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Philipp Poisel Tollwood 2013

Lieber Philipp Poisel,

es gibt Momente im Leben, die man nicht vergisst. Die man intensiver erlebt, als alles andere. Als gäbs kein vorher, kein nachher. Man ist vollkommen, ohne wenn und aber, in diesem Augenblick. Ist am Leben, lebendiger als sonst. Es zählt nicht, dass man sich seinen Ängsten und anderen Gefühlen oft genug stellen muss, die spielen in diesen Momenten keine Rolle. Man spürt sich, fühlt sich, tanzt – als gäbs kein Morgen mehr. Vielen Dank für einen unvergesslichen Augenblick in meinem Leben, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Der mich überrascht hat, tief bewegt hat, der mir bekannte Musik und Texte völlig neu, anders und unerwartet geschenkt hat.

PP_KOnzert_2Ich war kein großer Fan von dir, hab in der Vergangenheit öfter deine Lieder gehört, manche haben mir mehr, manche weniger gut gefallen. In den letzten Monaten bin ich immer wieder über deine Musik und deine Texte gestolpert, habe mich mit deinem Projekt Seerosenteich beschäftigt. Fands interessant. dann habe ich dich im Tollwood-Programm gefunden – und spontan eine Karte für dein Konzert gekauft. Ich bin ohne Erwartung gekommen, war überrascht, wie unterschiedlich die Altersstruktur deiner Zuhörer war. Ja, ich hab mich mit meinen eigenen Vorurteilen konfrontiert gesehen – und weiß jetzt vieles besser, kann viel besser verstehen, warum man dich nicht nur auf CD hören, sondern live erleben will.

Das Musikerlebnis lässt sich schwer beschreiben, es war alles so anders, so neu, so umwerfend. Das Streichquartett und die Arrangements haben mich umgehauen, mir immer wieder – und das ist wörtlich zu nehmen – den Atem geraubt. Deine Band ist so unglaublich gut, so professionell – und trotzdem hatte ich keine Sekunde Zweifel, dass es allen einfach nur Spaß macht, gemeinsam diese Musik zu machen. Ich erlebe nicht oft Konzerte, in denen mich die Musik so mitreisst, dass ich nicht mehr stillsitzen kann, dass mein ganzer Körper den Rhythmus aufnimmt, ich hatte gestern minutenlang Gänsehaut-Attacken. Dazu bewegen mich deine Texte, ich konnte nicht alle mitsingen, aber ich habe sie gefühlt und gespürt. Es war ein wunderbares Erlebnis, besonders, ein Moment, den ich tief in mich aufgesogen habe, in dem ich mich lebendiger gefühlt habe, als in vielen anderen Momenten des Lebens. Die aber auch nicht so in der Erinnerung haften bleiben.

PP_Konzert_3Am meisten fasziniert mich deine Präsenz als Musiker. Mit der ich nicht gerechnet habe, die mich umgehauen hat. Viele der dazwischen gesprochenen Texte kennt man, wenn man mal einen Konzertmitschnitt gesehen hat. Aber das ist kein Programm, das ist ein Mensch, der über seine Gefühle, seine Ängste, seine Erlebnisse, seine Augenblicke erzählt. Ich hab mich über die vielen Dankeschöns ans Publikum sehr gefreut und möchte auf diesem Weg mein Danke zurückgeben: du bist ein großartiger Musiker. Ich freue mich darauf, mehr von deiner Musik zu hören und zu erleben!

Liebe Grüße von deinem neuen Fan

The Voice Kids

Eigentlich hatte ich ganz fest vor, das TV-Format nicht anzuschauen. Schon allein, weil ich es doof finde, etwas, was beim ersten Mal so unglaublich toll war dann auf weitere Formate auszuweiten und es zu einem einzigen riesengroßen Kommerz zu machen … Dann hab ich ein paar Vorschauen gesehen, und eines Abends doch mal reingezappt. Und bin hängengeblieben! Es sind so unfassbar wunderschöne Stimmen dabei, dass es mir persönlich schier den Atem raubt. Das Drumrum mit Jury – könnte man meiner Meinung nach einfach weglassen, denn das Hören allein bewegt unwahrscheinlich. Mich zumindest!

Und ich kann ganz gut nachempfinden, was da passiert: im süßen Alter von 12 Jahren habe ich zum ersten Mal vor einem nicht ganz kleinen Publikum ganz allein gesungen. Im wahrsten Sinn des Wortes, denn im entscheidenen Moment war ich so nervös, dass mir dir begleitenden Musiker zu zögerlich waren – und da hab ich schon mal einfach ohne angefangen. Amazing Grace. Etwas zu tief. Etwas schief. Vollkommen atemlos. So nervös. Ich weiß bis heute nicht wirklich, wie grauenvoll es wirklich war – man hört sich innerlich ja vollkommen anders. Ich konnte nicht schlucken, hatte irre Angst zu ersticken, hab geschwitzt, gefroren, gezittert, … Keine Ahnung. Irgendwann war das Stück vorbei, die kläglichen Versuche der Musiker, sich „dazuzugesellen“ haben dann nach der zweiten Strophe gefruchtet. Es war grauenvoll. Total verkackt!

Und auch Jahre später, mit ordentlich Routine, kennt beinahe jeder Sänger den Moment, in dem die Stimme nicht das macht, was sie sollte. In der man kiekst. Die Luft fehlt,  keine Stütze da ist, die Intonation nicht so ganz passt. Das, was eigentlich als wunderbarer Ton verklingen sollte, abbricht. Der hohe Ton nicht wirklich sitzt, man doch noch einmal mehr schlucken musste. Oder man schlicht unsicher ist, weil die Melodie noch nicht ganz sicher sitzt. Oder man die anderen Stimmen einfach nicht hört und deshalb riskiert, selbst total schräg zu sein.

Umso mehr meine Verbeugung vor den jungen Künstlern, die ich mir in der Show anhören darf. Umso mehr meine Bewunderung, was sie auf der Bühne zeigen, wie sie Meister ihrer Stimmen sind. Auch wenn es mir gar nicht darum geht, wer gewinnt und ich bei einigen echt traurig bin, dass ich sie nicht noch mal hören darf: ich freu mich sehr auf das Finale am Freitag und genieße die Videos, sehr! Und das ist mein persönliches Highlight gewesen, Gänsehautfeeling PUR 🙂