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Die Welt vom Riesenrad aus

Ich bin kein Fan von Fahrgeschäften. Das darf jeder halten, wie er mag – für mich ist Looping, über-Kopf-hängen und alles, was sich einfach nur schnell dreht, nichts. Ich hab Höhenangst – oder eher Kontrollverlustangst? In jedem Fall ist das einzige Ergebnis einer Fahrt in einem typischen Jahrmarktsfahrgeschäft, dass mir übel ist. Alles ausprobiert, an der Tatsache ändert sich nichts, deshalb verzichte ich seit Jahren einfach drauf und hab Spaß am Leben.
Nur auf eines möchte ich nicht verzichten: auf die alljährliche Fahrt im Riesenrad auf der Münchner Wiesn. Da denke ich nicht an meine Höhenangst. Das ist mir heilig. Schon beim Einstiegen werde ich wieder ganz klein, bin Kind, darf mit großen, neugierigen Augen in die kleine Kabine. Es gibt noch ein paar Halts, bis alle Fahrgäste eingestiegen sind. Am schönsten ist der Moment, wenn man ganz oben ist und die Gondel stillhält. Dann schaue ich, sauge alles, was ich sehe, in mich auf, genieße den Blick von oben auf die kleine Welt zu meinen Füßen. Die vielen Menschen werden winzig, wie Ameisen. Die großen Zelte, die Fahrgeschäfte, alles leuchtet bunt, aber auch einfach nur warm und hell. Der Trubel, den man unten manchmal so gar nicht genießen kann wird so weit oben nebensächlich. Es kommt auf diesen Ausblick an.
Am einen Ende der Oktoberfestwiese thront die Bavaria, nachts hell beleuchtet. Ganz weit hinten die Paulskirche, wo in den 16 Wiesn-Tagen so ziemlich jeder Besucher einmal vorbeikommt. Die beiden und das Riesenrad könnten wahrscheinlich Milliarden von Geschichten erzählen, so viel haben sie schon gehört und beobachtet? Oben bin ich meist ziemlich still, andächtig, sauge jeden Blick in mich auf – genieße diese ganz besonderen Aus- und Augenblicke. Ich bin dankbar, dass ich das erleben darf, klar. Aber auch irgendwie größer und weiter als normalerweise. Wenn man so über allem schwebt ist es, als ob die Welt größer wird. Oder die Perspektiven sich verschieben?

Ganz egal, mir gefällts. Und es ist – jetzt mal gemessen an dem, was sonst so im Angebot ist – eigentlich nicht gefährlich. Und das gefällt mir sogar noch besser. Und meine Bitte an alle, die darüber jetzt schmunzeln, weil sie selber viel mutiger sind als ich: fahrt bitte auch in Zukunft alles andere, dann muss ich am Riesenrad nicht lange anstehen 🙂

Das ist meine schöne WiesnZeit! Falls ich zu mehr komme dann wirds hier zu lesen sein!

Zeit im Wald oder Wiesn-Wahnsinn?

In meinem Alter eigentlich gar keine Frage: als Bewohner der Stadt München geht man auf die Wiesn! Von Anfang an, so oft möglich, das ist als Oktoberfest-Fan keine Verpflichtung, sondern viel Spaß! Finde ich auch – aber in diesem Jahr werde ich die Wochenenden konsequent schwänzen! Zum Auftakt bei schlechtem Wetter mit Tausenden vorm Zelteingang quetschen? Bei Regen? Keine Lust! Beim schönsten Herbstwetter im stickigen Zelt, trinken, essen, schreien (sonst hört das Gegenüber nix…)? Nein danke!

Dieses Jahr mach ich’s wie die „alten Münchner“: wenige Male auf die Wiesn, gut geplant mit Reservierung oder spontan abends bei schönem Wetter draußen. Den Rest spar ich mir und meine kostbaren Wochenenden geh ich in den Wald, so wie heute: die Tante samt Patenkind, Eltern, Großeltern. Schwammerl suchen 🙂 Gut, wir haben vor allem Fliegenpilze gefunden, ist aber gut, um zu sagen „die nicht“! Und das Wetter war traumhaft. Und mit Kind im Wald ist toll, das ist echt eine andere Welt. Die Kleine sieht so viel, was wir Erwachsene übersehen. Und sie traut sich so viel zu, ist abenteuerlustig, entdeckt, stöbert…. Macht sooo viel Spaß!
Die Alternative würde heißen mit Großfamilie auf die Wiesn. Würde ihr bestimmt auch Spaß machen, es gibt viel zu sehen, alles bunt, laut, in Bewegung. Bei schönem Wetter gibt’s fuer Kids viel zu entdecken, Karussel, Spielzeug, Süßkram… Nur: braucht eine Zweijährige das? Und kann sie sich später dran erinnern? Wahrscheinlich nicht. Und für uns Erwachsene war der Ausflug in den Wald super erholsam – insofern: hat allen Spaß gemacht. Und nicht nur, als die Oma über einen Baumstumpf gestolpert ist!
Auf die Wiesn komm ich früh genug – und hoffentlich geht’s nächstes Wochenende wieder auf Pilzsuche in den Wald!