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Spruch zum Wochenende: Haben und geben

„Nicht der ist reich, der viel hat, sondern der, welcher viel gibt. Der Hortende, der ständig Angst hat, etwas zu verlieren, ist psychologisch gesehen ein armer Habenichts, ganz gleich, wie viel er besitzt. Wer dagegen die Fähigkeit hat, anderen etwas von sich zu geben, ist reich.“ (Erich Fromm)

Ein guter Gedanke, über den ich gern und öfter nachdenke … und der gerade in vielen, unendlich vielen Gesprächen auftaucht: wie sehr uns dieses Haben doch manchmal am Leben, vor allem am zufrieden sein hindert.

Wie hat ein alter Freund kürzlich so treffend angemerkt: ich habe genug. Mehr kann mich weder glücklicher noch gesünder machen. Ich kann nur hoffen, dass ich es auch genießen darf, was ich habe. Wer weiß, wie lang ich noch hier sein darf. Nein, er ist nicht krank, aber ein bewusster Realist. Dessen Vater in seinem Alter die ersten deutlichen Zeichen von Alzheimer hatte …

Cidade Maravilhosa

„Wenn eine Stadt sich rühmen kann, den Besucher auf den ersten Blick durch ihre Schönheit zu betören, dann diese. Für viele Menschen ist die Bucht von Rio die schönste der Welt. Vor einer steil aufragenden Kulisse von Hügeln und steil aufragenden, bizarr geformten Bergen erheben sich grüne Inseln aus dem tiefblauen Atlantischen Ozean, recken inmitten einer Natur, die auf den ersten Blick beinahe unberührt erscheint, imposante Stadtviertel ihre Betonfassaden in den Himmel.“


So ähnlich liest sich das Loblied auf Rio nicht nur in „Länder und Menschen Südamerikas“ aus den 80ern querbeet, und da steckt viel Wahrheit drin. Die Stadt hat etwas fast magisches. Kaum anderswo kann man Natur, Gegebenheiten, Architektur und schlicht alles, was das Auge aufnehmen kann, so schön erleben, wie hier. Nicht so die anderen Sinne, denn Rio stinkt, ist laut, und die Atmosphäre ist angespannt, gereizt.

Im Vorfeld war mir nicht so sehr bewusst, wie spannungsgeladen die Situation vor Ort ist. Hatten Stadt und Drogenkartelle vor den Großereignissen WM2014 und Olympia2016 eine Vereinbarung getroffen, ist die Mafia jetzt damit beschäftigt, sich „ihre“ Territorien zurückzuerobern. Täglich kommt es zu Schießereien, die Situation ist tatsächlich gefährlich. Der Sicherheitshinweis des Konsulats lautet: „Die Gefahr, Opfer eines Raubüberfalls oder eines anderen Gewaltverbrechens zu werden, ist in Brasilien erheblich höher als in Westeuropa. … Besonders stark von Kriminalität und Gewalt betroffen sind Armensiedlungen (Favelas). Von Favela-Besuchen wird daher dringend abgeraten. Diese Gebiete werden teilweise von Kriminellen und Drogenbanden kontrolliert. Bewaffneten Auseinandersetzungen, auch mit der Polizei, fallen häufig auch Unbeteiligte zum Opfer.“

Zum Glück musste ich die strikte Anweisung meiner Freunde, im Falle eines Überfalls Handy und Bargeld sofort herauszugeben, nicht Folge leisten. Ich habe mich aber schweren Herzens entschieden, nicht in die Favellas hineinzuwandern – und die Kamera habe ich, außer auf einer Rundtour, schlicht eingepackt gelassen. Wir haben einige Male Schüsse gehört, allerdings in weiter Entfernung. Und auch Kriminalität habe ich nicht gesehen. Zum Glück. Unfassbar für mich war die Omnipräsenz von Polizei, Stadtmiliz und Militär, immer in schusssicheren Westen und bis an die Zähne bewaffnet, auch in vermeintlich sicheren Stadtgebieten …

Was mich umgehauen hat, war die niederschmetternde Not, inmitten der Reichen und Schönen, inmitten der Louis-Vuitton-Blase, habe ich mehr Armut gesehen, als ich ertragen kann. Sehr mitgenommen hat mich eine alte Frau, die zu stolz zum Betteln war – sie akzeptierte Geld nur von Menschen, die es ihr mit einem Gespräch aufdrängen, meines hat sie liegenlassen, zugelassen, dass es ein anderer genommen hat. Ich habe Menschen gesehen, die in Mülleimern gewühlt haben, die vor Schwäche einfach umkippen … es hat mir einmal mehr klargemacht, wie gut es mir persönlich in meinem zufälligen Leben hier in Europa ergeht. Ich bin demütig, denn es gibt einen Unterschied zwischen sich einschränken müssen und der Nicht-Erfüllbarkeit der Grundbedürfnisse …

Für mich war es, obwohl ich Freunde besucht habe, eine Bildungsreise. Von der ich mir viele Gedanken zum Nachdenken mit zurückgebracht habe.

Spruch zum Wochenende: Immer dann

IMG_2822„Immer dann, wenn die Liebe nicht ganz reicht, wünsche ich dir Großherzigkeit.
Immer dann, wenn du verständlicherweise auf Revanche sinnst, wünsche ich dir Mut zum Verzeihen. 
Immer dann, wenn sich bei dir das Misstrauen rührt, wünsche ich dir einen Vorschuss an Vertrauen. 
Immer dann, wenn du mehr haben willst, wünsche ich dir die Sorglosigkeit der Vögel des Himmels. 
Immer dann, wenn du dich über die Dummheit anderer ärgerst, wünsche ich dir ein herzhaftes Lachen. 
Immer dann, wenn dir der Kragen platzt, wünsche ich dir tiefes Durchatmen. 
Immer dann, wenn du gerade aufgeben willst, wünsche ich dir Kraft zum nächsten Schritt. 
Immer dann, wenn du dich von Gott und der Welt verlassen fühlst, wünsche ich dir eine unverhoffte Begegnung, ein Klingeln an der Haustür. 
Immer dann, wenn Gott für dich weit weg scheint, wünsche ich dir seine spürbare Nähe.“
(Verfasser unbekannt)

Immer dann, wenn ein Jahr endet, wünschen wir uns „ein gutes Neues“ – und blicken, hoffentlich mit warmherzigen, dankbaren Gedanken, auf das Alte zurück.

2016 ist ein Schaltjahr, wir werden morgen 366 Tage miteinander verbracht haben – das macht in Summe 8.784 Stunden, 527.040 Minuten und unfassbare 31.622.400 Sekunden … Wahrscheinlich waren das nicht ganz 31 Millionen Glücksmomente, aber da waren ganz bestimmt ganz viele? Und es waren auch die nicht so schönen, weniger guten Augenblicke dabei? Aber eben nicht nur …

Zum Jahresende sinniere ich über den Reichtum an Zeit, der uns geschenkt wird. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende, mit unendlich vielen Sekunden, jede einzelne eröffnet uns die Gelegenheit, sie bewusst wahrzunehmen.

Spruch zum Wochenende: Reichtum wahrnehmen

various 886Gesundheit ist der größte Reichtum. Zufriedenheit ist der wertvollste Schatz. Liebe ist der beste Freund des Herzens. Lachen ist die größte Freude.“ (Asiatische Weisheit)

Dann lasst uns mal die kommenden Tage nutzen, um unseren Reichtum zu vermehren, Schätze anzuhäufen, dem Herzen gut zutun und uns ausgiebig zu freuen 🙂 Habt ein schönes Wochenende, randvoll an Gesundheit, Zufriedenheit, Liebe und Lachen ❤