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Der 6. Monat

Am 7. Geburtstag der großen Schwester wurde Nichte 2.0 ein halbes Jahr alt, künftig haben die 2 jedes halbe Jahr gemeinsam was zu feiern.

  • Kürbis geht mittlerweile immer und der Fütterer muss schnell sein, damit alles im Mund und nicht drum rum landet.
  • Wie schon bei der großen Schwester: Autofahren ist nicht so ihr Ding. Da hilft auch nichts, dass sich die Große im Sitz daneben wirklich süß kümmert, das Geschrei ist markerschütternd …
  • Die kleine Badenixe war zum ersten Mal mit der Mama im Schwimmbad, Warmwasserbecken, war alles ganz ok und ruhig – und natürlich sieht sie im Badeanzug zum Anbeißen aus.
  • Die Wendigkeit wächst von Tag zu Tag, sie wird immer agiler und mobiler.
  • Die Neugierde wächst von Tag zu Tag, kaum ein Geräusch oder eine Bewegung, die nicht ihre Aufmerksamkeit erregt …
  • Darunter leidet die Konzentration, beim Stillen, doof, wenn sie hungrig bleibt und ihren noch Hunger hinausschreien muss 😉
  • Nach wie vor kommt viel von dem, was sie zu sich nimmt, gespuckt wieder raus.
  • Fremdeln ist grad groß, kommt auch dem Papa gegenüber schon mal vor, der ja nur am Wochenende da ist.
  • Wenn die Fremdelphase dann rum ist zeigt sie jedem ein bezauberndes Lächeln, und plappert mit der großen Schwester um die Wette. Die wird übrigens immer angestrahlt.
  • Mit 6 Monaten kann man der großen Schwester schon was zum Geburtstag schenken, jawoll

Der vierte Monat

  • Definitiv war der vierte Monat toll, weil Nichte 2.0 immerhin zwei volle Wochen Mama und Papa fünf Vormittage die Woche exklusiv für sich hatte. Schließlich ist die bezaubernde Nichte jetzt Zweitklässlerin und der Herr Papa hatte noch Elternzeit.
  • Für Nichte 2.0 gibt es Rituale, die aber je nach Anlass schnell wechseln. Also kann man sich als Familienmitglied kaum an etwas gewöhnen, weil ein paar Tage später hat sich schon wieder alles weiterentwickelt.
  • Blähungen sind leider noch ein Thema, manchmal hat man das Gefühl, dass ihr alles nicht schnell genug gehen kann, fast als ob sie nicht schnell genug satt werden kann – und weil sie so gierig und schnell trinkt kommt dann nach der Mahlzeit öfter wieder alles raus …
  • Damit sie besser verdauen kann muss sie weiterhin hauptsächlich auf dem Arm gehalten werden. Der Opa ist überzeugt, dass es auch anders gehen würde, aber wenn der schreiende Protest zu laut wird … 😉
  • Die Speckröllchen werden konsequent erweitert.
  • Die Hochzeit ihres Onkels hat die kleine Dame als keineswegs jüngster Hochzeitsgast zumeist gut gelaunt verbracht, es gab keinerlei Beschwerden, Wetter, Stimmung, Essen, das viele Angegrabschtwerden – vor allem die Kniffe in die Backen – und auch die verfrühte Heimfahrt wegen der erschöpften großen Schwester hat sie gut gelaunt absolviert.
  • Den ersten großen Gesellschaftsauftritt bei der eigenen Taufe hat sie souverän hingelegt. Sehr wach, sehr aufmerksam, den Worten des Pfarrers lauschend, in die vielen Fotoapparate lächelnd. Fast könnte man denken, sie sei für den roten Teppich geboren, so genau hat sie den wechselnden Fotografen in die Objektive geschaut?
  • Pater Thomas, der neue Pfarrer der Gemeinde, hat sich gefreut, dass er so viele, vor allem kleine, Gäste hatte. Mehr als 20 Kinder waren dabei, als Nichte 2.0 liebevoll das vorgewärmte Wasser über den Kopf geträufelt wurde … das war dann allerdings doch des Guten zu viel, kopfüber nach hinten, baden geht schließlich mal ganz anders? Da darf man ruhig mal laut werden als Täufling. Und alle anderen mussten schmunzeln …
  • Salben und Hand auflegen fand sie aber toll. Sie hat dem Pater mal auch ihre Hand -auf den Ärmel – aufgelegt.
  • Dem gemeinsamen Ständchen von Nichte 2.0 und mir hat sie aufmerksam gelauscht – alle anderen auch. Und wir beide durften auch die Fürbitten, angefüllt mit guten Wünschen, vortragen. Und vor allem die nunmehr fast 7jährige hat dafür durchweg und zu Recht sehr gute Kritiken aus dem Auditorium bekommen.
  • Und es gibt ja eine wichtige Besonderheit: beide Nichten sind im selben Monat in der gleichen Kapelle getauft. Eine Marienkapelle, seit hunderten von Jahren pilgern Menschen zum nahegelegenen Bründl, einem Kraftort. Im Altarraum zeugen unzählige Votivtafeln vom guten Ausgehen, von erfüllten Wünschen, vom Gesundwerden nach Krankheit, von Dankbarkeit.
  • Übrigens hat das mit der Nachhaltigkeit super funktioniert, alle Buchskranzerl von der Hochzeit könnten für die Deko zweitverwertet werden. Läuft bei uns.
  • Das Mobile ist weiterhin der Hit, da kann sie stundenlang liegen und es wird nicht langweilig – am schönsten ist, wenn die große Schwester aus der Schule kommt und die zwei kuscheln, das ist ein fröhliches Gegacker.
  • Es kommen langsam immer mehr Laute beim Quatschen raus – bin gespannt, wann „es“ losgeht.

Geschwistermomente

Wie wichtig es ist, sich Dinge aufzuschreiben, ist mir letzte Woche klargeworden. Zufällig hatte mir die bezaubernde Nichte vor ein paar Wochen den Auftrag erteilt, den Text ihres Beruhigungs-Schlaflieds für die kleine Schwester aufzuschreiben. Das sie „immer“ singt, wenn Nichte 2.0 so schlimm nicht einschlafen kann.

Als mir das letzte Woche beim Besuch der ganzen Familie wieder einfiel war es ihr entfallen, und meine Schwester, die Frau Mama, schüttelte sogar völlig unwissend den Kopf. „Wir singen doch immer das … (bekanntes Kinderschlaflied)?“

Eben nicht, davor hatte unsere kleine Wortkünstlerin ein ganz eigenes Lied komponiert: „Schlaf ein, glücklich sein, jetzt und in jeder Sekunde. Schlaf ein.“

Zu süß zum Vergessen ❤️<<<<<<
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Die große Schwester

Ich durfte gestern dabei sein, als die große Schwester und Nichte 2.0 sich zum ersten Mal „draußen“ begegnet sind. Ein bezaubernder Moment. Lächelnd, irritiert, jetzt ist das so lang ersehnte Schwesterchen da. Aber was macht man da als große Schwester? Weil nur anschauen … irgendwann dann der rettende Einfall der besten Mama der Welt: Hände waschen, mit sauberen Fingern kann man dem winzigen kleinen Menschlein, noch nicht mal 24 Stunden alt, über die Wange streicheln. Und der kleinen Schwester hats sehr gut gefallen. Sie hat gelächelt und es sah fast aus, als ob sie anfangen wollte, der großen Schwester was zu erzählen. Ja lieber Schwager, du glücklicher Papa, an diesen zauberhaften Moment solltest du zurückdenken, wenn du später in deinem quatschenden Mädelstrio mal wieder nicht zu Wort kommst …

Nichte 2.0 ist die Miniaturausgabe von 1.0, 1 Kilo leichter, aber sonst 1:1, genauso hübsch, genauso bezaubernd. Schürzt sogar schon den Mund wie damals vor exakt 6,5 Jahren die große Schwester und hat dasselbe Grübchen im Nacken. Nach einigem Suchen im Schlafsack wurden dann sogar die winzigen Finger gefunden und die Füße entdeckt …

Ihr zwei, ich wünsch euch von Herzen, ihr werdet euch ein Leben lang so gut riechen können, wie gestern beim ersten Mal „beschnuppern“. Sicher wird es mal nerven, die Große zu sein, immer Verständnis haben zu müssen, immer Rücksicht auf die Kleine nehmen, nicht mehr im Mittelpunkt stehen … und umgekehrt gemessen zu werden, die Große konnte das und jenes schon, spielt ganz andere Dinge, hat die interessanten Freunde, darf viel mehr, ist schon viel weiter … es wird auch Konflikte geben, aber: es gibt immer Lösungen. 

Schön, dass ihr euch gegenseitig haben dürft, ihr zwei Schwestern, das ist ein großes Geschenk.