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Zwischenepisode Feierabendverkehr

… eigentlich hab ich ja längst genug Stoff für den Start meiner Episoden aus dem öffentlichen Nahverkehr gesammelt. Aktuell bin ich aber aus Gründen aufs Auto umgestiegen. Nur soviel: ich hab da was. Schon eine geraume Zeit. Einen undefinierbaren Schmerz im Schienbeinbereich. Es gibt keinen ärztlichen Befund, aber die Empfehlung, mich und das Bein gründlich zu schonen. Mach ich. Und gondle seit einer Woche mit dem Auto durch München. Meistens ganz ok. Aber gestern, am Tag des Glücks, da standen wir Autofahrer ganz schön dumm rum.

Der Feierabendverkehr war gefühlt einmal rund um München komplett ausgebremst. Und hat ja auch was von Glücksgefühl, wenn man endlich endlich endlich aus dem Tunnel raus ist und dem Sonnenuntergang mit Blick aufs Olympiastadion entgegensteht … ich hab übrigens statt theoretisch 30 Minuten ganze 2 Stunden nach Hause gebraucht.

Vermutlich genauso lang, wie der italienische Flitzer, gefahren von einer jungen Dame. Zum ersten Mal fiel sie mir auf, weil sie im Tunnel eine dritte Spur aufgemacht hat – und dabei beinah einen Motorradfahrer umgeleitet hätte. Später fuhr sie einige Mal recht zackig auf der Abbiegespur am Stau vorbei – um sich kurz vor knapp wieder blinkend einzuordnen. Schließlich hat sie noch zwei Mal die rote Ampel genommen – und jedes Mal hab ich sie kurz später wieder überholt. Ganz ohne Eile 😊

Umso mehr genieße ich heute: fließend heim, Abendessen verspeist, Mittagessen für morgen fertig im Kühlschrank, den Aua-Fuß hochgelagert, … Glückskind-Ich!

Episoden aus (m)einem Autofahrerleben (18)

Es gibt diese Tage, an denen man am liebsten Bahnfahrer wäre. Einsteigen, sich im gemütlichen Sitz zurücklehnen, den Blick aus dem Fenster schweifen lassen, die Gedanken auf alles und nichts lenken. Ankommen, aussteigen. Gut is.

In solchen Momenten sitze ich meist im Auto, nix geht mehr, weder vor, noch hinter mir. Um mich rum staut es sich, es stürmt. Aus irgendeinem Grund stockt der Verkehr. Dann kommt im Radio der aktuelle Spot: Bahnfahren, schneller ankommen, sich um nichts kümmern müssen, und günstiger ist es auch noch.

Na ja, also im Idealfall. Weil ein paar Augenblicke später kommt dann die Durchsage, dass auch die Züge stehen oder Verspätung haben. Ein paar Strecken durch umgestürzte Bäume nicht bedient werden. Und und und.

Spätestens, wenn dann der Verkehr wieder fließt, ich warm im Auto sitzen darf, meine Musik, meinen Radiosender hören darf, ich mich zwar langsamer als sonst, aber dennoch vorwärtsbewege – dann bin ich auch wieder ein kleines bisschen dankbar.

Und eine Beobachtung: Sturmnächte entfesseln auch viele Autofahrer, kein Spaß!

Episoden aus (m)einem Autofahrerleben (11)

Alle, die viel im Auto unterwegs sind, kennen die jetzt von mir erzählte, weil heute morgen erlebte Geschichte. Ich fahre auf der Autobahn, erlaubt sind 120 km/h, ich bin auf der linken Spur, das Fahrzeug vor mir überholt, wie ich auch, die Kolonne von Lastwägen auf der rechten Spur. Auf der Gegenfahrbahn war ein Unfall, ein Fahrzeug liegt verkehrt rum auf der Spur neben uns. Es hat sich ein langer Stau gebildet. Der Autofahrer vor mir erschrickt wohl … und bremst ohne jeglichen ersichtlichen Grund scharf ab. Auf unter 60 km/h. Vor ihm ist weit und breit kein anderes Fahrzeug. Die Kolonne rechts überholt uns, aber der Autofahrer vor mir fährt stur und viel zu langsam weiter, schließlich will er in Ruhe die links im Stau stehenden beobachten …

Ja, ich habe irgendwann rechts überholt. Steh ich auch dazu. Und ganz ehrlich, das ist ein absolutes No-Go, ich habe das Kennzeichen und habe zumindest kurzfristig darüber nachgedacht, ihn zu melden. Autofahrer wie dieser sind es, die Folge-Unfälle auf der Gegenspur verursachen. Böse Zungen würden sie auch als Gaffer bezeichnet. Und mir fehlen einmal mehr die Worte, wie sehr ich mir wünschen würde, in diesem Moment eine Funktionalität zu haben, um dieses Verhalten im Straßenverkehr so laut kommentieren zu können, dass er sich damit konfrontiert und auch bloßgestellt sieht.

Jemandem einen Spiegel vorhalten, auch im Straßenverkehr, würde sicherlich nicht schaden?

Episoden aus (m)einem Autofahrerleben (8)

Während die Medienwelt aktuell vor Sturmtiefs, Blitzeis, Schneechaos und sonstigen widrigen Straßenverhältnissen warnt bremst mich simple Technik aus. Seit Weihnachten stand ich schon Stunden. Im Stau. Jeweils vor einem Tunnel, nein, eigentlich vor zweien. Fahrtrichtung egal. Der Tunnel? Gesperrt. Rotes Ampellicht. Aber nicht wegen eines Unfalls. Oder Schnee. Oder Eis. Oder echten Gefahren, die ein Durchfahren verhindern …

Die beiden Tunnel auf der A96 zwischen München und Landsberg haben eine „super“ Höhenmessung bekommen. Wenn ein LKW zu hoch ist. Aber auch, wenn an einem LKW eine Plane weht, vielleicht reicht auch Spritzwasser? Löst der Höhenmesser aus. Und sperrt den Tunnel. Meist ist der Verursacher längst auf und davon, aber die Verkehrsteilnehmer dahinter, die stehen. Kann auch mal länger dauern … aber dafür installieren sie ja ganz bestimmt auch eine technische Lösung. Also eine, die mir meine sinnlos stehende Zeit „vertreibt“, oder?