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Kochen auf dem Holzofen: Fischstäbchen

Anlässlich der Nichten-Besuchstage haben wir uns mal wieder meiner Versuchsreihe „Kochen auf dem Holzofen“ gewidmet. Meine Mutter, ihre Oma, war einmal mehr überzeugt, dass das keinesfalls klappen kann, weil -O-Ton- „du weißt ja gar nicht, wie heiß die Platte wo ist“. Weiß sie das auf dem E-Herd? Nicht gewagt ist schon verloren – deshalb haben wir gemeinsam angepackt. Im ersten Arbeitsschritt wurden Rotbarschfilets in kleine, längliche Stäbchen geschnitten, dann mit Salz und Pfeffer gewürzt.

Jetzt rundherum gut mit Mehl bestäuben und in gequirlte Eier einlegen. Zuletzt reichlich in Semmelbröseln wälzen. Das hat alles die bezaubernde Nichte erledigt, sie war also die Panaden-Verantwortliche (hier auch Knusperkruste genannt). Während der Vorarbeiten den Holzofen gut anfeuern und auf der heißesten Stelle (!) Fett in einer Pfanne erhitzen, jetzt die Fischstäbchen von allen Seiten goldbraun herausbacken.

Hat gut geklappt, allerdings hatte die Köchin (Tante) hinterher einen hochroten Schädel, weil es am Holzherd eben schon hohe Temperaturen hatte … Egal, wir haben geschafft, auch die Vorspeise Kürbissuppe und die Kartoffeln für den Erdäpfelsalat komplett ohne Strom zu kochen. Was angesichts der skeptischen Stimme im Vorfeld zu beweisen war.

Die selbstgemachten Fischstäbchen haben auch ohne Geschmacksverstärker und Haltbarmacher ausgezeichnet gemundet – und wurden von der bezaubernden Nichte gemäß alter Familientradition in Reihenfolge verspeist: Erst Fischstücke mit einem Messer von Panade befreien und essen. Reihum nachfragen, ob denn überhaupt jeder Panade wolle. Sie würde die Reste schon übernehmen. So angehäuften Panadeberg zum Schluss genussvoll eins nach dem anderen aufhappsen – bis man pappsatt ist …

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Das mit dem Senf


Weil ich etwas mehr Bärlauch hatte und auch mal gern was Neues ausprobiere hab ich in diesem Jahr erstmals Bärlauchsenf gemacht. Grob hab ich mich dabei an dieses Rezept gehalten, bei den Mengen aber nach Geschmack variiert:

  • 100 g Senfkörner mit je etwa 
  • 100 g Wasser und Essig in einem Topf aufkochen lassen, dann nach und nach mit 
  • zwei Handvoll Bärlauch (einfacher geht es, wenn man den Bärlauch vorher mit etwas Öl bereits als Paste verarbeitet hat), 
  • etwa 2 TL Kräutersalz und 
  • 100 g Honig gut pürieren. 

Abschmecken, in kleine Gläser umfüllen, den Rand oben mit einem Schuss Öl abschließen bzw. haltbar machen und im Kühlschrank aufbewahren.

Klappt laut Auskunft meines Vaters mit fast jedem Kraut, er könnte allerdings natürlich auf jegliche grüne Zutat verzichten. Und ein bisschen Familiengeschichte: das ist indirekt ein Rezept meiner Oma, die bis in die 80er Jahre selber Senfpflanzen gezogen und deren Körner geerntet hat, um ganzjährig frischen Senf zu produzieren. Was man nicht alles erfährt, wenn man Fragen stellt.

Lausbuben im Schnee

Manchmal muss man den Wetterprognosen trotzen und Gelegenheiten ergreifen, um liebe Freunde zu besuchen. Nach langer Zeit mal wieder die ganze Familie, und nicht nur meine Freundin, die Mama, abends in der Stadt sehen. Sich eine Stunde ins Auto zu setzen und über die Autobahn gen Süden in die winterlichen Berge fahren. Sich über Schnee und blauen Himmel mit Sonnenschein in Garmisch-Partenkirchen freuen. Die Neuheiten im Haus der Freunde bewundern, die so viel investieren, selber machen, das Zuhause ist dadurch nicht perfekt, aber wunderbar! Mich freuen, wie sich die beiden Jungs entwickeln, der Große ist einfach nur durch und durch Zucker. Ein Kindergarten-Lausbub, wie er im Buche steht. Genau so muss es sein. Der Kleine hatte einen schlechten Tag, zu wenig geschlafen, dann kommen auch noch Fremde. Das ist zum Schreien und Sich-auf-dem-Boden-Wälzen. Klar. Nur ganz konnte er das nicht Durchziehen. Und wenn er dann doch lächeln, lachen oder flirten musste, dann war da ein Dahinschmelzen in der Damenwelt – Kindchenschema. Wirkt.
Später haben wir uns in großer Runde auf zum Weihnachtsmarkt am Richard-Strauß-Platz gemacht. Kindergärten und andere lokale Verbände verkaufen vor allem selbstgemachte Advents-Dekoartikel, Strickwaren und leckeres Essen. Mir war es klein genug und mit genug Lokalbezug, um mir zu gefallen. Und für mich alten Supperkaspar eine paradiesische Auswahl an warmen Suppen und Eintöpfen, warmgehalten von Kindergartenkindern über einer echten Feuerstelle, sah toll aus und war lecker.
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Für die Kleinen war viel Programm geboten: ein Nikolaus verteilte Packerl, ein rosafarbenes Karussell drehte geduldig Runde um Runde, kunterbunte Popcakes am Stiel, Süßkram. Allerdings steckt mal wieder das größte Potential woanders: der große Schneehaufen, am Rande des Weihnachtsmarkt wie zufällig zusammengeschoben, war DIE Attraktion. Artistische Stunts, toben, sich beschmeißen oder runterschmeißen, kraxeln, stampfen, Schneeballschlacht, Schnee-Engerl …. Das Leben kann so herrlich einfach sein, wenn man Lausbub oder Lausdirndl ist. Netter Nebeneffekt für Eltern und erwachsene Begleitpersonen: genau an der Ecke war der beste Platz in der Sonne mit Bergblick. Bin nicht sicher, aber ich glaube es war die Zugspitze, die da hoch aufregte, in der Sonne glitzerte und später über den Wolkenbergen thronte um noch später darin zu versinken. Schön!

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