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Die Weihnachtstage

Was in Erinnerung bleiben darf:

  • Obwohl meine Mutter keine Lust auf Backen hätte werden wir wohl noch etwas an den Plätzchenbergen „arbeiten“ – der erste Plätzchenteller darf übrigens erst zu den Feiertagen zusammengestellt werden, so will es das Gesetz (das war schon immer so …)
  • Auch wenn der Kühlschrank zum Bersten gefüllt und der Keller als zusätzlicher Stauraum für Vorräte genutzt wird fürchtet meine Mutter, dass es nicht reichen könnte
  • Auch wenn es eigentlich viel zu viele Geschenke waren fand Nichte 2.0, dass sie zu wenig und vor allem von mir nicht genug bekommen hat – Reminder an mich: sie wünscht sich eine Lichterkette wie die über meinem Bett !!!
  • Mein riesengroßes Bett ist übrigens viel zu klein – zumindest wenn eben diese Nichte mit mir da drin übernachtet. Merke: 4,5jährige brauchen etwa ihre Körpergröße mal 2-3 Meter für sich. Plus eine Bettdecke, die sich flexibel an „zu heiß“ und „brrr, eisekalt“ anpasst
  • Wenn eben diese Nichte 2.0 noch nicht schlafen möchte, dann erzählt sie eben der Tante noch ein paar Paula-Geschichten ❤️
  • Nichte 3.0 schläft natürlich mit der Mama im Gästezimmer, aber früh will sie dann am liebsten eine Telefonvideokonferenz mit ihrer Tante Coco ❤️
  • Generell nimmt sie mich einfach an der Hand und geht mit mir auf ihre Streifzüge durchs Haus – immer erst mal zielsicher nach oben in ihr Gästezimmer, dann ins Wohnzimmer des Onkels zum Schaukelpferd, Treppe auf dem Popo runterrutschen, zum geheimen Schokoladenversteck … mit verschmiertem Mund und Patschhändchen dann den weißen Gang zum Badezimmer und so weiter
  • Alle 3 Mädels haben den kleinen Onkel und seine Frau „viel zu lange“ nicht mehr gesehen und sehr vermisst, da waren gemeinsames Spielen und draußen toben am Matschberg und immer wieder miteinander kichern und lachen wirklich mehr als überfällig
  • Mehr Onkel und Tanten sind bei 3 Nichten, die jede allein Zeit für sich einfordert, auch echt notwendig, denn jede zieht mir ganz schön Energie (vor allem, wenn ich wegen dem zu kleinen Bett eine Nacht kaum geschlafen habe, weil ich da einfach nicht mehr reingepasst habe …)
  • Der neue Chefhase „Stupsi“ ist am Morgen des Heiligen Abends über die Regenbogenbrücke gegangen und wurde in einer liebevoll zum Hasensarg umgestalteten Schachtel mitgebracht, um seine letzte Ruhestätte auf dem Tierfriedhof unter dem Kirschbaum zu finden. Die Zeremonie war dank des familiären Zusammenwirkens angebracht feierlich …
  • Das Pubertier (formerly known as bezaubernde Nichte) war entsprechend der Umstände meistens in das restliche Geschehen involviert, manchmal musste sie das peinliche Geschehen aber auch lautstark Missfallen äußernd für kurze Auszeiten verlassen
  • Ihr Fazit: Schafkopf ist nicht an einem Abend zu lernen, vor allem, wenn unterschiedliche Spieler mit verschiedenen Übungsstufen (Onkel, Vater, Opa ..) es unterschiedlich erklären
  • Trotzdem ist sie noch nicht zu alt, sich vom großen Onkel als Flieger in die Lüfte heben zu lassen – ein bisschen leichter fällt es ihm bei Nichte 2.0. Die zeigt auf seinen Schultern, dass sie jetzt dank ihrer Ballettstunden eine tolle Körperhaltung hat – und wischt grazil Omas Entensammlung vom Regal
  • Nichte 3.0 ist mit dem kleinen Onkel ungeschlagen der beste Plätzchenvernichter in der Familie
  • Mein Vater, Opa der bezaubernden Nichten, hat ungeschlagen die beste Spürnase für die Ruheoasen inmitten des hektischen Familientrubels
  • Dieses Jahr war definitiv zu wenig Zeit für Weihnachtsfilme!

Und nicht zu vergessen: möglich war das unbeschwerte Zusammensein, weil alle in den Tagen vor dem Fest so weit möglich nicht viel unter anderen Menschen waren und wir alle frisch negativ getestet waren.

Für uns alle zum Glück selbstverständlich, nicht weil, aber auch weil wir in den Tagen zuvor schockiert von der Erkrankung einer Großfamilie aus unserem Bekanntenkreis waren und noch sind – der Vater bzw. Großvater ist am Tag vor Weihnachten leider verstorben, drei der Geschwister in meinem Alter sind teilweise noch beatmet im Krankenhaus …

Geburtstage feiern …

Wenn man so lang auf so viel verzichtet hat. Wenn man dann aber den so lang ersehnten eigenen Geburtstag in greifbarer Nähe hat. Wenn die Vorfreude von Tag zu Tag steigt. Wenn sowieso ein Besuch bei den Großeltern überfällig ist, weil Oma und Onkel ja auch Geburtstag haben … und überhaupt: wenn es einfach Zeit ist. Und dann auch noch die sinkenden Zahlen einfach stimmen. Dann kann man seinen 4. Geburtstag auch mehr als einmal feiern. Vorher. Am Geburtstag. Und danach auch noch.

Und so hat es Nichte 2.0 gehalten, sich über alles soooo sehr gefreut. Vielleicht tatsächlich noch ein ganz kleines bisschen mehr, weil, na ja, weil halt …

Leider konnte die sonst fürs Partyprogramm zuständige Tante nur bei der Familien-Vorfeier dabei sein. Das war aber auch schon ganz ok so. Wobei aktuell immer noch wichtiger ist, dass die Tante und der Onkel mit den Kuhweiden da sind, weil das sogar noch seltener und dadurch kostbarer ist… Insofern kann ich nur Beobachtungen aus 2. Hand weitergeben: 4 auch so um die 4 Jahre alte Mädels haben einen sonnigen Nachmittag im Garten verbracht. Es gab kein Gezicke, sehr viele strahlende Gesichter und ganz viel „oh, ist das schön, dass wir uns sehen!“

Und ganz viel Hoffnung ist da, auf einen gesunden Sommer, auf Kindergarten, auf Spielen mit Freunden im Garten und auf dem Spielplatz – weil es eben schon schön wär. Kann ich so was von gut verstehen …

Familiengeschichten: Generationen verändern sich

Gerade tritt familiär deutlich zu Tage, dass sich Ansichten verändern.

Hintergrund ist, dass meine Tante, die ältere Schwester meines Vaters, vor vielen Jahrzehnten geheiratet hat. Einen Mann, der bei meinen Großeltern nicht gut ankam. Warum, weshalb, lange her, vielleicht auch längst vergessen. Trotzdem war er kaum als Familienmitglied aktiv. Ich brauche nicht alle meine Finger, um aufzuzählen, wie oft ich ihm in meinen Lebensjahren begegnet bin. Und selbst wenn hab ich nie einen echten Kontakt aufgebaut, ihn nicht gekannt.

Vor etlichen Jahren hat sich meine Tante aus Gründen von diesem Mann getrennt, lebt seitdem allein. In der Verwandtschaft fiel der Unterschied kaum auf. Und man muss auch dazu sagen, dass meine väterliche Familie nicht so gern über „so was“ spricht.

Jetzt ist dieser Mann – ich müsste wohl schreiben mein Onkel, aber es fühlt sich nicht so an – gestorben. Und meine Tante als seine Witwe kümmert sich gemeinsam mit ihren Kindern um eine Verabschiedung. Keine traditionelle Beerdigung. Für mich fühlt es sich komisch an, nicht nachvollziehbar, dass sie in ihre Rolle zurückkehrt, die sich vor vielen Jahren verlassen hat. Das ist aber ihr Thema, nicht meins.

Mein Thema ist, dass meine Eltern ernsthaft von ihren Kindern erwarten, dass wir zu dieser Verabschiedung gehen. Weil sich das so gehört.

Ja, ein Argument der Generation meiner Eltern. Was bin ich dankbar, dass ich einer anderen Generation angehören darf. Die nachspürt, ob da ein Bedürfnis ist, sich von diesem unbekannten Familienmitglied zu verabschieden. Und auf sein Gefühl hört, statt sich einer Situation auszusetzen, die man bestenfalls konventioneller Zwang nennen kann …

Schreibprojekt #Kindheitserinnerung01

Vor einiger Zeit hab ich mal bei einer Blogparade zum Thema Kindheitserinnerungen mitgemacht, die allerdings nach 3 Themen nicht mehr stattfand. Ich hab dazu noch so viele Gedanken, dass ich mir gedacht habe: tolle Idee, das würde ich gerne weiter verfolgen. Und deshalb mach ich das jetzt, und erinnere uns alle an unsere Kindheit.

Und los geht es mit einem „ersten“ Themenimpuls für den September #Kindheitserinnerung01: Wer gehörte für dich in der Kindheit zur Familie: Eltern, Geschwister, Großeltern, Onkel und Tanten, …?

Ich bin Großfamilienkind, aufgewachsen in einem Haushalt, in dem neben meinen Eltern meine Oma mütterlicherseits wohnte. Dazu kam am Wochenende noch regelmäßig meine Patentante „nach Hause“. Das waren also schon mal die direkten Familienmitglieder von Anfang an. Dazu die Eltern meines Vaters, die in einem winzig kleinen Ort, etwa 7 Kilometer von uns entfernt, wohnten. Da meine Eltern beide Anwesen zusammen als Landwirtschaft betrieben, war das Haus meiner Großeltern wie ein zweites Zuhause für mich. Dann bekam ich über die Jahre 4 Geschwister, eine ständig wachsende Familie …

Die Geschwister meines Vaters, nebst Ehepartnern und Kindern ergänzten recht regelmäßig die Großfamilie. Mit einigen meiner Cousinen und Cousins habe ich bis heute ein freundschaftlich-familiäres Verhältnis, in unserer gemeinsamen Kindheit besiegelt. Für uns war es immer „normal“, eine riesige Verwandschaft zu haben. Deshalb ist mir auch erst als Teenager aufgefallen, dass meine Eltern in meinen Kindheitstagen kaum Freundschaften gepflegt haben. Dafür war keine Zeit. Das kam erst wieder, als wir aus dem Gröbsten raus waren. Insofern gab es keine Freundinnen-Tanten oder Freunde-Onkel.

Dafür, und das möchte ich erwähnen, war ich gefühlt als Dorfkind bei einigen Nachbarn wie Zuhause. Und natürlich lebten noch Großtanten und -onkel in der Nähe, die ja auch klar zur Familie gehörten. So hat unser Großonkel Thomas beispielsweise dafür gesorgt, dass meine Schwester und ich Hasen bekommen haben, hat den Stall hergerichtet – und sich zugegebenermaßen auch mehr um sie gekümmert, als wir das getan haben.

In meiner Kindheit war ich also gefühlt mit ganz ganz vielen Menschen verwandt, die gehörten irgendwie alle zur Familie … mag sein, dass ich mich deshalb als Pubertier zeitweise sehr abgrenzen wollte? …


Wer mag und wem etwas dazu einfällt, schreibt etwas dazu, entweder in den Kommentaren oder mit einem eigenen Blogpost – und freu mich sehr auf viele Geschichten unserer bestimmt manchmal sehr ähnlichen und dann wieder ganz unterschiedlichen Kindheitserinnerungen. Und auf den Austausch dazu. Mal sehen, wer dabei ist?