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Das Ding mit der Kontrolle

Jeden Montag gehe ich mit der Schwimm-Ute zum Sportprogramm ins Bad. Und falls ich früher dran bin sitze ich zum Warten inmitten von Schwimm-Müttern. Ich bewundere diese tiefenentspannten Mamas. Die ihre gesamte Kinderschar anziehen, sammeln, abfüttern, fertigmachen, quatschen. Und das alles scheinbar mit endlos Zeit und vollkommen tiefenentspannt. Da sitzt eine Mama von 3 Mädels im Alter von „Ich-kann-zwar-schon-laufen-bin-aber-noch-etwas-wacklig-und-falle-ständig-um“ bis neunmalkluges Vorschuldkind. Die 3 toben nach dem Schwimmen mit ihren Freunden aller Altersklassen um die Wette – alle haben so viel Energie, als ob sie nicht vorher schon einen Schwimmkurs gemacht und sich da kräftig körperlich bewegt hätten. Die Mama sitzt neben mir auf der Bank, packt in aller Seelenruhe Taschen, Obst und Getränke  für die kleinen Raubtiere, hin und wieder holt sich eine einen Happen. Und überlässt sie ansonsten ganz sich selbst.

Die Jüngste wackelt noch unsicher, steckt auch mal fest, befreit sich aber immer wieder selber. Grinsend erobert sie neben mir die Treppe, purzelt, rappelt sich selber wieder auf. Ihre Mutter? Grinst mich an. Und die Kleine lernt, dass sie das ohne Mama schaffen kann. Die Kids wirbeln schon ganz schön wild, der ein oder andere Sturz tut ordentlich weh.  Die Mama konzentriert sich in der Zwischenzeit auf andere Dinge. Und vermittelt dadurch ein Gefühl von: ich vertraue drauf, dass ihr klarkommt. Oder kommt, wenn ich euch helfen muss. Hat was, ich bewundere diesen relaxten Umgang mit Kontrolle. Was würde es schon helfen, wenn die Mama hinter den Kindern herflitzen würde und sie vor allem bewahrt? Klappt ja doch nicht. Und je eher sie lernen, was geht und was nicht, desto besser.  Oder?