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Übergangslösung

Jeder erobert die Übergangswohnung auf seine Weise. Meine Eltern haben sich beim Umzug ziemlich rausgehalten – jetzt finden sie sich langsam in der neuen Umgebung zurecht. Hätten gerne manches, was unerreichbar in den Kisten verpackt bleiben soll. Finden manches überflüssig, was ausgepackt und verstaut wurde. Es geht langsam, aber im Großen und Ganzen sind sie in ihrem Rhythmus geblieben. Das hilft. Am blödesten ist es für die Mietzekatze – sie pendelt grade zwischen den beiden Wohnungen hin und her. Fühlt sich im Alten nicht mehr, im Neuen noch so gar nicht heimisch. Zum Glück kann man vom Balkon der Übergangswohnung wunderbar Vögel beobachten – das hilft etwas. Die bezaubernde Nichte war am Umzugswochenende als Hilfskraft eingesetzt, sie hat die Großeltern ordentlich in Anspruch genommen. So waren alle aus dem Weg geräumt. In der Zwischenzeit weiß sie schon, wo alle „ihre“ Lieblingssachen jetzt stehen. Und sagt allen, wos lang geht. Der Rest der Familie findet ohnehin alles sehr vertraut, schließlich kennen wir die Übergangswohnung von Kindesbeinen an. Meine Tante hat hier mit uns unsere Kindheit verbracht. Also für uns ist es fast wie eine Zweitwohnung, so viel Zeit waren wir „oben“. Ja, ist alles etwas in die Jahre gekommen, das ist bei lang unbewohnten Wohnungen eben so. Aber für die Renovierungszeit sollte es schon gehen. Also auf alle Fälle besser, als auf der Baustelle zu leben. Da ist es nämlich schon sehr ungemütlich jetzt. Es wird gebohrt, gerissen, rausgebrochen … Viel Dreck. Viel Lärm. Aber es geht vorwärts. Gut so.

#Sonntagsfreude: Kletterrose

Meine Mama möchte ein modernisiertes Haus – aber Renovieren mag sie so gar nicht. Am liebsten wär ihr grad, wenn alles so weitergehen könnte wie bisher. Geht aber nicht. Deshalb ziehen die Eltern nächstes Wochenende für unbestimmte Dauer aus dem gewohnt großen Haus in eine kleine Wohnung. Wir machen es ihnen so bequem möglich, aber die Mama grummelt. Weil sie auf so vieles verzichten muss. Vor allem auf Monate auf einer Baustelle leben. Das hätte sie nämlich gern … Nicht wirklich, klar. Aber es ist wieder mal dieses Thema mit den Veränderungen. Die passen nie, auch wenn sie so lang bekannt sind und vorbereitet werden. Wenigstens haben wir einen wirklich guten Platz für alle schweren Pflanzkübel gefunden, die normalerweise den Sommer über als Blumenparadies vorm Haus stehen. Und für die neue Kletterrose haben wir den besten Platz gefunden, der kann sie künftig von ihrem Balkon aus beim hoffentlich blütenreich wachsen zusehen. Das versöhnt, zumindest ein winzig kleines bisschen. Hoffe ich.

Mehr Sonntagsfreude bitte hiernachlesen.

Schreibzeit #4 – Demut

Ich bin in den vergangenen zwei Wochen demütig geworden. Sehr. Räumurlaub, zwei Urlaubswochen zum Ausräumen, Verräumen, Leerräumen. Ein riesengroßes Projekt ist das, was ich mir vorgenommen habe, und um ehrlich zu sein: ich habe nicht mal ein Bruchteil geschafft. Durchaus viel, aber ein Haus ausräumen, in das seit Generationen nur reingeräumt wurde, ist nicht mal mit zwei Wochen Freizeit einfach so zu schaffen. Vor allem, wenn man nicht alles in den Container schmeißt. Sondern sortiert, zusammenbringt, filtert, Ordnung reinbringt. Wegschmeißt, wegstellt. Räume und Renovierungsbedarf finalisiert. Ich bin demütig, denn obwohl ich seit Monaten gedanklich alles durchgegangen bin und es im Schlaf hundert mal bereits gemacht habe: jetzt ist es soweit. Echtzeit. So etwa die Hälfte ist verräumt, der Rest muss umgezogen werden. Und dann geht’s los. Renovieren, seniorengerecht, das Alte, Besondere erhalten und bewahren, modernisieren, wo möglich. Ich habe einen Heidenrespekt vor allem, was bereits geschafft ist. Und was vor uns liegt. Viel Arbeit, aber zum Glück ein Familienprojekt. Ein ziemlich großes, ok. Aber ich bin einmal mehr dankbar, dass ich das nicht allein machen muss.

(Ja, auch wenn es auch mal einfacher wäre, so bei Entscheidungen und so)

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Bines Thema für die aktuelle Schreibzeit: Demut“

Renovieren

Ich musste eben doch sehr grinsen, eine Freundin hat mir diesen Link geschickt. Bezieht sich auf das Projekt „Räumen und Renovieren“, bzw. meinen Stolz: ich kann eine Bandschleifmaschine bedienen und mache damit nix kaputt. Laut Kolumne gibt es heute alles für die Ladies: spezielles Handwerker-Equipment, Heimwerker-Workshops und eine klare Zielgruppenansprache der Baumärkte. IMG_0689-2.JPG

Ist das eine neue Bewegung? Als ich vor vielen Jahren umgezogen bin hat mir eine Freundin geholfen, die sowohl mit Bohrmaschinen umgehen konnte als auch keinerlei Probleme hatte, E-Herd, Spülmaschine und Abflüsse auszubauen und neu zu montieren … Und in Heimwerkermärkten ist Frau doch schon seit vielen Jahren gern gesehen nebst direkter Ansprache in der Werbung? Aber stimmt schon: muss es jetzt wirklich ein pinker Koffer in Barbie-Optik sein, Tussi-on-Tour? Für mich tuts die neutrale Version in schlammgrüner Tarnoptik 😉