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Tanten-Nichten-Nachmittag

Wenn wir Samstag nachmittag mit von Wind und Sonne roten Backen auf der Stufe vor der Haustür sitzen und zwei Katzen sich unter unsere Beine legen und streicheln lassen, dann ist die Welt meiner bezaubernden Nichte total in Ordnung. Mit der Tante in den Tag hinein laufen, stundenlang die letzten Kastanien sammeln, die letzten Tomaten und Gurken im Garten ernten, Physalis und eine besonders schöne Dahlie für die Oma mitbringen. Wenn wir beim Spazierengehen zwar keine Eicheln und Bucheckern, dafür aber viele tolle Glitzersteine finden und Zeit zum in den Himmel schaukeln bleibt, dann war das ein ganz schön gelungener Oktobertag.

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Short Stories: Gemütlichkeit

P1000405Nach dem ganzen Wiesn-Getümmel tut es richtig gut, ruhige Abende auf der Couch zu verbringen. Ganz gemütlich, eingewickelt in eine kuschlige Decke. Am besten nach einer entspannenden Badewanne. Noch besser nach einem Spaziergang durchs raschelnde, kunterbunte Herbstlaub. Klappt bei Sonne, aber auch bei Nieselwetter oder Nebel … Gemütlich kann es allein sein, aber auch mit einem Kreis lieber Menschen. Manchmal gehört ein guter Tee, duftender Kaffee oder lecker Kuchen dazu. Manchmal reicht ein Kerzenlicht aus, um es gemütlich zu haben. Und an Tagen wie heute wäre es wunderbar gemütlich, sich eine Bank mit tollem Ausblick zu suchen, um den ganzen schönen Spätsommertag lang zu sitzen, Sonne, Wärme und Farben zu bestaunen. Fällt mir gerade ein: besonders gemütlich ist es, am Kamin oder Kachelofen zu sitzen, am schönsten, wenn man die Flammen beim Flackern beobachten kann. Und total gemütlich kann auch sein, an einem trüben Tag einfach im Bett zu bleiben und ein Buch zu lesen. Herrlich!

Ja, ich stimme zu: Herbst ist die Zeit, um es sich schön gemütlich zu machen. Diesen Monat wollen Andrea und Bine wissen, wie Gemütlichkeit bei jedem von uns so aussieht? Auf dem Sofa eingemümmelt mit einer Tasse Tee oder lieber stundenlang im Café über einen Latte sitzen und mit Freundinnen die neuesten Neuigkeiten austauschen oder vielleicht ein lustiger Spieleabend mit der ganzen Familie vor dem Kamin. Beim Nähen, beim Backen oder beim herbstlichen dekorieren der vier Wände … wie macht ihr es euch diesen Herbst gemütlich?

Spruch zum Wochenende: Das ganze schrecklich schöne Leben

Mein Spruch zum Wochenende ist ein Liedtext, den ich heute auf der Facebook-Seite des großen Konstantin Weckers entdeckt habe. Ich mag seine Stimme, seine Musikalität, seine Gedankengänge, seinen Kampfgeist, seine Art zu denken. Und auch ich würde jederzeit ja sagen, ja, ich würde dieses ganze schrecklich schöne Leben gerne noch mal leben. In all seinen Facetten. Manches lieber, manches nicht so gerne. Und ich bin dankbar, dieses, mein schrecklich schönes Leben, erleben zu dürfen. Mit allem, was dazugehört.

„Man müsste noch mal fünf, sechs Jahre alt sein und das vergessen, was danach geschehn.
Gleich hinterm Haus würde ein Zauberwald sein mit bösen Hexen, Rittern und mit Feen.

Man würd‘ um Gutenachtgeschichten betteln und könnt‘ nicht wirklich lange ruhig sein.
Man könnte sich minütlich neu verzetteln und plötzlich sinnlos durch die Gegend schrein.

Der Vater wär´der stärkste Mann der Welt, die Mutter schöner als der schönste Morgen.
Und jeden Tag erwachte man als Held, und jede Nacht wär‘ man im Lieben Gott geborgen.

Und wenn man fällt, kann man sich fallen lassen. Du weißt ja, dass dich immer einer fängt.
Kein Sommersonntag würde je verblassen. Das Leben wär‘ von sanfter Hand gelenkt.

Vor lauter Lebenwollen könnte man nicht schlafen. Man würde immer viel zu früh ins Bett gebracht.
Gesetze, Konten und auch Paragraphen würden ganz einfach ausgelacht.

Man sähe Riesen mit den Wolken ziehen, und hinterm Stadtpark parkte schon das Meer.
Und wenn es dunkel wird, muss man vor Monstern fliehen, und alles Schöne endete nie mehr.

Man würd´ auch schreien, strampeln, toben, weinen. Das Leben wäre auch sehr ungerecht.
Doch kurz darauf würde die Sonne wieder scheinen. Am nächsten Morgen wär´ der Tisch gedeckt.

Noch einmal sich vorm Nikolaus erschrecken, auch wenn er eigentlich wie Papa spricht,
dem Christkind Hand und Herz entgegenstrecken, auch wenn es sich verbirgt im Kerzenlicht.

Und all die Streitigkeiten und die Tränen? Und das was man so schmerzlich doch vermisst?
Man wär´ verzweifelt. Doch man würde sich nicht schämen, nur weil die Welt noch nicht entzaubert ist.

Willst du das wirklich? – höre ich mich fragen. Noch einmal neu erleben, was danach geschah?
Das ganze Abenteuer noch mal wagen? Das ganze schrecklich schöne Leben? – Ja!“ (Quelle WWW.Wecker.de, Text Das ganze schrecklich schöne Leben von Konstantin Wecker)

Ich wünsche allen ein tolles, farbenfrohes, herbstliches, goldenes Oktober-Wochenende, genießt es.