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„Weihnachten hat so eine Unaufhaltsamkeit im Näherkommen“

Wohl wahr, dieser lange Satz:

„… denn Weihnachten hat so eine Unaufhaltsamkeit im Näherkommen. Bei diesem Fest merkt man’s besonders, wie das Tempo der Welt nicht mehr auf es Rücksicht nehmen mag, so ein Fest hat langsam zu kommen, wie damals als man Kind war, da zählte man und wartete und es war trotzdem noch weit, das gehört dazu, dieser langsame Advent, nun rast man im Lebens-Schnellzug darauf zu, hält an keiner Station, und es ist nichtmal sicher, daß man in ‘Weihnachten’ halten wird, drei Minuten vielleicht – und weiter auf die große Stadt Neujahr zu, wo’s endlich ein kleines Aussteigen giebt und Händewaschen.“

(geschrieben von Rainer Maria Rilke in einem Brief an Nanny Wunderly-Volkart, am 15. Dezember 1922)

Freiwillige Feuerwehr

Gerade war Alarm. Die Sirene ist auf dem Land bei meinen Eltern noch wie in alten Zeiten am Schulhaus befestigt, mittendrin und ganz schön laut, um Dorfbewohner und Umland gleichermaßen zu alarmieren. Da ich krank im Bett rumliege und mir langweilig ist sonst nicht viel passiert hab ich mitgezählt, vom Alarm bis zu den ersten ankommenden Feuerwehrlern hat es keine 2 Minuten gedauert, bis das erste Mannschaftsauto abfahrbereit war keine 7 Minuten. Das ist wirklich unglaublich, denn die Helfer kommen aus einem Umkreis von etwa 5 Kilometern, machen das freiwillig, opfern ihre Freizeit, helfen aus Überzeugung, nicht weil sie dafür bezahlt werden. Finde ich immer wieder bewundernswert, denn das ist eben nicht selbstverständlich. Die waren vielleicht gerade zu einem netten Abend unterwegs, hatten es zu Hause kuschlig oder lagen schon im Bett, weil sie morgen früh arbeiten müssen. Und trotzdem beeilen sie sich, versuchen, schnell zu helfen. Macht mich irgendwie dankbar. Das wollt ich mal geschrieben haben.

Schokoschnute

Gestern hat mich meine bezaubernde Nichte angerufen, also eigentlich meine Schwester – aber nur als Bedienstete, denn das mittlerweile 2+3/4-jährige jüngste Familienmitglied ist schon ganz prima im Telefonieren. Gestern durfte sie nicht, weil sie den Schokokuchen überall hatte, im Gesicht, an den Händen, am Shirt, an der Schnute. Irgendjemand hat ihr mal den Begriff „schnell mal die Tante anrufen“ beigebracht, das bedeutet in unserer Familie: nicht irgendwann, sondern jetzt, sofort, unmittelbar. Dieser Plan wurde also mithilfe der Mutter, wahrscheinlich in einem nennen wir es gelinde befehlend quengligen Ton, schnell und unverzüglich ausgeführt. Und bei der Beschreibung des Schokokuchen-Schnabulierens hatte ich natürlich sofort Bilder von der süßen Schokoschnute im Kopf, die, obwohl sie sonst schon sehr deutlich spricht, kaum zu verstehen war, wahrscheinlich musste noch ein großes Stück Schokokuchen hinterhergeschoben werden, also während des Telefonierens? Soll schließlich keine unnötige Zeit vergeudet werden … 🙂