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Musik am Mittwoch: Ich wollte nie erwachsen sein

Peter Maffay und Katie Melua … zwei Stimmen, die berühren. In der Variante kann ich förmlich spüren, wie die beiden die Musik zwischen sich vibrieren lassen. Und den Song leben. Peter Maffay hat einmal gesagt, dass Musiker das Privileg genießen, mit Tönen weiter spielen zu dürfen wie alle früher im Sandkasten, hat was, der Gedanke?

Paula und der Eisvogel: Vorlesegeschichten aus der Nachbarschaft

Seit ein paar Wochen fühlt sich Paula öfter mal beobachtet, wenn sie mit ihrem Herrchen Andi den Weg am kleinen Bachlauf entlanggeht. Fast ein bisschen unheimlich ist es ihr. Häufig meint sie, dass da etwas blaues fliegt – aber so richtig einschätzen kann sie das, was sie sich vielleicht auch nur einbildet, nicht.

Heute ist ein besonders schöner Tag. Die Sonne strahlt vom eiskalten, glasklaren Himmel. Schön ist das. Herrchen Andi setzt sich deshalb auf die Bank, die vor einer kleinen Schleife im Bachlauf steht. Beide Spaziergänger, Herrchen und Hundemädchen schließen die Augen und lassen sich die Sonne auf den Pelz scheinen. Tut das gut, hach.

Da, Paula blinzelt. Auf einem Ast glitzert etwas. Noch leuchtend blauer als der Himmel ist das kleine Wesen. Erst öffnet sie ein Auge, dann auch das zweite. Andächtig sagt sie: „Du bist aber schön. Was für ein wunderbares blau, und orange, und dazwischen ein paar weiße Federn. Und die Zeichnung. Du bist wirklich besonders schön.“ Ehrfürchtig bestaunt sie das kleine Wesen mit seinem außerordentlich schönen Federkleid …

Der Vogel antwortet nach einem kurzen, vorsichtigen Zögern. „Ansichtssache. Dir gefällt, was du siehst, ich muss aber besonders vorsichtig sein, weil ich so auffällig leuchte. Im Sommer kann ich mich gut verstecken, aber jetzt über den Winter sieht mich jeder …“. „Ach, dann spielst du mit mir schon die ganzen letzten Wochen verstecken? Jedes Mal, wenn ich einen leuchtenden Punkt entdeckt habe, warst das du. Aber bis ich etwas erkennen hätte können, warst du schon längst wieder weg. Keine Sorge, dich entdeckt man nicht so leicht.“ meint Paula.

„Wenn man es so sieht, hast du recht. Und gut, dass du mir das sagst, denn vor allem wenn ich Hunger habe, bin ich immer nicht sicher, ob meine Vorsicht ausreichend ist“ antwortet der Eisvogel. „Dann lass uns das ab sofort als unser Spiel sehen,“ schlägt Paula vor. „Gerne,“ antwortet ihr neuer Freund, „und manchmal werd ich mich dir auch zeigen. Aber du weißt ja, dass ich trotzdem um dich herum bin, auch wenn ich mich nicht blicken lasse.“

Paula freut sich – und ein kleines bisschen ist sie auch erleichtert, dass sie sich nichts eingebildet hat. Ab sofort weiß sie, dass sie ihren kleinen farbenfrohen Freund, den Eisvogel, auch dann an ihrer Seite hat, wenn sie ihn nur für einen winzig kurzen Augenblick wahrnimmt. Wie ein guter Freund, der auch nicht immer bei dir sein kann, aber dich im Herzen immer begleitet …

Familientraditionen: Schule spielen

Seit kurzem machen die bezaubernden Nichten gemeinsam Hausaufgaben. Weil 2.0 einfach so lange vor der Tür nervt, darf sie jetzt immer mit ins Lernzimmer. Dort gibt die große der kleinen Schwester genug, damit sie für die Dauer ihres Lernens mit beschäftigt ist. Und so wird einträchtigst gelernt …

Das war schon mal vor 70 Jahren bei meinen beiden Onkeln, den ältesten Brüdern meines Papas so: als der Älteste in die Schule gekommen war wollte der Zweitälteste immer mit ihm Hausaufgaben machen. Als er später selber was aufhatte? War der Ehrgeiz deutlich geringer 😉

In meinem Fall hab ich diese Tradition etwas anders ausgeübt. Hab ich hier schon mal ausgeplaudert, dass ich als Kind erst im Schulalter angefangen habe, mit Puppen zu spielen? Und eher nicht sehr klassisch – sie wurden an Schulbänke gesetzt und ich stand als Lehrerin an der Tafel. Ich muss gestehen, dass ich sehr streng war und Null Verständnis hatte, wenn sie die Antwort nicht wussten oder nicht mitkamen …

„Fließend“ Homeoffice

Während Nichte 3.0 geboren wurde war ich da, damit 1.0 und 2.0 „normalen“ Alltag hatten. Aktuell bedeutet das, dass 2.0 nicht in die Kita oder zum Spielplatz darf, die große Schwester darf nicht in die Schule oder sich mit Freunden treffen. Beiden fehlt das, so richtig. Die jüngere macht das Beste draus, spielt im Sekundentakt was anderes und braucht immer das, was gerade verräumt ist. Oder sie geht schaukeln, schaukeln geht immer und stundenlang – aber das klappt dummerweise noch nicht allein. Da brauchts eine Anschubserin. Jetzt.

Die Große hat eine tolle Lehrerin, die für die Viertklässler ein Wochenprogramm erstellt hat, das sie „selbstorganisiert, bearbeiten können. Sie soll schließlich, auch wenn grad keine Normalität herrscht, zumindest ein paar Stunden für die Schule lernen.

Fragt man die jetzt ja mittlere nach hören großen Schwester, dann erklärt sie fließend, dass „Noni“ (ja, auch die Namen ändern sich) im Homeoffice ist. Ob die im Büro im obersten Stockwerk wirklich nur schulisches tut? Hm. Tja. Ich würde mal diplomatisch sagen: auch. Wobei jede Ablenkung hochwillkommnen ist. Und am Allerliebsten nehmen beide großen Schwestern grad „ihr“ Baby in den Arm. So geht Geschwisterstolz.

… Auch wenn der Lagerkoller immer nur ein paar Zentimeter entfernt scheint, im Großen und Ganzen wissen die zwei ihr Zuhause schon sehr zu schätzen. Immerhin hat die bezaubernde Nichte ohne jeglichen erwachsenen Impuls festgestellt, wie gut es ist, Haus und Garten zu haben. „Coco, stell dir mal vor, wir hätten nur eine winzig kleine Wohnung, ohne Balkon …“. Ja, das wäre in der Tat was ganz anderes. Und schon erkennt eine 9jährige, dass Dankbarkeit, für das was ist, angebracht ist, statt sich nach etwas zu sehnen, was man nicht braucht.