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Unterwegs im Lager: Momentaufnahmen von der Landshuter Hochzeit 2017



An den Wochenenden der Landshuter Hochzeit füllt sich das Lager im Zehrplatz mit mittelalterlichem Leben. Festlicher Schmuck und Blumen zieren jeden und alles. Die Kostümierten sind durch einen Zaun von den Zuschauern getrennt, wird oft abfällig mit "Wie im Zoo" verurteilt, ermöglicht aber vor allem uns Zuschauern einen Blick aufs mittelalterliche Treiben ohne Jeans und Kameras. Hab ja schon mehrfach geschrieben, dass ich es gut finde, wie getrennt wird zwischen mitwirkenden Rollen und Gästen.


Überall wird Feuer entzündet, das normale Volk ebenso wie die Zigeuner beginnen mit den Vorbereitungen fürs festliche Mahl. Doch halt, auch andere Hausarbeiten müssen noch rechtzeitig vor dem großen Fest erledigt werden. Eine Zigeunerin flickt das zerrissene Hemd des Herrn Gemahl – soll doch nicht in Lumpen zu Herzogs Hochzeit gehen. Und dann verrät sie das Geheimns des Zapfens, das ist eine Art Nadelkissen, gotisch. Nur Nadeln und Faden stammen aus der Neuzeit.



Während die Erwachsenen das Essen vorbereiten, Tische decken, einen Schwatz halten genießen die kleinsten das Lager als riesengroßen Spielplatz …





Entdeckt …!
Am Pranger stehen – kann ich …


Hopp, hopp, hopp!

Komm mit, ich zeig dir was!

Ich glaub nicht, dass ich ein Fürst werden will, oder Papa?

Vielleicht werd ich Prinzessin, wenn ich groß bin?

Ich bin dran … nein ich, nein ich.

Lustig ist das

Auf einen Ratsch vorbeigekommen

Essen fassen

Schweinshaxe mit

Feierlich geschmückt

Und, wie dick dürfen die Scheiben vom Rollbraten heute sein?

sein?






Und mit etwas Glück gibt's einen Probierhappen über den Zaun gereicht – köstlich 😋

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Polnische Küche

Nicht, dass ich vegetarisch lebe, aber Fleisch ist eher die Ausnahme auf meinem Speiseplan. In Polen habe ich den Eindruck mitgenommen, dass Wurst und Fleisch recht häufig auf den Tisch kommen, auf dem Weihnachtsmarkt ist mir immer wieder aufgefallen, wie sich Schweinshaxen und große Fleischspieße türmten, die Ausschau nach Gemüse wurde nur an einem Stand befriedigt, sonst diente es eher der Zierde.

Jetzt ist es aber so, dass ich in Krakau, genauer gesagt im Restaurant Winestone im Mercure Hotel Stare Miasto, das leckerste Fleischgericht seit langem gegessen habe. Es nennt sich „Maczankę Krakowską”, stammt aus dem 16. Jahrhundert, also aus der Herrschaftszeit der Jagiellonen-Dynastie, und damals wie heute ist es köstliches „Fastfood“. Braucht aber Vorbereitung, denn das Schweinefleisch wird lange geschmort. Mit Zwiebeln und Gewürzen, früher sicher im Kessel, heute wahrscheinlich in einem Bräter? Wenn man nach Bilder oder Rezepten sucht findet man unterschiedliche Varianten, manche sehen wie simple Burger aus, andere wirken wie ein Döner, oder oder oder. 

Ich habe von meiner wohlschmeckenden Kostprobe dummerweise kein Bild gemacht. Da ich mir vorgenommen habe, es im Holzofen nachzukochen, habe ich etwas nach Zubereitungstipps gesucht, hier mein Versuch, die ausschließlich polnischen Infos für mich in ein Rezept zu übersetzten:

  • Schweinefleisch, für Gulasch geeignet, mit Pfeffer, Salz, Paprikapulver, Kümmelpulver und Majoran gut würzen, rundrum scharf anbraten.
  • In einem Bräter Zwiebelspalten, etwas Knoblauch, Wacholderbeeren und Lorbeer ebenfalls scharf anbraten.
  • Das Fleisch dazugeben, mit etwas Brühe ablöschen und solange bei gleichbleibender Temperatur garen, bis es zerfällt.
  • Etwa die letzte halbe Stunde rote Beete und Gewürzgurken kleingehackt dazugeben und mitköcheln lassen.
  • Jetzt das Fleisch in Portions-Stücke bzw. Scheiben zerteilen, je auf einer Portion eine Scheibe Schafskäse backen.
  • Mit einer Scheibe frisch gebackenem Brot oder in einer „Semmel“ anrichten, das mit Käse überbackene Fleisch kommt auf den komprimierten Sud.
  • Wer mag kann mit etwas Cranberrysauce noch einen weiteren fruchtigen Akzent setzen.

Falls noch jemand Ergänzungen oder Anmerkungen hat freu ich mich, ansonsten werde ich einfach – ja, wieder im Holzofen – testen, weil: es war „so was von guad“ – mich wundert, dass ich weder auf Englisch noch auf Deutsch Rezepte entdeckt habe? Wahrscheinlich zu einfach?  

Ach ja, an Weihnachten isst man in Polen traditionell übrigens so im Schnitt 12 Gänge, an Heiligabend. Mindestens 3 Fleischgänge … na dann?!