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Oktoberfest-Kostümierungen

Läuft man aktuell durch München fühlt man sich wie auf der größten Karnevalsveranstaltung der Welt. Was da so an Klamotten aufgefahren wird:

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Menschen aus aller Welt schmeißen sich in das, was sie für traditionelle bairische Kleidung halten. Als Lederhosenersatz tragen sie in diesem Jahr bevorzugt ein kurzes grünes Sweatshirthöschen oder dasselbe Ensemble in schlammgrau, verziert mit Hosenträgern, manchmal auch noch mit einer Blümchenbordüre. Bei den Damen sind es zwar viele Dirndl, aber schon Stoff und Länge verraten: das hat mit Dirndl oder Tracht nicht das geringste zu tun.
Wie das die bayrischen Wiesn-Besucher sehen? Schau mal genau hin: jedes weibliche Wesen, vom kleinen Mädchen bis zur Seniorin, geht aufgebretzelt auf die Wiesn. Das Dirndl oder die Tracht sitzt, die Haare werden zu kunstvollen Frisuren geflochten, die Damen tragen Schmuck und schauen „blitzsauber“ aus. Ein echter Bayer kennt keine Kälte, trägt seine kurze Lederhosen (ohne Thermounterwäsche und mit viel nacktem Bein) und hat einen Janker, eventuell eine Weste drunter (die ich übrigens in allen Farben toll finde), keine Daunenweste …
Das ist die schöne Seite der Wiesn, der Trachtenumzug, das Zeigen, was man hat, das, was es übrigens in meiner Jugend kaum zu sehen gab. Da war Tracht tragen nicht „in“. Ich sehe gern eine schöne Tracht, ein Dirndl steht jeder Frau, Männer in Lederhosen machen was her. Das, was sich Touristen antun, die Kostümierungen, die billigen Varianten … Nicht schön. Ich lache drüber oder schüttle auch manchmal irritiert den Kopf. Und frag mich dann: wer verkauft das? Denn das Angebot ist ja das eigentliche Übel.

Das sagt übrigens Harry G dazu: http://m.youtube.com/watch?v=GEhvm8tGBPQ&desktop_uri=%2Fwatch%3Fv%3DGEhvm8tGBPQ

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Episode aus meinem Autofahrerleben

Ich fahre Auto, täglich, und ich tue das gerne. Gestern abend hat es mir eine neue Straßenführung etwas schwieriger gemacht: üblicherweise nehme ích nach dem Montags-Abend-Sportprogramm eine Unterführung – die aber aktuell nicht nehmbar ist. Gut, kein Problem, bei dem schönen Abendhimmel sucht man sich seinen Heimweg gerne ein wenig länger aus und bewundert still und andächtig den traumhaften Abendhimmel.

Anders heute morgen: nicht die Polizei (die oft mal für mein morgendliches Amüsement auf dem Weg zur Artbeit sorgt, wenn sie im dichtesten Berufsverkehr die jungen Azubi-Polizisten in den Einsatz schickt: Fahrzeugkontrolle, wenn sich die Autos bis zur Autobahn zurückstauen …). Nein: heute morgen hatte ich das Vergnügen mit einer Minifahrerin vor mir. Nicht einheimisch. Die strikt 50 gefahren ist (soweit ok), die jedem Gullideckel weiträumig ausgewichen ist und dadurch den Verkehr auf der linken Spur, nennen wir es mal: behindert hat? Und: die keinen Blinker hat. Keine Bremslichter (denn sie lässt sich schon lange vor der Ampel nur noch rollen …), die einen Sicherheitsabstand von etwa 500 Metern zum vor ihr fahrenden Fahrzeug einhält. Die leider nicht mitbekommt, wenn die Ampel auf grün schaltet, dann erst mal nach dem Gang suchen muss, sodass es maximal 2-3 Autos über die Ampel schaffen. Vielen Dank dafür.

Meine Lieblingssequenz: die Minifahrerin wird von dem links hinter mir fahrenden, eher ungeduldigen Audifahrer angehupt, weil sie an der Ampel erst nicht losfährt und ihn dann beinahe rammt, weil sie ja dem Gullideckel ausweichen muss. Wow! Das nennt man Erschrecken und dafür ein Getriebe quälen. In jedem Fall habe ich mich final entschlossen, zu überholen – als ich wusste, dass eine Strecke lang keine Gullideckel kommen. Gute Idee, nur wollte sie dann 500 Meter weiter auch rechts abbiegen, war natürlich falsch eingeordnet. Statt Blinker hat sie Handzeichen (!) gegeben. Und richtig, außer ihr ist dann keiner über den Rechtsabbiegerpfeil gekommen …

Ja, so beginnt mein Morgen goldig! Leider hab ich dann bei so viel guter aggressiver Laune einen BMW-Fahrer geschnitten, Entschuldigung, war wirklich eine Übersprungsreaktion!