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Spruch zum Wochenende: Nichte 2.0

Lang erwartet, herbeigesehnt, zu früh, und trotzdem hat es endlos gedauert: sie ist da. Endlich. Und es ist schön, schon so kurz nach der Geburt mit voller Überzeugung sagen zu dürfen, dass auch die kleine Schwester der bezaubernden Nichte ein Wunderwerk ist, das alle verzaubern wird. 

Herzlich willkommen ans jüngste Familienmitglied Nichte 2.0 mit diesem so passenden Spruch fürs Wochenende:

„Wenn Träume Hand und Fuß bekommen und aus Wünschen Leben wird, dann kann man wohl von einem Wunder sprechen.“ (Redewendung)

Familiengeschichten: Bruder, Onkel, Kater

Ich weiß nicht genau, wie wir beim gemeinsamen Abendessen beim Thema Wünsche angekommen sind … in jedem Fall äußerte der Sohn meines Cousins (10) plötzlich seinen: „ich wünsch mir einen Bruder.“ Allgemeine Überraschung, Staunen, irritiertes Schweigen. Die Familienplanung ist laut Rückfrage bei der Frau Mama abgeschlossen … „Einen Bruder oder einen Cousin …“ zählt er weiter auf. „Oder eine Katze, einen Kater.“

Gut, das amüsierte Schmunzeln der Erwachsenen ist jetzt schon irgendwie nachvollziehbar – oder?

Recht irritiert lauschten beide Kids später meinen Ausführungen, dass ich als Cousine ihres Papas auch einen Onkel R. habe. Eigentlich schon recht schlüssig, denn unser Onkel R. ist schließlich der Vater ihres Onkel R., ihr Opa, Bruder meines Vaters. Ungläubige Blicke der beiden, dann der rettende Gedanke: „Früher hattet ihr ihn, jetzt haben wir ihn …“ Zum Glück haben wir alle beide, jeder eben so, wie er mit dem einen oder anderen verwandt ist 😉 

Und ich musste auf der Heimfahrt sehr grinsen, denn genauso geht es mir, wenn meine Eltern mir familiäre Verhältnisse wie das in Bayern noch sehr verbreitete Geschwisterer-Kinds-Kinder erklären: das Kind des Kindes eines gemeinsamen Vorahnen. So ist die bezaubernde Nichte wahrscheinlich als Tochter meiner Schwester bestimmt Geschwister-Kinds-Kind mit Sohn und Tochter meines Cousins. Geschwister, unser Vater und Onkel. Deren Kinder (meine Schwester und Cousin) und dann die Kids. Oder sind das dann Großcousins? Oder Vetter und Base? … ich werde es nie so ganz kapieren 😉

Das mit der Höhle

Im Rahmen der Renovierung wird ein ehemaliges Kinderzimmer eine neue Rolle bekommen, es ist das frühere Zimmer meiner verstorbenen Schwester. Seit Jahren wird dieser Raum nur Höhle genannt, denn zu ihren Lebzeiten und auch seitdem war es eine Art Rumpelkammer. Immer schwer, sich zwischen Klamotten, Büchern und sonstigem Krimskrams einen Weg zum Bett zu ebnen … Das mit dem sehr eigenen Ordnungskonzept hatte auch mein Bruder, der die Höhle nach ihr „behauste“, übernommen. Für mich spielt es eine große Rolle, dass wir diesen Raum künftig mehr in unser aller Mitte rücken. Deshalb wird er irgendwann mal (wenn wir dazukommen) eine keine, gemütliche Wohnküche. Ein Ort, um zusammenzukommen, sich beim Essen nett zu unterhalten. Mit einem schönen Blick … Und der liebevollen Erinnerung an einen besonderen Menschen, auch noch in Jahren mit einem Schmunzeln, denn wir werden das Zimmer bestimmt auch weiter Höhle nennen.

Spruch zum Wochenende: Familie

Jahre ist es her, da wachte ich frühmorgens auf und setzte mich bockig auf eine Treppenstufe. Vater und Oma lächelten mich glückstrahlend an, um mir vom Familienzuwachs zu berichten. „Du bist jetzt eine große Schwester.“ Mein 3jähriges Ego-Ich wollte keine kleine Schwester haben. „Mir doch egal, ich will meine Mama, jetzt und hier, sofort!“ Ich war keines dieser Kinder, die ein neues Geschwisterchen jubelnd begrüßten – im Gegenteil. Wie sich die Dinge doch ändern können. Wie glücklich ich jeden Tag bin, eine große Schwester zu sein, meine Geschwister zu haben. Meine Familie hatte es nicht immer leicht mit mir, aber heute bin ich mir sehr bewusst: „Es gibt kaum ein beglückenderes Gefühl, als zu spüren, dass man für andere Menschen etwas sein kann.“ (Dietrich Bonhoeffer) Bin richtig gerne Schwester, Tante, Tochter, Schwägerin, Nichte, Cousine …