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Mein (Gärtnerinnen-)Herz tanzt #4

Vor vielen Jahren hab ich zwei kleine Sanddorn-Pflanzen – eine weibliche und eine männliche, wie mir erklärt wurde – im großen Garten des elterlichen Bauernhofs in die Erde gesteckt. Dieses Jahr hab ich zum ersten Mal „geerntet“. Denn zumindest die eine haben meine männlichen Verwandten groß werden lassen, wenn auch immer wieder wild zugeschnitten. 

Egal, so kams, dass ich heute morgen von meinem Vater in der Traktorkanzel in luftige Höhen bugsiert wurde, um an die Orange leuchtenden Früchte heranzukommen. Jetzt weiß ich übrigens, warum Sanddorn so wertgeschätzt wird: es dauert Stunden, bis man noch nicht mal einen halben Eimer voll gepflückt hat. Dazu zerstechen die dicken Dornen sogar dickste Handschuhe. Und dann ist man weitere Stunden beschäftigt, Spinnen, Käfer, Tausendfüßler und viel Dreck auszuklauben, ehe es an die Verarbeitung gehen kann … aber die Mühe hat sich gelohnt, meine Tante, die den Saft einkochen wird, hat sich gefreut, und für mich wird auch ein Flascherl voll Vitamin-C abfallen. 

Alle zufrieden – achso, und dann hat mir meine Aktion auch noch einen kleinen Abstecher in die Lieblingsstadt Landshut eingebracht, wo ich tatsächlich die ersten LaHo-Mitwirkenden für 2017 entdeckt habe, die jetzt natürlich schon wieder fleißig dabei sind, Sich die Haare lang wachsen zu lassen. So kann man sie leicht erkennen. Und so schön herbstlich ist’s überall, und dann noch Sonnenschein. Irgendwie ist heut ein Tag, an dem mein Herz einfach tanzt …

Die Obstpflückerin

Kürzlich hab ich mich mittags 20 Minuten in den schönen Obstgarten, ab von der Straße, weitab von der Strandpromenade gesetzt. Und einer Frau zugeschaut, wie sie Obst vom Baum geholt hat. Sie hatte dazu eine eigene Technik und das perfekte Outfit: eine grüne Latzkose, dazu hohe Gummistiefel, eine langärmlige Bluse und ein Kopftuch. Hält Wespen, den Dreck vom Baum und matschiges Obst fern. Unter dem Baum hatte sie weitflächig eine Plane ausgelegt. Mit einem langen Stiehl mit Griff fasste sie die Äste und schüttelte. Sacht, damit nur das reife Obst runterfällt. Dann fasste sie die Enden der Plane zusammen. Ich wollte ihr zum Umfüllen in die beiden Eimer zur Hand gehen – aber „Nein, das ist lieb, vielen Dank. Ich muss jetzt erst mal alles rausfischen, was matschig ist, das dauert – und keine Sorge: ich hab da meine Technik, mache das seit Jahren alleine …“. Süß, die Frau Obstpflückerin, wie sie da ihren ganz eigenen Stil entwickelt hat? Da kommt nur handverlesene Qualität ins Glas, die Marmelade würd ich sofort kaufen.

Trotzkopf reloaded

Sie sind wieder da. Der Umzug ist vollbracht, es war für alle Mitwirkenden sehr anstrengend. Aber alles befindet sich mittlerweile im neuen zu Hause, es wird bestimmt noch Wochen dauern, bis alles seinen Platz gefunden hat. Trotzdem, sie sind back home. Donnerstag war die Patentante als Bespaßungsprogramm eingeladen, während die Eltern mit den Großeltern versuchen, das Chaos zu lichten und das neue Heim bewohnbar zu machen.
Das an und für sich ist schon ganz schön und wir hatten auch immer mal wieder Spaß. Nur ist das mit der Trotzphase gar nicht so einfach. Weder für das trotzige Kind noch für alle anderen. Zum Beispiel folgende Situation: Miss Trotzkopf Fast4 möchte gern mit mir spielen. Das ist Mr Trotzkopf 8einhalb schon nicht recht. Ich setze mich über alle Einwände hinweg und baue ein Spiel auf. Natürlich falsch. Der Große und ich beginnen zu spielen, S. nölt, haut, schreit, weint … Trotzt. Ohne Grund, aber selbstverständlich mit viel Recht. Irgendwann spielen wir tatsächlich zu dritt, ein anderes Spiel. Natürlich. Danach wird wieder getrotzt und gestritten. Grade keine leichte Situation? Und nicht alles kann auf Veränderung und Umzug zurückgeführt werden. Klar, das ein oder andere Spielzeug versteckt sich noch in einer Umzugskiste, aber das waren die kleinsten Probleme. Und trotzdem werd ich mir in der Erinnerung zwei erdbeerverschmierte Schnuten an der Kasse des Selberpflückfeldes und den Raketenbau im Garten in Erinnerung behalten. Kleine Monente, in denen zwei Geschwister einfach nur ans miteinander was schaffen denken, statt gegeneinander zu arbeiten. Und dann hab ich ja kürzlich gelesen, dass Trotz nie logisch ist – und nur mit Humor zu ertragen ist. Dann mach ich das mal.