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Brief an Marie

Endlich wiedergefunden: diesen Zeit-Artikel, in dem ein Papa seiner Tochter einen Brief schreibt – um sich zu erklären, denn mit seiner Rolle fühlt er sich ihr gegenüber sichtlich unwohl. Hat ein schlechtes Gewissen. Eigentlich will er seiner Tochter eine unbeschwerte Kindheit schenken, klappt aber nicht. Weil der Druck auf die Kinder wächst, weil sie auch am Wochenende lernen müssen, statt zu spielen und Kind zu sein, weil es straffe Zeitpläne gibt. Weil man sich als Eltern schnell selbst unter Druck gesetzt fühlt von der Leistungsgesellschaft. Verzwickte Angelegenheit. Gleichzeitig eine Entschuldigung – aber auch keine. Weil eigentlich ist ihm ja klar, dass seine Tochter ihn gar nicht so rundum mit allen seinen Bedenken verstehen kann. Für sie ist ja ihre Welt normal. Alles, was Erwachsene von Kindern fordern: ist eben so. Sie kennt es nicht anders. Noch nicht mal einen Tag sei es ihm gelungen, sie das Kind sein zu lassen, das sie doch eigentlich sei …

Eine Frage, die beim Lesen unterschwellig auftaucht: ist es überhaupt unser Maßstab, also der Maßstab der heutigen Erwachsenen, über das Erleben der Kindheit zu urteilen? Auch wir sind vollkommen anders aufgewachsen, als die Generation vor uns. Und die davor und die vielen, die davor waren. Und ich sage mit Überzeugung, dass meine Kindheit wunderbar und unbeschwert war. Weil ich es so empfunden und gefühlt habe. Das sagen auch meine Eltern, die der Nachkriegsgeneration entstammen. Und da waren Erzählungen der Großeltern, die im ersten Weltkrieg Kinder waren. …

Was werden die heutigen Kinder über ihre Kindheit sagen, wenn sie da ankommen, wo wir heute bereits sind? Der Artikel ist so superklasse, toll geschrieben, fasst den Leistungs-Leidensdruck, der Eltern im wahrsten Sinn des Wortes handlungsunfähig macht, so auf den Punkt zusammen – dass ich ihn einfach nur zum lesen empfehlen kann.

Lausbuben im Schnee

Manchmal muss man den Wetterprognosen trotzen und Gelegenheiten ergreifen, um liebe Freunde zu besuchen. Nach langer Zeit mal wieder die ganze Familie, und nicht nur meine Freundin, die Mama, abends in der Stadt sehen. Sich eine Stunde ins Auto zu setzen und über die Autobahn gen Süden in die winterlichen Berge fahren. Sich über Schnee und blauen Himmel mit Sonnenschein in Garmisch-Partenkirchen freuen. Die Neuheiten im Haus der Freunde bewundern, die so viel investieren, selber machen, das Zuhause ist dadurch nicht perfekt, aber wunderbar! Mich freuen, wie sich die beiden Jungs entwickeln, der Große ist einfach nur durch und durch Zucker. Ein Kindergarten-Lausbub, wie er im Buche steht. Genau so muss es sein. Der Kleine hatte einen schlechten Tag, zu wenig geschlafen, dann kommen auch noch Fremde. Das ist zum Schreien und Sich-auf-dem-Boden-Wälzen. Klar. Nur ganz konnte er das nicht Durchziehen. Und wenn er dann doch lächeln, lachen oder flirten musste, dann war da ein Dahinschmelzen in der Damenwelt – Kindchenschema. Wirkt.
Später haben wir uns in großer Runde auf zum Weihnachtsmarkt am Richard-Strauß-Platz gemacht. Kindergärten und andere lokale Verbände verkaufen vor allem selbstgemachte Advents-Dekoartikel, Strickwaren und leckeres Essen. Mir war es klein genug und mit genug Lokalbezug, um mir zu gefallen. Und für mich alten Supperkaspar eine paradiesische Auswahl an warmen Suppen und Eintöpfen, warmgehalten von Kindergartenkindern über einer echten Feuerstelle, sah toll aus und war lecker.
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Für die Kleinen war viel Programm geboten: ein Nikolaus verteilte Packerl, ein rosafarbenes Karussell drehte geduldig Runde um Runde, kunterbunte Popcakes am Stiel, Süßkram. Allerdings steckt mal wieder das größte Potential woanders: der große Schneehaufen, am Rande des Weihnachtsmarkt wie zufällig zusammengeschoben, war DIE Attraktion. Artistische Stunts, toben, sich beschmeißen oder runterschmeißen, kraxeln, stampfen, Schneeballschlacht, Schnee-Engerl …. Das Leben kann so herrlich einfach sein, wenn man Lausbub oder Lausdirndl ist. Netter Nebeneffekt für Eltern und erwachsene Begleitpersonen: genau an der Ecke war der beste Platz in der Sonne mit Bergblick. Bin nicht sicher, aber ich glaube es war die Zugspitze, die da hoch aufregte, in der Sonne glitzerte und später über den Wolkenbergen thronte um noch später darin zu versinken. Schön!

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Das Osterwochenende war viel zu kurz!

Und das mein ich genau so, wie ich es sage. Es liegt nicht nur an der einen Stunde, die uns durch die Zeitumstellung geklaut wurde! Nein, irgendwie waren die letzten Jahre 4 Tage 4 Tage, also 4 x 24 Stunden. In diesem Jahr waren es gefühlt maximal 2 x 24 Stunden, so schnell ist die Zeit verflogen … Dabei hab ich vieles genau so gemacht, wie immer. Also zum Beispiel Freitag einen Frühlings-Wohnungsputz à la Katzenwäsche. Also ist zumindest die ganze Wohnung mal wieder gesaugt worden. Danach ein kurzer Ausflug ins Spa. Dann wars schon Abend. Am Samstag Ostereier färben und Mama beim Oster Hausputz helfen. Den Abend am Kachelofen genießen. Dann wars schon vorbei. Sonntag Osterfrühstück mit der ganzen Familie. Nicht ganz so, wie üblich, denn mit einer Zweijährigen am Tisch wirds etwas bunter. mein gelbes Ei ist mit Schale im Salat gelandet. Schale entfernen mit Dressing? geht, aber dauert. Nachmittags muss die Tante mit Nichte schlafen gehen. Danach waren wir megakurz draußen – dann wars schon wieder Abend. Montag endlich mal bei zwei ausgiebigen Spaziergängen viel frische Luft getankt, bei Eiseskälte, aber immerhin. Nur wars danach schon wieder abend. Und wo sind jetzt genau meine 4 freien Tage am Stück geblieben? Gut, dass eine kurze Woche ist und der erste Tag bis zum Wochenende schon rum ist 🙂

4 Highlights der letzten 4 Tage:

1. Tante zur Nichte: „Ja, is klar, du hast nur Blödsinn im Kopf – ich kenn dich schon.“ Antwort der (zweijährigen) Nichte: „Ich dich auch!“ (grinst schelmisch)

2. Ein lieber Freund wird Papa, ich freu mich, die beiden werden wunderbare Eltern!

3. Mein Hundefreund Frodo hat ein Auge weniger, dafür keinen Krebs mehr. gestern beim Spazierengehen hart man ihm das fehlende Auge schon fast nicht mehr angemerkt, ich bin so erleichtert!

4. Ich mag Ostern, Osterbräuche, bunte Eier, den Osterhasen, die Geschichten – Ostern ist toll!

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