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Wald [*.txt]

„Wenn Du einmal Kummer oder Sorgen haben solltest im Leben, dann geh wie jetzt mit offenen Augen durch den Wald und in jedem Baum und in jedem Strauch, in jeder Blume und in jedem Tier wird Dir die Allmacht Gottes zum Bewusstsein kommen und Dir Trost und Kraft geben.“

Das Zitat aus dem ersten Film der Sissi-Trilogie lässt sich ergänzen:

Wenn der Wurm drin steckt, wenn es zu viel wird, wenn Gedanken ruhelos wandern, wenn der Körper zwickt, wenn alles nervt –

Wenn die Welt sich weiterdreht, wenn sie kurz verharren sollte, wenn es zu laut ist, wenn alles stört –

Wenn Worte verhallen, wenn Lächeln gefriert, wenn Ideen verfliegen, wenn Zusammenhalt vonnöten ist –

Wenn vieles zusammenkommt, dann gibt es einen Weg – er führt tief in den Wald hinein.

Im Innersten angekommen, im Herzen des Waldes, lässt die Seele los, was belastet. Und alles kann frei atmen , frische, reine Energie durchfließt den Körper. Spätestens auf dem Rückweg ist das Auge offen, für die Schönheit der Natur.
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Schreiben – lesen – konTXTualisieren: das 7. Wort im kreativen Schreibprojekt Projekt.txt lautet: Wald.

Das mit den grünen Tomaten

Göttlich sind sie, die Abende, in denen wir als alte Freunde unterwegs sind. Gut essen, trinken und vor allem reden, lachen – und uns manchmal so richtig daneben benehmen. Genau so muss es sein. 2 Männer, 2 Frauen, im gleichen Alter. Uns verbindet nicht nur die Vergangenheit, wir schaffen es, in der Gegenwart verbunden zu bleiben und immer wieder neue Verbindungen zu schaffen. So vertraut wie alte Ehepaare, obwohl das Leben und unsere Alltage sich heute so sehr unterscheiden.

Wir haben übrigens noch nie hinterfragt, wie wir bei unseren Aufenthalten im Lokal wohl auf andere wirken mögen. Generell sind diese gemeinsamen Abende so intensiv, dass wir sie in jedem Umfeld gleich erleben, weil wir zusammen sind. Es gibt kein Annähern, Abklopfen, Abtasten. Auch wenn wir uns ein paar Wochen oder Monate nicht gesehen haben ist es, als ob ein Startknopf gedrückt wird. Das Drumrum wird nicht so beachtet. Die Kellner und Bedienungen sind manchmal ein kleines bisschen überfordert, uns zu verstehen, denn oft bestellt einer für alle, oder keiner, oder wir wissen es auch grade nicht …

Und dann genügt eine skurile Bemerkung, ab da sind wir nicht mehr zu halten. „Weisst schon, zwei Namen.“ „So ähnlich wie grüne Tomaten …“ und wir haben Schnappatmung und noch 5 Minuten später kommt von ganz tief unten wieder ein ansteckender Lacher hoch. Versteht keiner? Genau, das ist der Augenblick, die Aussage, das erste Kichern – und alle haben wir am nächsten Tag Muskelkater vom Lachen. Wobei, das wirkliche Highlight des letzten Treffens war die Feststellung, dass 3 von uns immer ungeschminkt, eine immer geschminkt ist. Wir nur testen können, wie sie ohne aussieht, wenn wir morgens nebeneinander im Bett aufwachen, sie das nicht wollte – und die aufmunternde Erklärung unseres Uraltfreundes, dass das echt nicht so schlimm sein könne, weil er ja morgens IMMER wie ein frisch exolodierter Meisenknödel aussehe …

Ja, ich lache schon wieder. Und keiner kann das verstehen, der nicht dabei war. Kennt trotzdem (hoffentlich) jeder von uns? Genauso ist es, das ist das Besondere an alten Freundschaften. Und deshalb sollten sie gepflegt werden, sie bringen nur uns zum Lachen. Und tun sooo was von gut.

Musik am Mittwoch: Vergessen zu vergessen

Manchmal, da berührt Musik ganz tief drin – ist Luxuslärm mit „Vergessen zu vergessen“ mal wieder gelungen.

… „nichts ist ewig. Hab deine Stimme fast gelöscht. Es ist soweit. Denn ich hab dich nie gehalt’n, ich hab dich nie vermisst, ich weiß nicht wer du warst nicht wer du bist.
Ich kenn nicht mal deinen Namen, ich hab dich nie geliebt, ich hab nur grad vergessen zu vergessen, dass es dich gibt.“

Puh.