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Engel im Advent

Ein schönes Motto hat sich die Grundschule der bezaubernden Nichte für die Adventsandacht ausgedacht: wir alle brauchen einen Engel. So war das knapp einstündige Programm mit Liedern und Texten rund um die so wertvollen Begleiter angefüllt. Und auch der Herr Pfarrer konnte mit Worten einiges aus der Religion beitragen. Interessant für mich einmal mehr, wie viel Mühe sich die Erwachsenen gegeben haben, die Drittklässler waren sogar in Engelskostüme gesteckt worden, um nachdenkliche Gedanken an den Schutzengel und ans Christkind aufzusagen …

Bei der bezaubernden Nichte und ihren Mitschülern ist die Botschaft aber gar nicht angekommen. Sie waren vollkommen konzentriert auf: wo sitze ich? Wann kommt unser Auftritt? Wie geht noch gleich mal wieder der Text. Ich darf ein Licht halten. Ich gehöre zu den Musikern/ich nicht. Ich darf kein Engel sein, das dürfen nur die aus der dritten Klasse … Im Unterschied zu uns Erwachsenen sind Kinder einfach sehr viel mehr im Hier und Jetzt. Die Engel waren Teil des Programms und die Zweitklässler wären natürlich auch zu gern Engel gewesen. Wir Erwachsene haben den Texten gelauscht, die Kinder hatten die Aufgabe, die Texte zu sprechen/lesen/singen …

Nach dem Programm gabs im Schulhof Glühwein, Kinderpunsch und Bratwurstsemmeln – die Kids konnten im Schulgarten toben. Eine Eule (oder besser einen uralten Kauz entdecken) … Und auf dem Heimweg haben wir dann doch noch mal über die vielen Schutzengel sprechen können, die jeder von uns zum Glück hat. Immerhin.

Das mit dem Lebkuchenteig

Wenns um Ideen für Kindergeburtstage geht, die viel Arbeit, aber auch viel Spaß machen, bin ich bekanntermaßen ganz vorne dabei – jetzt feiern wir Samstag nicht die erste Party der bezaubernden Nichte, dazu ist es der 7. Geburtstag, also eine magische Zahl. Da muss was besonders her. Gewünscht hat sie sich: Reiten, gutes Essen, Basteln …

Also wirds wieder ein Geburtstag im Pferdestall, statt 1 Pferd für viele Kinder wie vor 2 Jahren soll es dieses Mal ein Pony pro Kind sein. Danach gibts Kuchen und Nudelsalat, die Oma muss ihr einen Igelkuchen machen – nur beim letzten Punkt war guter Rat teuer. Weil irgendwie gabs ja alles schon mal. Und meine Idee, gemeinsam Plätzchen zu backen, wär zwar super – geht aber im Reiterstüberl wegen nicht vorhandenem Herd nicht … also weitergedacht: Wieso bastelt nicht jedes Kind ein Lebkuchenhaus, zum mit nach Hause nehmen? Dann brauchts auch keine Gastgeschenke. Entschieden, so wirds gemacht.

Also hab ich am Wochenende Lebkuchen gebacken. Zweimal, weil der erste Teig war außer knochenhart und hässlich mal gar nix. Der lies sich erst nicht ausrollen, danach aber ganz bestimmt nicht schneiden. Den ersten hatte ich aus den Weiten des www, war von einer Userin als „super einfach und perfekt für Lebkuchenhäuser“ angepriesen worden. Von wegen! Da gabs dann auch eine vorsichtige telefonische Nachfrage der Nichte, ob denn schon noch alles klappen würde? …

In so einem Fall geht Frau auf Nummer sicher, es gibt ein Kochbuch, auf das in unserer Familie verlässlich zurückgegriffen wird, Hedwig Maria Stubers „Ich helf dir kochen“. Da klappt einfach jedes Rezept, wie auch die Honiglebkuchen, die ich zwar leicht abgewandelt habe, aber: wir haben genug Material für 10 Lebkuchenhäuser. Ich hab sogar ein paar Teile extra gemacht, falls was bricht. Und für Deko hats auch gereicht 😉

Sonntagsfreude: Feste feiern

Meine Freundin hatte zum runden Geburtstag eingeladen und ankündigt, ein großes Fest mit vielen Menschen zu machen. Ich muss gestehen, dass ich vorsichtig mit meiner Erwartung war. Man kennt das ja, große Kreise bedeuten auch manchmal wenig Berührungspunkte untereinander…

Große Freude hatte ich im Vorfeld beim Geschenk, denn ich hab ihr unsere musikalische Vergangenheit, die noch auf alten VHS-Kassetten existiert, aber nicht mehr abspielbereit ist, digitalisieren lassen. Weiß also, dass wir schon bald einen zweisamen DVD-Abend mit viel Glückseligkeit und Schwelgen in Erinnerungen vor uns haben. Und hab ihre Vorfreude durch ein paar Vorab-Bilder angestachelt.

Dann wurde der gestrige Abend ganz unkompliziert ein Abend randvoll mit Musik. Wer aus einer Musikerfamilie stammt und sein Leben lang in Chören und Gruppen aktiv ist bekommt zum Geburtstag Programm, ihr Bruder hat mit 4 Musikerkollegen ein Rahmenprogramm zum Tanzen geboten, ihre Chorkollegen haben ihr ein Medley mit eigens gedichteten Passagen und Choreographie gewidmet – kurz vor Mitternacht bekam sie eine eigens für sie angefertigte und aus Südtirol geholte Teufelsgeige, mit der sie in ihr neues Lebensjahrzehnt feierte und tanzte. 

Ich durfte den Abend fotografisch festhalten und weiß, wie viel herzliche, lachende Augenblicke es waren (die erste Speicherkarte war nach einer Stunde voll…). Und hab mich so sehr mit ihr gefreut. Auch wenn es zu viele Memschen waren und sie sicher nicht mit jedem ihrer Gäste sprechen konnte, sie war der strahlende Mittelpunkt. Genau so soll es sein, und ob es jetzt jedem Gast gefallen hat, so alles und insgesamt? Egal, es war ihr Fest, so wie sie es sich gewünscht hat … und wie sehr die Feier durch ihre Familie getragen wurde, von den Vorbereitungen bis zum Tische abwischen zum Schluss. Ja, ich erkenne da ganz viel meine eigene Familie und wie wir miteinander leben, uns unterstützen, zusammenhelfen. Ich mag das – und bin heute trotz viel zu wenig Schlaf lächelnd aufgewacht, weil mir so viel schöne Momente in Bildern durch den Kopf gehen. 

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.