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Familiengeschichten: Schwammerl

Ich hab ja schon verraten, dass mein Papa ein Pilzsucher mit Ambitionen ist. Gerade wird’s ihm fast zu viel, neben den ganzen Festvorbereitungen und sonstigen Verpflichtungen auch noch täglich in die Schwammerl zu gehen. Rückkehrend mit zwei vollen Eimern verteidigt er sich mit einem verlegenen Lächeln gegen die schon leichten Vorwürfe meiner Mutter, dass es gerade doch wirklich anderes zu tun gebe: „Mein Platz ist mir Verpflichtung, da wachsen viel zu viele. Wenn ich die nicht hole, dann finden andere sie. Und die kommen dann wieder. Nein, das muss ich machen, ist und soll mein Platz bleiben. Der muss verteidigt werden.“ Also, da bleibt ihm doch gar nichts anderes übrig, als täglich „seine“ Schwammerl zu hegen und zu pflegen?

… Nur langsam geht der Platz in der Tiefkühltruhe aus, und tagtäglich Pilze essen, das will er dann doch nicht.

Schwammerlsuche

Samstag durfte ich die bezaubernde Nichte und den Opa in den Wald begleiten. Mit dem Traktor, natürlich hatte sie den bequemen „echten“ Beifahrersitz mit großem Kissen – ich durfte auf die andere Seite, wo kein Mitfahrer geplant ist, also den schmalen Streifen am Fenster. Genau richtig für den Mini-Tanten-Hintern …

Irgendwo zwischen Regen und Sonnenschein waren wir dann an Opas geheimsten Pilz-Hotspots unterwegs. Und haben auch gut was gefunden. Iiiich ja eher weniger, mehr noch der Opa – aber eigentlich nur das Adlerauge, das durch die geringere Körperhöhe noch näher am Boden ist. So kams, dass wir doch mehr als eine Stunde fröhlich einen Pilz nach dem anderen aus Mangel an einem Eimer in einem Handtuch gesammelt haben. Daneben haben wir noch den riesengroßen Fuchsbau inspiziert, der recht neu am Hang ist. Und auf dem Heimweg war tatsächlich endlich mal wieder der Herr Reiher, der im alten Baum neben dem Fischweiher „wohnt“, zu Hause, stand bis übers Knie im Tümpel. Und zwar seelenruhig minutenlang …

Die Bank auf dem Dorfplatz

Als ich ein Kind war saßen die alten Männer des Dorfes gerne zusammen auf dem Dorfplatz, auf einer alten, schon ein wenig morschen Bank, die direkten Anwohner haben sich einen Stuhl nach draußen getragen. Im Schatten saßen sie, redeten, rauchten, schauten. Irgendwann haben ihnen die damals jungen Männer eine schöne massive Bank und einen stabilen Tisch gestiftet. Kaum waren die neuen komfortablen „Sitzgelegenheiten“ da, sind die Alten von damals innerhalb von kurzer Zeit gestorben. Einer nach dem anderen. Irgendwann saß keiner mehr da, außer den Teenagern des Dorfes. Immer wieder fühlten sich die aber zu sehr auf dem Präsentierteller und suchten sich andere, geheimere Orte. Hin und wieder hat sich in den letzten 20 Jahren schon mal einer hin und ein anderer dazugesetzt. Aber so wirklich früh gekümmert hat sich keiner mehr, erst wurde der verwitterte Tisch entfernt, letztes Jahr dann das Bankerl … Vor ein paar Monaten haben die Jung-Feuerwehrler eine neue Sitzgruppe aufgestellt, ein schöner Tisch, zwei bequeme Holzbänke. Und so sitzen neuerdings immer öfter wieder ein paar alte Männer zusammen auf dem Dorfplatz, ratschen, schauen und sind einfach da. Aber nicht nur die, auch ein paar Damen haben das Platzerl für sich entdeckt und verweilen. Und wenn die Alten aufstehen und gehen trifft sich die Dorfjugend, die cool findet, dass sie gesehen wird. Schön, so ein gut frequentierter Platz mitten im Ort.

Musik am Mittwoch: So soll es sein

Was für eine Überraschung- ein Mädchen wirft ein paar Münzen in den Hut eines Straßenmusikers. Was dann kommt bereitet mir Gänsehaut. So sollte es sein, einer fängt an, alle anderen stimmen ein. Ein Spruch lautet in etwa, wo man singt und musiziert, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen kennen keine Lieder. Die Musikerin in mir würde am liebsten mitsingen, zumindest möchte ich hier gerne begeistert klatschen. Sehr gelungen und eine wundervolle Idee!