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Das mit den Überschriften

Bine fragt, wie es so ist, mit den Überschriften und mir. Witzig, denn grade darüber hab ich beim gestrigen Post doch etwas sinniert. Sollte da nicht „etwas mehr Info“ ran. Also so was in der Art, dass es ja um eine Reise, um Urlaub, ums Hausbootfahren geht? Und dann bin ich doch sehr schnell wieder bei „meinem Stil“ gelandet: kurz und knackig, in einem Wort oder in möglichst wenigen. Wonach mit Sicherheit nicht gesucht wird. Soll schließlich auch gar keine Suchkriterien erfüllen, sondern vielmehr den Patenkindern spätermal beim Nachlesen einen Endruck vermitteln, wie es sich angefühlt hat.

Tatsächlich habe ich eben noch mal etwas geblättert, und in der Tat: ich gebe den meisten Überschriften schon ein ganz gutes Raster durch die Kategorien, allerdings halte ich mich weit entfernt von Top-Listen oder besten Tipps oder ähnlich gesuchten Suchbegriffen.

Was mir allerdings bei der Gelegenheit einfällt: unter der Überschrift „Beste Unterhaltung für 5jährige Hausbootfahrer“ hätte ich gerne über das Mia-and-me-Quartett-Kartenspiel berichten können. Zu Beginn wird man als Mitspieler in die Geschichte von Centopia eingeführt, die das Mädchen Mia aus der realen Welt durch Berühren eines Armreifs erreichen kann. Dort leben die Einhörner Lyria (die mit der pinken Mähne), Onchao (Liebling der bezaubernden Nichte) und noch viele andere, zum Beispiel Feuer-, Wasser-,Wind- und noch ein Drache, Prinz Mo und und und. Und Munculusse. Warum die böse sind, dazu sind wir nicht gekommen. Es war beim Quartettspielen nur schnell klar, dass die Nichte die gar nicht mag. Und wie geht jetzt, dass die jüngste Mitspielerin immer immer immer gewinnt? Sie darf, weil sie ja die Kleinste ist, immer auswählen, was gewinnt. Jawoll, so einfach ist das. Bin übrigens überzeugt, dass das Hausbootfahren ohne dieses Spiel maximal halb so viel Spaß gemacht hätte, und kann das für gleichaltrige Mädels und ähnliche Urlaubsprojekte guten Gewissens empfehlen.

Musik am Mittwoch: Jahreszeiten

Gestern ein sonnig warmer Frühlingstag, heute nacht ein paar Schneeflocken und wieder bitterkalt. Heute morgen rutschten ein paar Winterliebhaber auf Langlaufski über grün-weiße Wiesen. Irgendwie scheint es, als ob es gerade alle Jahreszeiten durcheinanderwirbeln? Dazu heute mal wirbelnde Musik, Klassik. Tolle Darbietung – viel Spaß!

Spruch zum Wochenende: Weib, Wein und Gesang

Als mein Freund Andi vor einigen Jahren in einem Gespräch einen Gedankengang in Worte gefasst hat, war mir nicht klar, dass das alles mal so zusammenkommen könnte, auch wenn klar ist, dass ES passiert: „Unser Chor stirbt, so wie wir ihn kannten, wird es nicht mehr sein. Irgendwann sterben unsere langjährigen Weggefährten.“ Jetzt verabschieden wir uns von unserem lieben Fritz, einem begnadeten Tenor. Seine Stimme war all die Jahre tragend, auch wenn er selbst als alter Mann noch nervös und aufgeregt wie ein kleiner Junge war. Wehe, es kam kein anderer Tenor, dann war der Fritz kurz vorm Nachhausegehen, er allein, das kann ja nicht …
Ein lebenslustiger, fleißiger Mensch. Immer im Einsatz, erst für die Arbeit, später als Rentner in fremden Gärten und auf den Sportanlagen der Gemeinde. Bis weit über 60 war er topfit, sportlich, athletisch. Dann kamen die Knie. Vor etwa einem halben Jahr meinte er mal kleinlaut, dass er sich vielleicht früher hätte operieren lassen sollen, dann wäre er länger mobil gewesen. So eingeschränkt, das wäre nichts. Und das einem Menschen, der die Freiheit und die Natur so sehr geliebt hat.
Als junge Männer hatten sie sich als Freundeskreis und Volksmusikquartett zusammengetan, die Buam reisten für ihre Auftritte weit herum, lernten schöne Orte kennen. Und haben bestimmt auch das ein oder andere Frauenherz unterwegs gebrochen. Gutaussehend, charmant, eloquent, das waren sie wohl alle. Aber der Herzensbrecher, ja … Mit etwas Wein ließ der Fritz sich wohl auch mal betteln und gab das ein oder andere Solo zum besten. Unvergessen sein Chianti-Wein auf einer meiner Geburtstagsfeiern. Wir hatten alle Tränen vom Lachen in den Augen. Ein Komödiant, Couplet-Sänger, begnadet. Und dabei bescheiden. Ich werd ihn vermissen, nicht nur, weil er mein persönlicher großer Fan war. Keiner meiner eigenen Auftritte, ohne den prüfenden Blick über die Schulter in den Tenor, „hat der Fritz was im Auge?“ Sonst konnte ich mit der eigenen Leistung nicht so sehr zufrieden sein, das war mit den Jahren so was wie mein eigener Leistungscheck.
Wie viel haben wir gemeinsam erlebt, obwohl doch so viele Jahre zwischen uns lagen. Eins ist noch offen, auf einer Weihnachtsfeier vor vielen Jahren habt ihr mir versprochen, mir ein besonderes Lied zu einem besonderen Anlass zu singen: „Mia San zwoa dumme Deife“. Ein Duett, das ich nur ein einziges Mal in meinem Leben hören durfte, spät auf einer Chorfeier, bei der sehr viel getrunken wurde und du dich schon Stunden früher nach Hause verabschiedet hattest, um wie immer von allen Seiten zum Bleiben genötigt zu werden. Weil es ohne dich nur halb so lustig wäre. Mein lieber Fritz, das werd ich einfordern, später, wenn ich auch da bin, wo ihr jetzt seid. Und welcher Spruch würde besser für dieses Wochenende passen: „Wer nicht liebt Weib, Wein und Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang.“ ( Martin Luther)