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Das mit den Steinpilzen

„Trüffelschwein“ nenn ich meinen Papa wohl besser – denn gestern kam er von seinem einsamen Streifzug durch die heimischen Wälder mit stolzgeschwellter Brust zurück, hat er doch mehrere Exemplare des edlen Steinpilzes gefunden. Also nicht die in Hülle und Fülle wachsenden gemeinen Holledauer „Schwammerl“, sondern echte Steinpilze. Gar nicht mal klein. Die wandern nicht einfach so in einen Topf mit Schwammerlsuppe, nein. Nachdem er sie geschnitten hat wurden die kostbaren fast 50g liebevoll auf einem Blech verteilt (von mir) und im Ofen erst mal 2 Stunden vorgedörrt. Die nächsten Tage dürfen sie schön durchtrocknen, ehe sie als kostbare Zutat in einem Glas mit Schraubverschluss auf den großen Einsatz warten werden, um immer wieder edlen Saucen den letzten Schliff zu verleihen.

Die bezaubernde Nichte war irgendwann die Woche bei den Großeltern zu Besuch und natürlich durfte sie unseren Pilzliebhaber auf einem seiner jetzt wieder recht regelmäßigen Waldbesuche begleiten. Durch ihr scharfes Auge, das deutlich näher am Boden ist, hat sie sogar einige Braunkappen entdeckt, die der Opa übersehen hätte … im Anschluss haben die beiden ganz einträchtig einen riesigen Eimer gemeinsam geputzt, „schau mal Opa, ich mach das ganz gut, fürs erste Mal, oder?“ Ich freu mich so für die zwei, dass sie im Wald als Opa und Enkeltochter so gut harmonieren.

Schwammerlsuche

Samstag durfte ich die bezaubernde Nichte und den Opa in den Wald begleiten. Mit dem Traktor, natürlich hatte sie den bequemen „echten“ Beifahrersitz mit großem Kissen – ich durfte auf die andere Seite, wo kein Mitfahrer geplant ist, also den schmalen Streifen am Fenster. Genau richtig für den Mini-Tanten-Hintern …

Irgendwo zwischen Regen und Sonnenschein waren wir dann an Opas geheimsten Pilz-Hotspots unterwegs. Und haben auch gut was gefunden. Iiiich ja eher weniger, mehr noch der Opa – aber eigentlich nur das Adlerauge, das durch die geringere Körperhöhe noch näher am Boden ist. So kams, dass wir doch mehr als eine Stunde fröhlich einen Pilz nach dem anderen aus Mangel an einem Eimer in einem Handtuch gesammelt haben. Daneben haben wir noch den riesengroßen Fuchsbau inspiziert, der recht neu am Hang ist. Und auf dem Heimweg war tatsächlich endlich mal wieder der Herr Reiher, der im alten Baum neben dem Fischweiher „wohnt“, zu Hause, stand bis übers Knie im Tümpel. Und zwar seelenruhig minutenlang …

Zeit im Wald oder Wiesn-Wahnsinn?

In meinem Alter eigentlich gar keine Frage: als Bewohner der Stadt München geht man auf die Wiesn! Von Anfang an, so oft möglich, das ist als Oktoberfest-Fan keine Verpflichtung, sondern viel Spaß! Finde ich auch – aber in diesem Jahr werde ich die Wochenenden konsequent schwänzen! Zum Auftakt bei schlechtem Wetter mit Tausenden vorm Zelteingang quetschen? Bei Regen? Keine Lust! Beim schönsten Herbstwetter im stickigen Zelt, trinken, essen, schreien (sonst hört das Gegenüber nix…)? Nein danke!

Dieses Jahr mach ich’s wie die „alten Münchner“: wenige Male auf die Wiesn, gut geplant mit Reservierung oder spontan abends bei schönem Wetter draußen. Den Rest spar ich mir und meine kostbaren Wochenenden geh ich in den Wald, so wie heute: die Tante samt Patenkind, Eltern, Großeltern. Schwammerl suchen 🙂 Gut, wir haben vor allem Fliegenpilze gefunden, ist aber gut, um zu sagen „die nicht“! Und das Wetter war traumhaft. Und mit Kind im Wald ist toll, das ist echt eine andere Welt. Die Kleine sieht so viel, was wir Erwachsene übersehen. Und sie traut sich so viel zu, ist abenteuerlustig, entdeckt, stöbert…. Macht sooo viel Spaß!
Die Alternative würde heißen mit Großfamilie auf die Wiesn. Würde ihr bestimmt auch Spaß machen, es gibt viel zu sehen, alles bunt, laut, in Bewegung. Bei schönem Wetter gibt’s fuer Kids viel zu entdecken, Karussel, Spielzeug, Süßkram… Nur: braucht eine Zweijährige das? Und kann sie sich später dran erinnern? Wahrscheinlich nicht. Und für uns Erwachsene war der Ausflug in den Wald super erholsam – insofern: hat allen Spaß gemacht. Und nicht nur, als die Oma über einen Baumstumpf gestolpert ist!
Auf die Wiesn komm ich früh genug – und hoffentlich geht’s nächstes Wochenende wieder auf Pilzsuche in den Wald!