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Hochzeitswetter

Seit Tagen schauen die Eltern von Braut und Bräutigam besorgt in den Himmel und lauschen angespannt dem Wetterbericht. Meine Mutter glaubt nach wie vor an die Vorhersage von vorletzter Woche, demnach wird es zum Wiesn-Start sonnig und wärmer. Und das wär doch schön.

Alle anderen genießen mit offenem Herzen, was wir die letzten Tage an ausgeflipptem Wetter erleben durften. Am Wochenende gabs in unseren Breiten Polarlichter, ich hab sie gesehen. Jeder Versuch, ein Bild zu machen, ist kläglichst gescheitert, aber schon allein, dass ich sie und Millionen von Sternen gesehen habe … wow. Und es gab Sonne, Wolken, Regen – und vor allem Regenbogen in Hülle und Fülle … so schön waren die letzten Tage. Die bezaubernde Nichte hat zwei Regenbögen auf einem Bild festgehalten, doppelt (Kamera und Tablet-Foto), zur Sicherheit. Und das am ersten Schultag der zweiten Klasse. Obs nächstes Jahr dann drei Regenbögen gibt …?

Wie auch immer es von heute bis Samstag nun werden wird: wir werden es uns schon schön machen. Ob mit Sturm oder Sonnenschein, es wird besonders. Und für den Fall der Fälle hab ich ja meine Erwartungshaltung, meine inneren Bilder von der gemütlich im Spätsommersonnenschein im Obstgarten sitzenden Hochzeitsgesellschaft. Wär durchaus auch mit Regenbogen fein?  

 

Sonntagsfreude: Vollmond in Tirol

Zumindest erahnt haben wir ihn, den Herrn Vollmond. Und schön war unser Ausflug auf die Alm, erholsam. So eine kurze Auszeit an einem Ort, wo alles noch ganz urtümlich ist. Komfort gibt’s kaum, aber eigentlich ist dann doch wieder alles da, was man zum gemütlich leben braucht. Ein Plumpsklo an der frischen Luft, Wasser vom Brunnen, das sich per Seilwinde bis zum Haus ziehen lässt, ein Bettenlager mit richtigen Betten samt Matratze und sogar Federbetten und das Beste: ein alter Holzofen in der gemütlichen Kuchel, der macht an den schon klammen Abenden ordentlich warm … 

Und wenn man dann noch ein Kräuterseminar geschenkt bekommt, von einer Frau, die sich ihr Wissen nicht angelesen hat, sondern es als alte Familientradition von Kind auf gelernt hat, dann freu ich mich viel zu sehr, als dass ich mich wegen den Wolken vor dem Mond ärgern würde … So ein Vollmondfeuer voll von Dankbarkeit, guten Wünschen mit fröhlichen Menschen sollte ich übrigens öfter machen, hat sehr gut getan.

Mehr Sonntagsfreude sammelt Rita. Bei ihr geht’s diese Woche ums Ernten, schön, dieses Erleben mit ihr zu teilen.

Bye, bye, Kindergartenliebe

Meine Patenmädels verbringen ihre letzte Tage im Kindergarten. Vor den großen Ferien heißt es endgültig Abschied nehmen von den gewohnten Räumen und Menschen, den liebevollen Kindergärtnerinnen – auch von einem Teil der Freunde und Spielkameraden, weil ja nicht alle Vorschulkinder waren. Beide können es selbstverständlich nicht erwarten, endlich in die Schule zu gehen … dabei: das kommt nie wieder. Kindergartenzeiten. Aus und vorbei. Zum Abschluss gibts ein Fest, die zukünftigen Erstklässler durften einen Tag lang voll Stolz ihren Schulranzen rumschleppen, damit die Kleineren recht neidisch werden. Und es auch gar nicht erwarten können. Dass sie endlich in die Schule dürfen. Nur das Tantenherz, das hätte sich durchaus noch länger über den Kindergarten gefreut – seufz. Na ja, vielleicht bin ich nur etwas melancholisch, weil natürlich auch ich damals kaum erwarten konnte, endlich in die Schule zu gehen. Und dann – dann folgten 13 Jahre. Mehr oder minder erfolgreich (ist schließlich Ansichtssache). Aber vor allem Ernüchterung … Keine Sorge, ich tue natürlich alles, damit die Mädels sich auch weiterhin so was von freuen. Und werde spätestens in ein paar Jahren auch geduldigst das Gemotze über nervende Hausaufgaben ertragen. Seufz 🙂

Spruch zum Wochenende: Froh dabei zu sein

Danke liebe Brigitte, dass du in deinen Zitaten über das Leben Philipp Poisel zitierst:

„Auch wenn das Leben manchmal traurig ist, bin ich froh, dabei zu sein.“

Mit diesem Spruch verabschiede ich mich in das erste September-Wochenende – und freu mich, auf etwas Sonne, etwas warme Temperaturen, bunte Farben, viel frische Luft. Altweibersommer, bin jedes Jahr aufs neue froh, dabei zu sein 🙂