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#Sonntagsfreude

Praktisch war dieser Sonntag eine technische Pleite: mein Laptop, mein heißgeliebter Sony, lässt sich nicht mehr anmachen. Es gibt ein Stromproblem. Ich hab schon ein neues Stromkabel, das funktioniert. Nur geht er trotzdem nicht mehr an. Gut, er ist schon ein paar Jahre alt. Trotzdem.
Trotzdem freu ich mich an diesem Sonntag. Denn: Theoretisch bekommt man so zeitliche Kapazitäten, die man sonst vor dem Rechner hocken würde. Für andere Dinge. Um zum Beispiel ein Buch fertigzulesen, das seit Monaten ungelesen vor sich hindümpelt. Den 100jährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand. Ich hab zu Beginn nicht so recht in den Bestseller reingefunden. An diesem Sonntag Abend hab ich die letzten 150 Seiten in einem Stück ausgelesen. Und musste viel laut lachen. Fand es insgesamt nett und amüsant. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

20140216-194100.jpgMeine Lieblingsstelle steht auf Seite 302:
„Ich bin stolz auf dich, Herbert,“ sagte Allan. „Dass ausgerechnet du eine Fahrschule aufmachst! Wo hier doch Linksverkehr ist und alles …“
„Linksverkehr?“ Staunte Herbert. „Fährt man in Indonesien denn auf der linken Seite
?“
Das ganze Buch und das Lachen, das war meine persönliche Sonntagsfreude.

Mehr Sonntagsfreuden bitte hier nachlesen.

Brief an einen väterlichen Wegbegleiter und Freund

Man lebt zweimal: das erste Mal in der Wirklichkeit, das zweite Mal in der Erinnerung. (Honore de Balzac)

Lieber Micha,

Abschiede tun weh, wenn sie dauerhaft sind. Wenn ein lieber Mensch stirbt, dann bleibt man zurück. Ich bin heute sehr traurig, weil ich dich nie wieder neben meinem Schreibtisch sitzen haben werde, dein Schmunzeln vermisse ich schon jetzt. Deinen scharfen Verstand, deinen einfachen Blick auf die Welt, deine unglaubliche Fähigkeit, komplexe Themen so zu analysieren, dass es wirlich jeder verstehen kann. Dazu deine Fröhlichkeit, deinen Humor, deine durchaus nicht immer charmante Ehrlichkeit.

Ich bin traurig, weil du gegangen bist. Aber ich respektiere, dass der Krebs zu stark war. Ich akzeptiere, dass deine Krankheit nicht heilbar war. Ich verstehe, dass du gegangen bist. Dass du nicht mehr konntest. Und trotzdem bis zuletzt nie die Hoffnung verloren hast, anderen Menschen Mut gegeben hast und immer der geblieben bist, der du immer warst. Jetzt bist du einen Schritt weiter, hast keine Schmerzen mehr.

In meinem Herzen und in meiner Erinnerung wirst du weiterleben.