Schlagwort-Archive: single

Das mit den Dating-Portalen

Irgendwann mal hab ich mich, wie bestimmt jeder Single, auf Datingportalen angemeldet. Nach einigen höchst amüsanten sowie einigen überaus langweiligen Erlebnissen und der Erkenntnis, wie zeitaufwendig dieses Dating ist, war mir das dann aber zu unentspannt – und ich hab mich abgemeldet. Oder wo das nicht so recht funktionierte eben nicht. In jedem Fall bin ich seit vielen Jahren null aktiv. Seit letzten Sonntag bekam ich von einem dieser Portale Mails – die ich als Spam ungelesen löschte. Gestern dann eine E-Mail von meiner Jugendliebe. Warum ich denn auf seine Einladungen auf dem Datingportal nicht reagiere? Ich zurück: „Was machst du denn auf einem Datingportal?“ Antwort: „Daten, ich bin nämlich wieder Single.“ So erfährt Frau also im Jahr 2015, wenn Ex-Freunde „wieder auf dem Markt“ sind? Und er hat mein jahrelanges Profilbild erkannt … 😊

#Wasanderswäre

Bin bei Wolke Rosa über ein nachdenkliches Blogstöckchen gestolpert, die Geschichte dazu lest ihr am besten direkt dort nach. Nach dem Lesen fing das Gedankenkarussel an – und deshalb mach ich hier weiter. Ich finde es ja prinzipiell spannend, über völlig aburde, da unmögliche, Dinge zu philosophieren. Deshalb: los gehts –

Was wäre anders in deinem Leben, in deinem Alltag, wenn du ein Mann wärst?
Mein Papa hätte einen erstgeborenen Sohn gehabt, das hätte so im dörflich-bayrischen Leben der 70er schon etwas an seinem Ansehen verändert. Ob wir 5 Kinder wären wage ich zu bezweifeln, meine Mutter wollte zwar viele Kinder, aber war ja schon so, dass nach 3 Mädels unbedingt noch ein Bub hergemusst hat. Jetzt war ich nie sehr damenhaft, im Gegenteil: wollte seit ich mich erinnern kann lieber ein Junge sein. Meine Kindheits-Freunde wären also wahrscheinlich die gleichen Jungs aus der Nachbarschaft gewesen. Hm, ob ich auch schon mit 9 verliebt gewesen wäre? Mein erster Kuss, ja, der wäre definitiv anders gewesen, denn ich wäre der unerfahrene Junge gewesen, dem seine Freunde vorher erzählt hätten, dass man mit der Zunge möglichst wild im Mund gegenüber herumrühren solle. Ansonsten wär ich wahrscheinlich ein äußerst mittelmäßiger Fußballer geworden, hätte genauso wenig gewusst, was ich mal werden will – alles reine Spekulation.

Was tust du nur deshalb, weil du eine Frau bist?
Ich beantworte die Frage, warum ich keine Kinder habe. Das ist glaube ich echt so ein Frauending? Also ich weiß nicht, ob die Frage auch so häufig an Männer gestellt wird? In jedem Fall bekomme ich sie regelmäßig zu hören – und statt einfach lächelnd „Weil es so ist“ zu sagen gebe ich Antworten, versuche es begreiflich zu machen. Wissend, dass es meine Entscheidung ist, und deshalb niemand anderen zu interessieren hat …

Was tust du nicht / welche Dinge lässt du lieber, weil du eine Frau bist?
Eigentlich nichts, ich hatte mal eine Phase mit hohen Hacken, das lass ich aber seit meinem Bänderriss schön wieder sein:-)

Durch welches Klischee fühlst du dich persönlich beeinträchtigt?
Ich gehe nicht gerne shoppen, im Gegenteil. Bin fast nie geschminkt oder zurechtgemacht, laufe aber noch lange nicht schlampig herum. Und was mich richtig nervt, ist, dass ich als weiblicher Single „einfach zu wählerisch“ bin, mich für was Besseres halte … Gehts noch?

Erzähle von einer Situation, in der du bemerkt hast, dass es von Vorteil ist, zur Gruppe der Frauen zu gehören.

Ich habe mein Studium als Bedienung finanziert und definitiv spendiert man(n) einer weiblichen Bedienung Trinkgeld

Gibt es Situationen, in denen das Geschlecht keine Rolle spielt?

Das ist doch immer sehr vom eigenen Blickwinkel und der Einstellung abhängig? Wenn ich mich selbst über mein Frau-/Mannsein definieren möchte, dann wird auch meine Umgebung auf mich als Frau/Mann reagieren? Oder eben nicht.

Die „Suche“ nach dem „Richtigen“

„Du findest schon noch den Richtigen …“. Aha. Gibts den denn? Existiert der? Für jeden Menschen? Also in echt? Und muss man/frau die/den Richtige(n) finden, um ein glückliches Leben zu führen? Es gibt eine Menge Tipps, Anregungen, gute Wünsche, Ideen – aber auch eine ganze Menge dummes Geschwätz (Highlights immer wieder: Top10-Tipps – so findest auch du den Richtigen), das man sich als Single, ob weiblich oder männlich und unabhängig vom Alter immer mal anhören muss. Fast immer unaufgefordert. Ja, ich hab schon Situationen erlebt, in denen mich nur mein weiterlaufendes Gedankenkarussell von einer deutlichen und ganz sicher unhöflichen Antwort abgehalten hat.

Eine Beobachtung: Ich erlebe diese stupide Beratungssituation äußerst selten, wenn ich mit zufriedenen, glücklichen Paaren zusammen bin. Die stellen meist nur die interessierte Frage, warum ich allein bin. Was nicht zu beantworten ist, weil es genauso zufällig ist, wie sie einen Partner gefunden haben. Dann eher Fragen zum Leben allgemein – und gut ist’s. Die vermeintlich guten Tipps gibts eigentlich immer von Menschen, denen ich ganz sicher keine Frage zu ihrem Beziehungsstatus stellen möchte. Die schnell in Erklärungsnot kommen. Die mit jemandem zusammen sind, um nicht allein zu sein. Die ihre eigene Beziehungssituation als „es ist schwierig“ definieren würden. Vielleicht auch selber Single, aber natürlich aus anderen,. nachvollziehbaren, weil logische“re“n Gründen. Whatever. Ich habe es mal sehr böse durchgefochten. Fragen ausschließlich mit Gegenfragen beantwortet. Wurde natürlich als exzentrisch eingestuft, als latent unzufrieden, als zickig. Wahrscheinlich noch als vieles anderes, was mir nicht einfällt. Bin ich alles nicht, im Gegenteil. Ich führe ein glückliches erfülltes Leben. Und bin auch gerne bereit, es zu teilen. Nur ist Bereitschaft allein nicht das entscheidende Kriterium.

Wie gestern schon geschrieben: die wenigsten von uns entscheiden sich bewusst, allein, also ohne Partner, zu Leben. Ich habe in meinem Umfeld sehr attraktive, interessante, liebevolle Menschen, durchaus beziehungsfähig. Die aber  – auf Zeit oder permanent – ohne Partner durchs Leben gehen. Ob sie nach der/dem Richtigen suchen? Sie werden zumindest kompromissloser. Mit jeder Enttäuschung gibt es individuell Komponenten, an denen man nicht mehr vorbeisehen wird. Wer sich aus einer zu engen Partnerschaft befreit wird immer um diese Freiheit kämpfen. Wer aus einer zu lockeren Beziehung aussteigt wird mehr am anderen „kleben“. Ob das Gegenüber darüber genauso denkt? Entscheidet mit, ob Beziehung zwischen zwei Menschen klappen kann.

Und den Schritt in die Partnerschaft wagen – das ist das große Ding. Ja, ich habe in meinem Leben schon einige Beziehungen gelebt, einmal waren es immerhin 7 Jahre. Und trotzdem lebe ich heute allein, bin Single. Und glücklich, so wie es gerade ist. Es gibt die Tage, da wünsche ich mir den Richtigen, den einen, meinen Mr. Big oder „den“ Traummann an meiner Seite. Und es gibt die Tage, da bin ich sehr zufrieden mit meinem Alleinsein. Mit meinem Leben, meiner Unabhängigkeit, mit meiner Sicht der Welt. Die Phasen sind nicht planbar, zeitlich nicht einordenbar. So und nicht anders ist es. Frühlingsgefühle, Schmetterlinge im Bauch, himmelhochjauzend verliebt – immer mal wieder. Nur aktuell nicht von Dauer. Leider? Ja, manchmal schon. Oder auch nicht. Das ist ja das Ding: es geht allein auch ganz gut. Und mal ganz ehrlich Theorie versus Praxis: gerade hab ich keine Gefühle. Ich philosophiere wieder, wenns mich das nächste Mal erwischt. Dann vielleicht weniger „gerade glücklich Single“? Dann auch mit Sicherheit weniger abgeklärt und aufgeräumt im Ist-Zustand …

Eine neue Liebe

„Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben, nananananana…“ Auch wenn das ein schrecklich kitschiger Schlager ist, da ist schon vieles dran. Sich neu verlieben macht einen neuen Menschen. Es verändert auf Zeit, denn die wild wirbelnden Schmetterlinge, das Schweben auf Wolke 7, die Glücksgefühle, das wild pochende Herz, das alles lässt nach einiger Zeit wieder nach. Aber der Zustand, so kurz oder lang er sein mag, ist so himmlisch, himmlisch schön. Zwei meiner Langzeit-Single-Mädels haben sich in den letzten Wochen verliebt. Lächeln permanent vor sich hin. Sind wie auf Wattepäuschchen unterwegs. Und gehen – irgendwie typisch für unsere Generation – ganz ganz vorsichtig mit dem „Beziehungsstatus“ um.

Die eine macht das seit einigen Tagen super offiziell: lernt nächste Woche Familie und Freundeskreis kennen, wird richtigggehend „vorgestellt“. Und sie und ihr M. haben beide aktuell ihren Beziehungsstatus auf Facebook geändert … Die andere ist noch still und heimlich glücklich. Ein ganz kleiner Kreis ist eingeweiht. Ansonsten genießen da zwei Menschen den Zauber der ersten Verliebtheit. Noch, ohne viel zu definieren. Noch mit vielen Unsicherheiten. Aber mit ganz viel Glück. Und Schmetterlingen. Und kurzen Schlafzeiten. Und glitzernden Augen beim Wiedersehen …

Das geht, es ist möglich. Aber es muss schon ein ganz besonderer Mensch unsere Wege kreuzen, damit wir selbständigen Singles unser sicheres Leben eintauschen, gegen all die Unwägbarkeiten des Paarseins. Paarmenschen können das nicht nachvollziehen, aber: Nicht jeder Mensch fühlt sich als Teil eines Zweiseins besser. Glücklich verliebt sein: ja, gerne. Mit einem zweiten Menschen leben, Alltag und Herausforderungen meistern? Da muss man sich schon sehr sicher sein, wer das Gegenüber ist und wie er denkt, fühlt, lebt. Ich kenne wenige Singles aus Überzeugung, sondern viele, die durch ihre Erfahrungen dazu geworden sind. Mit jeder Enttäuschung, mit jedem Erkennen, dass es mit dem gewählten Partner, der so toll und wunderbar schien, nicht „klappen kann“, wird es schwieriger, die Sicherheit des Alleinseins zu verlassen. Und sich auf jemanden einzulassen. Ich glaube, die meisten wären prinzipiell schon bereit, aber es kommen so viele Abers. Und dann ist da ja auch noch der zweite Beteiligte, der auch sein Paket dabeihat.

Bei meinen beiden Mädels scheint es, als ob es klappen könnte. Ich drück ihnen ganz feste die Daumen. Und allen anderen Single-Mädels wünsch ich, dass sie das finden, wonach sie suchen. Und glücklich sind.

Kürzlich habe ich diesen Artikel zum Thema Single sein gelesen, hm, in Ansätzen ja, bei vielem stimme ich nicht zu. Ich glaube nämlich nicht, dass Alleinleben Alleinsein bedeutet. Die meisten Singles, die ich kenne, sind großartige Netzwerker, pflegen intensive Freundschaften und sind wunderbar in ihre Familien eingebunden. Sie haben nur keinen Partner. Und sind entweder auf der Suche – oder nicht.