techniker hoch. Dann ungeplant der Lauf mitten durchs Publikum zurück zur Bühne, einen Meter an uns vorbei. Fast hätt ich dich berühren können, war aber zu abgelenkt von dem netten Security-Mann, der dir mit einer winzigen Taschenlampe … ja, was genau, den Weg geleuchtet hat? Wozu? Du weißt ganz genau, wo du hin willst. Ganz ehrlich: ich bin stolz, dass ich deine Musik schon so viele Jahre verfolgen darf. Schön, wenn ein Musiker sich bei seinem Publikum bedankt, mit Worten und Zugaben. Viel besser, wenn man einem Künstler durch seine eigenen Worte etwas zurückgeben kann: And I know that I’ll miss you when you’re gone (As you go).

Mein Herz tanzt weiter:

– weil der Körper noch so sehr im Rhythmus schwingt und ich mich einmal mehr vor Musikern verneige, die so viel Spaß an ihrem Konzert hatten, dass man es gesehen, gehört und gespürt hat.

– weil 6 von 7 Schwestern extra aus Irland zu einem Konzert des Bruders anreissen. Das war ein besonderer Konzertabend!

– weil der Moment, als der Dutt aufgelöst wurde, von so vielen mit Schmachten und Seufzen begleitet wurde 🙂 …

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Was für ein intensiver Konzertabend. Was haben wir gehört, gesehen, gefühlt, gestaunt, geliebt, gelacht. Und jeden einzelnen Augenblick ganz tief genossen. Und mein Herz tanzt, vor Glück, vor Freude, vor Erinnerung. Voll Dankbarkeit. Voll Vorfreude.

God bless

PS: irgendwie haben die Konzertfreundin und ich einen guten Lauf? Ich freu mich drüber! Sehr! Bis zum nächsten Mal 🙂