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Episoden aus (m)einem Autofahrerleben (7)

Montag morgen und ein einziger Stau rund um München. Auch ich stehe, wie um mich rum etwa 1000 andere Autofahrer auch. Ein sehr aufmerksamer Autofahrer auf dem Zubringer von der A8 stadteinwärts hat verstanden, dass wenn er eine Lücke lässt zumindest die auf dem Zubringer von der A8 stadtauswärts auf den Zubringer zur A99 fahren können bzw. auf den Abbiegestreifen … also, egal, vielen Dank dafür, denn hinter mir löst sich der Stau tatsächlich auf. Jetzt will auch er einbiegen. Was er auch tut. Hat schließlich lang genug andere vorfahren lassen.

Da kommt von hinten ein Mazda aus FFB, der deswegen in seinem fließenden Verkehr gestört wird (ich erinnere nur kurz: den der andere Autofahrer vorher durch sein besonnenes Verhalten ermöglicht hatte). Und er hupt, wild, energisch. Ist schließlich unmöglich, dass da einer quer steht. Also alle anderen stehen auch. Egal. Das hält den Herrn aus dem Landkreis FFB nicht mal davon ab, wild hupend vor dem anderen, also neben mir, stehenzubleiben – um dem vermeintlichen Störenfried den Vogel zu zeigen und wild zu gestikulieren …

Montag morgen, und was für eine blendende Laune auf Deutschlands Straßen in der Adventszeit. Euch allen eine schöne Woche und hoffentlich allzeit aufmerksame Menschen um euch herum, die vielleicht sogar den friedvollen Gedanken der Adventszeit verinnerlicht haben und nicht immer den Schuldigen im Gegenüber suchen.

Saunareflektionen

Seit gestern ist die winterliche Schwimmsaison eröffnet. Unser sportlicher Montag lässt uns nicht nur Runden durchs Schwimmbad ziehen, nein, seit vielen Jahren genießen wir in der kalten Jahreszeit auch die Freuden der anschließenden Sauna. Gut, so richtige Saunierer sind wir nicht geworden, die Schwimm-Ute und ich. Aber mittlerweile machen wir meist sogar einen Aufguss mit – und halten das gut durch. So auch gestern. Und da musste ich feststellen: unsere Sauna wird männlich dominiert. Jeder Platz ist besetzt, für einen Nachzügler wird zusammengerückt, aber nicht ohne dass so gut wie Jeder einen anzüglichen Kommentar dazu abgibt. Auch die Geschmacksrichtung und die Bewegungen des Aufgussmannes werden fachmännisch kommentiert. Und nach dem Klatschen wurde gelauert: wer geht als Erster? „Looser! Kannst gleich eine Runde Schnaps für alle servieren. Wir sind 35, aber Pronto!“ Echt jetzt? Sogar durchgezählt? Und an der frischen Luft wurden noch mal alle einzelnen Züge des Aufgusses debattiert, erinnerte mich irgendwie an Besuche im Fußballstadion …

Montags-Hoch?

P1020215Da jammern wir immer über das Montags-Tief oder den Blues, dabei ist alles in Wirklichkeit ganz anders? Auch wenn der Artikel auf einer Studie basiert, für mich widerspreche ich einfach mal entschieden. Ich hänge heute wie so oft Montags noch mit einem Fuß im Wochenende. Bin langsam, schwer von Begriff und auch nicht sonderlich produktiv. Dienstag hab ich mich dann meist wieder ans Arbeiten gewöhnt, ab Mittwoch warte ich aufs Wochenende. Toll, wenn das wie letzte Woche mit einem freien Tag noch verkürzt wird. Nur letzten Freitag, da hatte ich ein großes Tief, da hing ich vollkommen zwischen den Seilen. Doch besser, man nimmt Brückentage frei?

Das Ding mit der Kontrolle

Jeden Montag gehe ich mit der Schwimm-Ute zum Sportprogramm ins Bad. Und falls ich früher dran bin sitze ich zum Warten inmitten von Schwimm-Müttern. Ich bewundere diese tiefenentspannten Mamas. Die ihre gesamte Kinderschar anziehen, sammeln, abfüttern, fertigmachen, quatschen. Und das alles scheinbar mit endlos Zeit und vollkommen tiefenentspannt. Da sitzt eine Mama von 3 Mädels im Alter von „Ich-kann-zwar-schon-laufen-bin-aber-noch-etwas-wacklig-und-falle-ständig-um“ bis neunmalkluges Vorschuldkind. Die 3 toben nach dem Schwimmen mit ihren Freunden aller Altersklassen um die Wette – alle haben so viel Energie, als ob sie nicht vorher schon einen Schwimmkurs gemacht und sich da kräftig körperlich bewegt hätten. Die Mama sitzt neben mir auf der Bank, packt in aller Seelenruhe Taschen, Obst und Getränke  für die kleinen Raubtiere, hin und wieder holt sich eine einen Happen. Und überlässt sie ansonsten ganz sich selbst.

Die Jüngste wackelt noch unsicher, steckt auch mal fest, befreit sich aber immer wieder selber. Grinsend erobert sie neben mir die Treppe, purzelt, rappelt sich selber wieder auf. Ihre Mutter? Grinst mich an. Und die Kleine lernt, dass sie das ohne Mama schaffen kann. Die Kids wirbeln schon ganz schön wild, der ein oder andere Sturz tut ordentlich weh.  Die Mama konzentriert sich in der Zwischenzeit auf andere Dinge. Und vermittelt dadurch ein Gefühl von: ich vertraue drauf, dass ihr klarkommt. Oder kommt, wenn ich euch helfen muss. Hat was, ich bewundere diesen relaxten Umgang mit Kontrolle. Was würde es schon helfen, wenn die Mama hinter den Kindern herflitzen würde und sie vor allem bewahrt? Klappt ja doch nicht. Und je eher sie lernen, was geht und was nicht, desto besser.  Oder?