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Multitasking und so

Letzte Woche ist mir was Komisches passiert: ich hab einen Flirtversuch ziemlich harsch im Keim erstickt … zu meiner Verteidugung möchte ich gerne sagen, dass ich erst im Nachhinein verstanden habe, dass es war, was es war. Alle sagen zwar immer, dass Frauen Multitasking können, ich kann aber offensichtlich nicht gleichzeitig eine ärztliche Diagnose verarbeiten – und dann kapieren, dass die „Einladung zu einem weiteren Gespräch bei einem Abendessen“ nicht so ganz unmittelbar was damit zu tun hatte. Insofern hab ich den durchaus schüchternen Vorschlag mit einem gar nicht netten Statement vernichtet. 

Die Situation ist ok, so wie sie ist. Aber etwas höflicher wär ich dann doch gerne gewesen …

Der Buchhändler ihres Vertrauens 

Es gibt diese Abende im Freundeskreis, die sich aller Vorfreude wert erweisen. An denen gemeinsam geschlemmt, getrunken, gelacht und genossen wird. Manchmal aber noch viel mehr. Kürzlich durften wir zu viert einen Abend beim kleinen Italiener in der Nachbarschaft genießen. Hier geht’s chaotisch zu, aber das Ambiente ist stimmungsvoll, man kennt sich und das Essen ist köstlich. Ein kleiner Geheimtipp, hierherzukommen. An einem großen Tisch drinnen sitzen mindestens 10 fröhliche Mädels aller Altersklassen. Unser reservierter Platz ist damit belegt. Macht nix, es ist eine erste laue Sommernacht, wir bleiben vor der Tür. Zwei Mädels erscheinen zum Rauchen, schon vorher ist uns das angeregte Tuscheln aufgefallen. Jetzt lächelt die hübsche Blonde unseren Freund an und stellt ihn der Freundin als „Buchhändler meines Vertrauens“ vor. Er errötet, in der Hinsicht ist er – übrigens schon seitdem ich ihn vor 20 Jahren kennen lernen durfte – sehr schüchtern. Ich hab später „beherzt“ ein ganz klitzekleines bisschen eingegriffen. Und am Ende eines unglaublichen Abends haben sich die beiden  – immerhin – mit einem verlegenen Grinsen, einem flüsternden „bis bald“ und sogar einer kleinen Umarmung verabschiedet. Hach. Das hat den ohnehin wundervollen Abend noch perfekter gemacht – und ich muss ergänzen: da war noch nicht abzusehen, dass wir noch weiterziehen, es noch lustiger wurde und wir wirklich erst im Morgengrauen auseinander gehen sollten. Aber auch das war wertvoll und darf nicht unwiederholt bleiben, weil wir langsam in dieses Alter  kommen, indem so eine Nacht eine Woche „Schlecht-Beieinander“-Sein nach sich zieht … Insofern: auf baldiges Wiedersehen!