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Und alles wie immer

Schon ist’s wieder vorbei, das jährliche Messe-Highlight. Das dürfte grob geschätzt meine 12. ITB gewesen sein, so viel Vorbereitung, dann schnippst man 2x mit den Fingern. Und es geht nach Hause. Es war wie immer, und doch neu. Auf der Messe selbst wenig „echte News“. Aber muss man, wenn es ums Reisen, um Urlaub, um die schönste Zeit des Jahres zu verbringen, immer alles neu erfinden? Es gibt sooo viele wunderschöne Orte auf dieser Erde. Ich wage einfach mal ganz frech zu bezweifeln, dass man das alles auch nur ansatzweise in einem Menschenleben sehen und erfassen kann. Auf dem Berliner Messegelände bekommt man Halle für Halle kleine Eindrücke. Und selbst das ist nicht in ein paar Stunden oder Tagen zu schaffen. Wie immer jammert jeder, weil er viel zu viele Termine hat, die Wege auf dem Messegelände viel zu weit sind – und man viel zu wenig spontan jemanden treffen und quatschen kann … Ja, genau. Nächstes Jahr machen wir mal alle keine Termine und sind spontan 😉

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Auf jeder Messe nehm ich mir vor, genug zu essen und zu trinken, hat leider gar nicht geklappt. Dafür das Abendessen mit meiner lieben Freundin, das wir beide innerlich schon abgesagt hatten. Und dann waren wir spontan doch – und haben einen lieben Freund mitgenommen, der ab sofort fester Bestandteil unseres gemeinsamen Messeplans sein wird. Klar ist das auch immer ein Stück weit geschäftlich. Aber eben nur ein Stück. Schön wars nämlich. So richtig. Genau wie die anschließende Messeparty, die ich trotz Erkältung erstaunlich gut gemeistert habe. Spirit of Soul(die Musiker waren einfach nur großartig, kann ich nur empfehlen!) und meinem Partylöwen-Team sei Dank!

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Mein persönlich schönstes Messeerlebnis war Zeit, ich hab gut geplant, was das Leben erleichtert. Und jedes Wiedersehen von lieben Menschen ist und bleibt eine Bereicherung. Ich habe zu wenig gesehen, war zwar fast auf dem gesamten Gelände, musste aber meist schnell vorankommen. Was mir aufgefallen ist und mich sogar zum Stehenbleiben animiert hat: Sachsen hatte die Frauenkirche en miniature dabei, der Stand war wie ein Museum aufgemacht, hat mir gut gefallen. Dazu gab es eine Art Verkostungsbar mit Obst in Gläsern, die mit Wein/Schnaps/??? aufgefüllt wurden. Hatte natürlich keine Zeit, um das zu testen. Dafür hatte ich die Sekunde, ein Mädels-Trio mit der Elefantenfamilie am Sri Lanka Stand aufzunehmen, „wie im Urlaub“!
Berlin hat sich von seiner sonnigsten Seite gezeigt, was hätte ich dafür gegeben, länger da zu sein und weniger in den Messehallen bleiben zu müssen. Ich gestehe, dass ich mir manchmal einen kleinen Umweg über das Außengelände gegönnt habe. Einfach weils so gut tut.

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Ach ja, falls es (immer noch) jemanden interessiert: klar, wir sind wieder von Tegel aus geflogen. Unfassbar, ich hab mich doch schon vor 2 Jahren für immer vom alten Flughafen verabschiedet? Das ist und bleibt eine Lachnummer. Kleine Anekdote zum Schluss: nach der Landung in Berlin müssen alle Passagiere erst mal auf die Toilette. Es gibt nur 3 Kabinen. Kommentar einer Mitreisenden in der Kloschlange: „Und am neuen Flughafen stehen Hunderte leer …!“

Impressionen von unterwegs auf der „Messe“welt

Die letzten Tage habe ich oft bedauert, keine Zeit zum Fotografieren zu haben, zum Beispiel als ich am Mittwoch auf dem ITB-Gelände angekommen bin (ich selbst zugegebenermaßen etwas übermüdet, wer steht schon gerne mitten in der Nacht auf?) und diese Gesichter gesehen habe, voll erwartungsvoller Vorfreude und Begeisterung. Das ist eigentlich schon beeindruckend, wie sich eine ganze Branche einfach nur freuen kann? Mit Sicherheit war der Sonnenschein ein kleiner Beitrag, dass so viele Gesichter einfach gestrahlt haben. Alle sind schick gekleidet, jeder will sein Bestes geben, um aus den Messetagen so viel möglich mitzunehmen. einfach eine ganz positive Stimmung!

Eine Beobachtung beim Warten auf den Bus: früher haben die Menschen gewartet, heute ist jeder beschäftigt. Mit seinem Samrtphone, ipad, Hallenpläne, ITB-App, Facebook, Twitter, Börsenkurse abrufen, Online-Schlagzeilen lesen, Blogs checken, touristische Fachmedien wie FVW dailies online lesen – neben mir standen ca. 10 wartende Menschen, aber niemand hat etwas um sich wahrgenommen, alle waren mit ihrer technischen Welt beschäftigt. Wie haben wir das früher nur gemacht? Kann sich noch jemand erinnern …?

Gestern in der Asienhalle bin ich für einen Moment ganz zur Ruhe gekommen, beim Anblick eines Ausstellers, ich glaube es war der Sri Lanka Stand, der für ein paar kurze Minuten die Augengeschlossen hat und vielleicht sogar ein Nickerchen inmitten des Trubels gehalten hat. Wow, hat mich abgeholt, mir etwas Tempo und Termindruck rausgenommen – das war so schön!

Am Taxistand steht kein Taxi aber 10 wartende Menschen. Alle wollen weg, sind ungeduldig – aber das gemeinsame Warten verbindet. Und nationenübergreifend entwickelt sich zwischen zehn vorher Unbekannten eine nette Plauderei. Ein Taxi nach dem anderen kommt und macht die Wartenden von der Gruppe zum einzelnen Fahrgast, aber jeder – auch ich – hat sich zu den noch wartenden umgedreht und sich verabschiedet, als ob man sich schon ewig kennen würde.

Es gibt besondere Begegnungen und aktuell ziehe ich sie magisch an: Mittwoch wurde ich nach meinem Telefonat von einer wirklich aufmerksamen quasi Kollegin auf meine Aussagen hingewiesen, die ich einfach besser sowieso nicht laut ausgesprochen hätte, vor allem aber nicht mit dem personalisierten Ausweis um den Hals, so dass sie auch noch zuordenbar sind. Wer müde ist wird unaufmerksam, für mich ein echtes Learning. Viel schöner aber war die Begegnung insgesamt, nicht nur, dass es ein Mensch ist, der sicherlich den Mund hält und es einfach nur gut gemeint hat, wir haben uns hinterher auf dem Weg von der Messe so gut unterhalten, war ein sehr positives Erlebnis, obwohl es schon eine Schrecksekunde gab.

So, und jetzt noch zum gestrigen Abend: ein Fest zu feiern ist immer ein tolles Erlebnis. Gestern abend war es eine Feier mit ganz viel Wohlfühlfaktor, ein besonderer Abend, den Gastgeber und Gäste nicht so schnell vergessen werden. So schön, macht mich irgendwie sehr stolz, die Party der ITB 2013 erlebt zu haben 🙂 Und leider mal wieder länger als anderen gefeiert zu haben. Ist das mein versteckter Ehrgeiz? Oder wirklich einfach meine Berufung? Ich habe einfach unwahrscheinlich gerne Spaß und bin nicht bereit, einen tollen Abend nur aus Vernunftgründen zu beenden. Oder weil ich heute darunter leide und nach knapp einer Stunde Schlaf nicht wirklich ansehnlich bin …

So, und jetzt stürze ich mich noch mal auf die Messe, versuche, mit etwas Ruhe tatsächlich noch mal zu sehen, was so die Reisetrends 2013 sein werden. Um mich nach dem Stress der letzten Tage auch mal in die Welt zu träumen und mich auf Erholung einzustellen!

Und noch mein Spruch zu diesem Wochenende, frei nach Mark Twain:

Reisen gefährdet Vorurteile, Bigotterie und Engherzigkeit, das ist der Grund, warum viel mehr Menschen reisen sollten.