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Musik am Mittwoch: In diesem Moment

„In diesem Moment geht irgendwo die Sonne auf, nimmt ein Schicksal seinen Lauf, erlischt irgendwo ein Stern, scheint das Glück unendlich fern. Werden Zwillinge geboren und Liebeslügen geschworen. Werden Hoffnungen zerstört und ein Gebet erhört.

Und irgendwo wirds gerade Sommer und anderswo schon Herbst, und Menschen glauben fest daran, dass ihre Jugend wiederkehrt.

Und als einer von Millionen steh ich hier und schau nach oben, frag, wo du gerade bist und wie es da wohl ist. Und als einer von Millionen, der an Erinnerungen hängt, fühl ich dass du gerade hier bist, in diesem Moment. In diesem Moment.

Schließen Augen sich für immer, scheint ein kleiner Hoffnungsschimmer. Wird ein geschenktes Herz zur Last und durch Mitleid Geld gemacht. Wird ein Mensch zum Kampf gedrillt und ein Diktator altersmild. Wird die große Chance verpasst und am Sterbebett gelacht. Und hinterm Licht wartet ein Tunnel und am Tunnelende Licht. Nur, dass ein Plan dahinter steckt, zeigt sich für mich nicht.

Fragen nach dem großen Sinn, der die Welt durchzieht, versenden sich im All und schwingen mit in jedem Lied.

Und als einer von Millionen steh ich hier und schau nach oben. Frag, wo du gerade bist und wie es da wohl ist. Und als einer von Millionen, der an Erinnerungen hängt, fühl ich, dass du gerade hier bist – in diesem Moment.“ (Roger Cicero)

Viel zu früh, ach Roger, ich wär so gern mit dir und deiner Musik noch ein Stück weit meinen Weg gegangen. Als einer von Millionen steh ich heute hier und schau nach oben – und wünsch dir, dass es gut ist, da, wo du jetzt bist. Zum Glück hast du weiterhin eine große Auswahl an Duett-Partnern …

Tagebücher – 100 Jahre alt

Wir leben im Jahr 2014 – vor 100 Jahren war die Situation bedrohlich, beängstigend, unsicher, unplanbar.  So unmittelbar stand der 1. Weltkrieg bevor. Der so unglaublich viel verändert hat. Immer wieder erschrecken mich die Bilder der Mobilmachung, die jungen Männer mit blumengeschmückten Gewehren, geradezu umjubelt zogen sie durch die Straßen. Als ob sie mal eben als Team bei einer Sportveranstaltung antreten wollten. Und die Abschiedsworte von so vielen waren: Spätestens Weihnachten sind wir wieder daheim …

Ich habe vergangene Woche zufällig eine  TV-Dokumentation gesehen, die unter der Überschrift „14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs“ über die Vorgeschichte und den Aufbruch, von der Front, aus der Heimat und vom Kriesgende berichtet. Das sind keine Geschichtsbücher, die neutral über politische Geschehnisse und deren Folgen erzählen. Das ist gelebte und erlebte Geschichte. Aus privaten Tagebüchern, von Menschen aus ganz Europa, mit ihrer Sichtweise, ihren Gefühlen, Ängsten, Träumen, Sehnsüchten und Befindlichkeiten … Mir fehlt noch die letzte Folge, das, was ich bislang gesehen habe, macht mich nachdenklich, beschäftigt und bewegt mich – auch wenn es Vergangenheit ist – sehr!

Habe eben eine Seite gefunden mit den Hintergründen – alle 4 Folgen sind noch bis zum 4.6. verfügbar. Vielleicht hat noch jemand Interesse. Sind hier abrufbar. Und es gab schon vor Wochen 6 Beiträge im Radio, mehr kann man hier nachlesen/hören.