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#Heimatverliebt: Hopfazupfermahl

Eine regionale und dazu saisonale Spezialität der Hallertau im August/September ist das Hopfenzupfermahl. Ich hab dazu vor Jahren für ein Hochzeitskochbuch einiges aufgeschrieben, auch ein Rezept, das ich hiermit zweitverwerte:

Hopfazupfamahl01

Hopfazupfamahl02

In vielen Gasthäusern der Region steht es als spezielles und traditionelles Mahl in den Wochen ab Ende August bis in den September hinein auf der Speisekarte. Weil ja rundherum die Hopfazupf läuft. Da wird meist ein Teigknödel dazu serviert, das war nicht grad typisch für das Essen im Hopfengarten, das wurde eher minimalistisch organisiert, als Brotzeit. Die Knödel gabs wohl eher beim großen Abschluss der Hopfazupf auf dem heimischen Hof – trotzdem ergänze ich ein Rezept für „Semmelknödel für Arme“:

  • 300 g Mehl
  • 3 Eier
  • 4 Semmeln, kleingeschnitten
  • Salz
  • Milch nach Bedarf
  • Petersilie

Aus Mehl, Eiern, Salz und Milch einen zähflüssigen Teig verrühren, die klein geschnittenen Semmeln und gehackte Petersilie unterrühren. Mit nassen Händen Knödel formen, in einem großen Topf im kochenden Salzwasser etwa 20 Minuten sieden lassen. Gut abgetropft direkt servieren.

Heute kommen Variationen auf den Tisch: der Kartoffelsalat wird mit Endivien vermischt, es gibt Krautsalat oder andere Beilagen. War vielleicht auch früher schon so, jede Bäuerin hat einfach das verkocht, was der Garten hergab. Rund um die Hopfenzupferzeit feiert die Region, zum Beispiel das Hallertauer Hopfenkranzlfest, das 2018 bereits zum 13. Mal stattgefunden hat. Da dreht sich alles um Tradition, aber auch um zeitgenössische Lebensart im Hopfenland.

Jule und Ina laden zum Schreibprojekt „Heimatverliebt“, dieses Mal geht es um regionale Spezialitäten aus der Heimat. In der Hallertau wird typisch bairisch gekocht, Schweinsbraten gibts natürlich nicht nur im Hopfenland. Die Kombination mit dem Kartoffel-Gurken-Salat, der kräftigen Nudelsuppe und Schmalzgebäck zum Nachtisch ist eine sehr typische Speise für die Hopfenzupf. Ganz viele Heimatliebe auf dem Teller, dazu gibts ein frisches Bier. Mehr aus unterschiedlichsten Regionen findet ihr unter dem Suchbegriff „Heimatverliebt“.

 

Sehenswürdigkeiten twittern

Mittlerweile ist es ganz normal, dass Sehenswürdigkeiten im Social Media zu finden sind. Personalisiert. Da twittert beispielsweise die Freiheitsstatue oder Michelangelos David. Ich arbeite ja mittlerweile in einem sehr freizeitaffinen Umfeld. Bislang hat der Ammersee aber noch keine eigene Twitterpräsenz. Dabei gäbs so einiges mit Potential – mal überlegen:

„So viele Radfahrer, mein Gott, als ob das schöne Wetter und die Sonne wirklich alle aus dem Haus treiben würde …“(twittert eine verwunderte Möwe kopfschüttelnd und laut lärmend vom Steg, auf dem sie Tag und Nacht, bei gutem und schlechtem Wetter „abhängt“)

„Freier Blick auf die gesamte Alpenkette“ (posted ein Ammersee Schiff auf seinem Facebook-Profil – und beweist es mit einem wirklich atemberaubenden Panorama-Bild)

„Im Garten blüht und gedeiht alles, herrlich! #Ammersee #Bayern #Frühling“ (veröffentlicht ein lokaler Blumenladen auf Instagramm und Pinterest zahlreiche Farbtupfer aus der Region)

„13 Uhr Mittagspause im Andechser Biergarten – wer noch?“ (lädt ein vom Homeoffice aus arbeitender Freiberufler unter der Präsenz „Ich arbeite am See, und du?“ seine Google+-Community ein – und erntet eine Menge neidische Kommentare ….)

Ich persönlich finde ja die Möwe super, vor allem, weil die wirklich IMMER am See ist, und alles mitbekommt, was da so passiert … Sollte die Idee mal an die Ammerseeregion spielen 🙂