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Vorstellungsrunde

Kürzlich ist im Keller meiner Eltern ein neuer Mitbewohner eingezogen, vermutlich, denn so genau lässt sich das jetzt nicht sagen. Am Telefon haben Oma und Enkeltochter lang und breit diskutiert, warum der seltsame Geselle oft so rumsitzt, sich aber manchmal nicht blicken lässt, und hin und wieder scheinbar vor Freude ganz hoch hüpft. Und natürlich, wo genau der jetzt „wohnt“. Endlich konnte sich die bezaubernde Nichte am Wochenende dann persönlich ein Bild von ihm machen. Alle mussten mit in den Keller, Oma, Mama, Tante … Unten hat er uns einmal abblitzen lassen, aber als wir den zweiten Besuch antraten, gewährte er uns gnädigst eine Audienz. Er saß auf einer Art Podest. Meine Nichte weiß, was sich gehört und hat ihm artig alle Menschen vorgestellt. „Guten Tag, das ist die Nichte, das ist die Tante, das ist die Oma, das ist die Mama …“. Der Kerl ist etwas unhöflich, statt zu antworten hat er sich mit einem Satz davongemacht. Dabei hätte er doch zum Auftakt einfach nur sagen müssen: „Guten Tag, ich bin der Frosch – und wohne jetzt auch hier …“IMG_0927.JPG

Nicht so ganz sicher sind wir uns alle, wieso er im Keller eingezogen ist. Ist jetzt nicht so, dass da unten vorher schon mal Frösche gewohnt hätten? Aber da wir kürzlich das gemauerte Podest freigeräumt haben, war die Nichte sich ganz sicher: „Der denkt bestimmt, wir haben ihm da extra ein Haus hingebaut – oder ein Schloss …“

 

Um sich zu fühlen wie eine Prinzessin mit eigenem Schloss …

… brauchts ein Patenkind, dem im Urlaub langweilig ist. Und das auf dem iPad irgendein Spiel (minecraft) spielt, für mich als wenig spielaffinen Erwachsenen absolut unverständlich. Was dann passiert?

Patenkind (7): „Schau mal, das ist mein Dorf, ich zeigs dir, das ist das, und jenes ist jenes, und da ist, und dort….. und wenn du magst kann ich dir auch ein eigenes Haus bauen?“

Ich (wenig überzeugt und unbegeistert): „Mhhm.“

Patenkind (7): „Was soll ich dir denn für ein Haus bauen?“

Ich (kreativ wie immer): „Dann hätte ich gerne ein Schloss, passend für eine Prinzessin …“

Patenkind (7): „Kein Problem!“ Und legt los. Tippt, zieht, arrangiert, fügt zusammen, macht, tut. Zunge zwischen den Zähnen eingeklemmt, Feuereifer voraus! Ich denke, damit ist er jetzt allein beschäftigt und will mich anderen Dingen zuwenden, Äh, weit gefehlt …

Patenkind (7): „Wo soll das Schloss stehen? Was für Fenster soll es haben? Was für Türen? Wie viele Stockwerke? Was für ein Dach? Welche Treppe? ….“ Fragen über Fragen. Sehr detailliert, wie ein großer Baumeister?

Ich (vollkommen irritiert und eigentlich wunschlos): „Äh, ja also …“

Wir einigen uns, ich stehe staundend neben meinem kleinen Architekten, der mir mit einfachen Klicks ein schlossähnliches Haus in 3D baut. Mit vielen Büchern und Bildern an der Wand. Und natürlich direkt neben einem seiner Wohnhäuser, damit wir es nicht so weit haben und uns besuchen können. Um ehrlich zu sein hab ich immer noch nicht verstanden, wie das funktioniert, beim selber bauen habe ich kläglich versagt und mindestens eine Wand eingerissen. Zum Glück war das schnell repariert. Und was soll ich sagen: bin schon ein echter Glückspilz mit solchen Patenkindern? Oder wo bitteschön kommt Prinzessin sonst so schnell zum eigenen Schloss? 🙂