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Glück gehabt

An diesem Wochenende haben wir wieder Stunden mit Schaukeln verbracht. Eines der wenigen Dinge, deren die bezaubernde Nichte niemals überdrüssig wird. Samstag hat sie obendrein eine zweite Schaukel bekommen. Jetzt besitzt sie eine kleinkindgerechte Rundum-Sorglos-Version und eine Variante, auf der sie sich gut festhalten muss, da sie nicht mehr rundrum geschützt drinsitzt. Wurden beide genutzt. Fleissig.

Nun hat der Opa die Schaukel ja gebaut. Kaum war die Nichte auf dem Nachhauseweg wollte er seine Konstruktion mal selbst testen, bislang mit der Kleinkindschaukel unmöglich für einen Erwachsenen. Gesagt, getan: er nimmt Schwung, schaukelt einmal wild hin und zurück. Um dann mitsamt seiner mühsamen Konstruktion, nun ja, also: sanft im Blumenbeet der Oma zu landen. Beobachtet dummerweise von der gesamten Familie, die in der Sonne gammelt, um sich vom Nichten-Enkelinnen-Besuch zu erholen. Als dann klar war, dass er sich nicht wehgetan hat? Haben alle vor Lachen gebrüllt! Er auch. Denn es sah wirklich zu komisch aus. Und hatte er uns nicht bei Fertigstellung im letzten Jahr erklärt, dass seine Konstruktion nur so bis ca. 25 Kilo Gewicht zulässig sei? … Wir sind einfach mal froh, dass ihm nix passiert ist. Hätte auch bös ins Auge gehen können.

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Kinderwelt

Wenn ich mal wieder fast 24 Stunden mit meinen Patenkindern zusammen bin fallen mir so viele „Kleinigkeiten“ auf, diese immensen Unterschiede zu uns Erwachsenen. Die kleine Welt ist so sehr im Hier und Jetzt, manchmal so eigenartig, gar nicht Erwachsenenlogisch auf Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft ausgerichtet, dadurch schon mal voller Widersprüche in sich, und meistens doch ganz einfach:

  • Auch wenn man seine kleine Schwester abgöttisch liebt gibt es unzählige Situationen, in denen man egoistisch ist. Und sein will. Und in denen es definitiv das falscheste Argument ist, als Großer jetzt mal vernünftig zu sein.
  • Weinen ist oft Ausdruck von riesigem, individuell zu wertenden Unglück, manchmal aber auch einfach Zeichen für „grade eben war noch alles gut, jetzt muss ich irgendwie mit Heulen auf mich aufmerksam machen“
  • Als 3jährige hat man nicht das geringste Problem, minutenlang auf den Zehenspitzen zu stehen. Nicht zu balancieren und dabei zu kippeln, nein, einfach auf den Zehenspitzen stehen. Zum Beispiel beim Waschen und Zähneputzen. Oder beim Tanzen wie ein Schmetterling im Garten. Oder in den hochhackigen Schuhen der Mama, mit denen Mademoiselle besser laufen kann als ich. GNTM-verdächtig?
  • In einem Sandkasten sitzen 3 Kinder, es ist genug Spielzeug da. Allerdings will eine kleine Schwester trotzdem immer genau das, womit die anderen spielen. Und fühlt sich dabei vollkommen im Recht.
  • „In 10 Minuten“ oder jede andere Zeitangabe ist für Kids gut oder schwer aushaltbar, je nachdem, was gerade auf der eigenen Ideenliste steht. Wenn man Aufmerksamkeit braucht wird dieses „in 10 Minuten“ schon nach wenigen Sekunden hinterfragt. War das alles gar nicht so wichtig und ist in den nächsten Sekunde vergessen kann aus „in 10 Minuten“ auch eine Ewigkeit werden.
  • „Jetzt“ nach Hause zu gehen oder etwas zu beenden oder ins Bett zu gehen oder oder oder ist nur dann ein guter Plan, wenn es langweilig ist. Nur, weil es schon spät ist, das Spielen aber gerade so toll läuft, ist aber eine absolut nicht willkommene Unterbrechung.
  • Kinder sehen andere Dinge und nehmen andere Dinge wahr – wenn die große Freundin erklärt, dass sie beim Schwimmen kein Wasser in die Ohren bekommen darf bedeutet das noch lange nicht, dass man sie nicht tauchen darf. „Kannst ja die Ohren zuhalten….“
  • Liebe Eltern, wenn ihr euren Kindern verbietet, mit einem Strohhalm in einer Flasche zu blubbern, dann erklärt auch gefälligst die Konsequenzen: „Papa, das ist unfair. Du hast mir nicht gesagt, dass die Limo dann aus der Flasche rausspritzt, wenn ich Blubberblasen mache …“ Das gilt selbstverständlich für jedes Verbot, eh klar.
  • Mädchen sind anders, Jungs auch: was für mich und eine 3jährige ein wunderschönes Spiel ist ist dem 7jährigen viel zu langweilig. Die Frage ist an der Stelle dann eigentlich nur: wer motzt mehr? Denn da Erwachsene keine Lust auf motzende Kinder haben (zumindest ich) wähle ich den Weg des geschickten Ablenkungsmanövers, gar nicht immer so einfach, aber im Großen und Ganzen wollen wir ja viel schöne Zeit miteinander verbringen … oder?
  • Wenn mal ausnahmsweise die große Freundin da ist und man sich total freut, dann wacht ein 7jähriger um halb sechs auf, ist sofort in Plauderlaune und versteht nicht wirkllich, warum Erwachsene um diese Uhrzeit weder ansprechbar noch gut gelaunt sein können. Ist schließlich schon hell.
  • Schmeckt oder schmeckt nicht: auch wenn ein Kind mal was gerne mochte, kann sich der Geschmack ganz schnell verändern. Und während meines Besuchs in Franken saßen zwei verblüffte Eltern vor mir, weil ihre Kinder Dinge gegessen haben, die sie sonst nicht angerührt hätten. Meine neueste Erkenntnis bleibt aber: Mädchen so um die 3 essen gerne Butterbreze, es reicht ein kleines Stück Breze, aber viel Butter sollte es sein. Kann man so toll abschlecken 🙂iPhone_ 292
  • Erwachsene sehen in einem Garten die Blumen, die Farben, die Entspannungsmöglichkeiten, die Ruheoasen, einen herrlich angelegten Schwimmteich … Kinder? Haben dafür kein Auge, im Schwimmteich muss man schwimmen und toben, auf der Terrasse gibt es Schaukeln, im Garten gibt es geheime Verstecke, ein Trampolin, einen geheimen Gang (ja, ich musste mit, und nein, es war kein Gang, noch weniger ein Weg, an einer Stelle musste ich durchrobben, aber am Ende haben mich 2 strahlend blaue Augenpaare erwartet: „Jetzt kennst du unseren geheimen Weg!“iPhone_ 262
  • Wenn wir uns trennen ist der Große (7) immer sehr dramatisch: „Du sollst aber bleiben, immer, ich werd dich soooooooooooooo sehr vermissen“ – dieses Mal wurde er von der kleinen Schwester (3) getröstet: „Wir sehen die Doris doch schon ganz bald wieder, du musst nicht traurig sein“.

Die Welt ist ganz einfach und alles ist selbstverständlich so, wie Kinder es empfinden. Was wir Erwachsenen nur immer mit Erziehung wollen? Und überhaupt, was genau war jetzt noch mal die Trotzphase? Warum nenn ich euch beide eigentlich noch mal grade immer Motzkäfer …? Hab ich vergessen 🙂

Besuchstag bei den Großeltern

Ich habe meine bezaubernde Nichte tatsächlich einen vollen Monat nicht gesehen. Zum letzten Mal an einem Tag mit Sonnenschein, dem 1. Mai, mit der bislang witzigsten Verabschiedung in unserer mittlerweile 2einhalbjährigen Geschichte: da ich einen Abend mit meiner Freundin Andrea geplant hatte und diese auf dem Weg nach Hause für Nichte und Schwester wohnt, haben wir an diesem wunderbaren Abend einen Konvoi mit 2 Autos gemacht. Ich vorneweg, mit mindestens einem Blick immer in den Besonderheiten der Umgebung und auffälligen Gesten, sobald links oder rechts Pferde, Kühe, Schafe oder sonstige „sehenswerte“ Dinge auftauchten. Meine Nichte im Kindersitz auf dem Beifahrersitz, von Abschiedsschmerz keine Spur, dafür glockenhelles Lachen und immer wieder „hinterher“ ….

Und dann der Termin heute, ein Wiedersehen am Regentag, meine Schwester hat sich im Urlaub einen üblen Hexenschuss eingeholt. Das Ziel war folglich, uns möglichst viel draußen aufzuhalten, mit Oma, Opa, Onkels – ohne die Mama. Was heute morgen tatsächlich für etwa eine Stunde geklappt hat, denn der Opa hat für seine Enkeltochter eine supertolle Schaukel gebaut, mit der sie im wahrsten Sinn des Wortes beinahe in den Himmel hinauf kommt. Ich hab heute einmal mehr ihren Mut bewundert, sie hat echt kein Schiss, im Gegenteil, sie hält sich dann einfach gut fest, schaut kurz verschreckt, aber spätestens, wenn sie wieder Blickkontakt hat lautet die einzige Bitte „mehr, schneller, wilder!“

Am Nachmittag hats teilweise so geschüttet, dass wir froh waren, dass es Nachmittagsschlaf und später die unendlichen Möglichkeiten eines alten Bauernhauses gab. Puh, meine Stadtwohnung wäre heute einem Gefängnis gleichgekommen. Ein großes Dankeschön auch an die beiden Hauskatzen, die uns immer in langweiligen Augenblicken gerettet haben. Und Duplo oder grosse Legosteine, mit denen man vom Turm über Häuser, Ställe oder Kirchen einfach alles bauen kann, sogar einen Zug. Nicht zu vergessen die Stühle, den Tisch, ein paar Decken und Kissen, alles was man für Verstecken braucht, wenn’s nach meiner Nichte geht.

Eben waren wir noch bei den Kühen im Stall, uns wurde die dankenswerte Aufgabe übertragen, das Jungvieh zu versorgen. Sie hat gearbeitet, ich aufgepasst. Wir waren beide so was von fleißig, die beiden Kälbchen bekommen wahrscheinlich eine Kolik, so gut sind sie gefüttert worden. Und: heute ist Fräulein V. ohne jede Scheu herumgewuselt, sogar hinter den grossen Kühen lang. Normalerweise ist sie im Stall klein mit Hut, will getragen werden, hat ordentlich Respekt. Ja, ich finde, in den letzten 4 Wochen hat sie einen ordentlichen Wachstumsschub gemacht. Das geht so schnell…

Paradiesisch

Gestern hab ich meine beste Freundin gesehen, ein seltenes Geschenk, das für sich gesehen schon unendlich wertvoll ist. Und beim Abholen ihrer Eltern vom Vatertagsausflug habe ich einen Blick ins Paradies auf Erden erhaschen dürfen – so darf meins sein: Ein großer Garten, von der Straße führt eine lange Zufahrt ins Grundstück, Sichtschutz durch Büsche, Bäume, große Steinquader. Wiesen und Rasenflaechen. Alles sehr aufgeräumt, aber dennoch Natur. Dann kommt man am Häuschen an, davor wir früher auf den Dörfern eine Linde mit Bankerl drumrum. Sehr einladend. Direkt daneben ein Kinderspielplatz, mit allem was da sein muss: Schaukel, Rutsche, Klettergerüst, Sandkasten. Dahinter ein Rondell mit Bänken, in der Mitte der Lagerfeuerplatz. Hinter dem Haus Tische und Bänke mit den Gästen, der Kommunikationsort. Dann aber beginnt erst die eigentliche Gartenanlage: unter den Bäumen Liegestühle mit Blick auf den See, mit einem kleinen Boot, Steg, vielen Sitzgelegenheiten. Der tiefste Punkt der Anlage, alles läuft auf den See zu oder vom See aus. Im Hintergrund der Hügel, schön angelegt, man ahnt, dass hier über lange Jahre eine Pflanze neben die andere gesetzt wurde, mit Liebe und viel Freude am harmonischen Einklang oder Begeisterung für wilde Akzente. Hier stehen Buchsbäume, die der Anlage eine Parkähnliche Ausstrahlung verleihen, etwas weiter blüht eine Wiese voll ungebändigtem Löwenzahn. Am See sind unter einer Pergola mit gerade beginnendem Blauregen noch mal Tische aufgebaut, sehr einladend. Oder man setzt sich wirklich aufs noch warme Teakholz und beobachtet die Fische, die nach einiger Zeit neugierig auftauchen.
Gestern haben sich in diesem Paradies Freunde und Familie getroffen, Alt und Jung, friedlich vereint. Sie haben den Feiertag gemeinsam verbracht, haben Freizeit genossen. Es gab viel Essen, genug zu trinken – und in der traumhaften Umgebung durfte jeder tun und lassen, worauf er Lust hatte. Die alten Freunde sassen um den Tisch, sie haben gemeinsam gegessen und getrunken, das Leben gefeiert, auf die alten Zeiten angestoßen, sind in Erinnerungen geschwelgt. Daneben haben die kleinen Gäste gespielt, waren ganz versunken in Phantasie und die Möglichkeiten in der Natur, weitab von Straßen oder anderen Gefahren. Sicher! Und auf der Schaukel oder am Trampolin hat auch der ein oder andere Opa noch mal dem Kind in sich freien Lauf gelassen.
Und für die Ruhe zwischendurch gabs ein Nickerchen auf einem der Liegestühle. Mit Blick auf See und Himmel. Brauchts mehr zum Glücklichsein? Da fehlt nicht viel, denn sogar das Wetter war perfekt: Sonne, blauer Himmel, ein angenehmer Windhauch. Vollkommen macht es die Freundschaft, die die Menschen verbindet, die hier zusammenkommen und den Augenblick gemeinsam im Hier und Jetzt erleben.