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Sonntagsfreude: Tantenpflichten

Zusammenfassend darf ich voll Stolz berichten, dass ich die letzten etwas mehr als 48 Stunden eine äußerst brave Tante war.

  • Wie gewünscht durften die Nichten in meinem Zimmer übernachten, mit mir und der Mama (ja, geschlafen haben nur zwei davon gut)
  • Während die Tiere des Bauernhofs mit Oma und Opa versorgt wurden bin ich kurz ausgebüchst, um einzukaufen, sonst haben wir die ganze Zeit zusammen verbracht
  • Nichte 2.0 saß auf meinem Schoß beim Haareschneiden, sonst lief alles wie geplant – und alle 3 Mädels haben tolle Frisuren und sind noch vielvielviel hübscher
  • Danach raus aus dem Friseursalon und durch das Laub auf den Bürgersteigen rascheln – bis zum Spielplatz und zurück, hach, macht das Spaß!!!
  • Der bestellte Schweinebraten hatte die best gelungenste Kruste jemals, alles genssvollst verknuspert ist das größte Lob für die Oma
  • Während Oma und Nichte 2.0 Mittagsschlaf gehalten haben waren die bezaubernde Nichte und ich beim Kürbis-Speed-Dating und in Rekordzeit wurden 3 Halloween-Prachtstücke geschnitzt
  • Danach gabs alles mögliche ins Auto zu packen und dann haben sie sich mit einem fröhlichen Winken auf den Heimweg gemacht
  • Und ich war heute mit Monsieur sein Firmgeschenk einlösen – die Kurzfassung: sein Taschengeld ist krisensicher in Mineralsteine investiert. Zwischendurch gabs für seinen Papa und mich Kaffee und Sonnenschein (weil ja nur das Firmkind in den Millionen Angeboten das findet, was er sich wünscht). Danach gabs Mittagessen und ein Tschüss zu den Messehallen – und während der Glückseligkeit ge Steinekäufer seine Schätze verräumt hat haben sein Papa und ich den letzten Sonnenschein eingefangen, hach!

Episoden aus (m)einem ÖNV-Leben (1)

Ich war die ersten Monate des Jahres ja viel mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs. Gerne würde ich schreiben, dass alles super läuft, ich das Auto gerne stehen lasse und gut klarkomme. Doch das mit dem MVV und mir ist keine Liebe – ich arrangiere mich und versuche, mit Verspätungen und allem, was dazugehört klarzukommen. Dummerweise sind die Bemühungen einseitig …

Dazu kommt, dass man in der S-Bahn unmittelbarer und näher auf Mitmenschen trifft. Die man gar nicht treffen möchte. Eines Abends hat sich beispielsweise ein erkälteter Asiate mit Panda-Masken-Mundschutz so oft mit vollgeschneuzten Taschentüchern durchs Abteil bewegt, um dann wieder in seine Jacke zu niesen … oder auch sehr beliebt bleibt meine Messewoche, in der morgens und abends viel Körperkontakt in den U-Bahnen möglich war. Ich unterstelle in dem Fall niemandem Absicht, es war so eng, dass für 2 einfach nur 1 Platz war, maximal  …

Ins Herz geschlossen hab ich alle, die Aufenthalte in öffentlichen Verkehrsmitteln zum Telefonieren nutzen, gleichermaßen ältere Damen, die jemandem durch den Hörer zubrüllen, dass sie jetzt in der S-Bahn seien, wie jüngere Kandidaten, die sich mit dem Gesprächsteilnehmer zweifelsohne über gemeinsame Bekannte austauschen. Alle sind immer durch die Bank verdutzt, dass die Umsitzenden so „unverschämt ihre Gespräche belauschen“. Auch die Business-Talks erfreuen sich bei mir wachsender Beliebtheit, spätestens, wenn nach so ca. 10 eindeutigen Namens- und Unternehmensangaben dann die entnervte Ansage kommt „Du, ich muss mich später noch mal melden, bin hier nicht ungestört …“.

Mein Highlight war eine Heimfahrt an einem Mittwoch Abend. Am Isartor stieg ein etwas kränklich aussehender Herr zu, der sich mir gegenübersetzte. Ich hab mich weggedreht, gut so, denn bei der Abfahrt vom Marienplatz übergab er sich … hat mich also „nur“ seitlich erwischt. Hurra. Ja, war ihm peinlich. Ja, er hat alles mögliche getan, um sich zu entschuldigen. Aber als er an der Hackerbrücke ausstieg begann mein Walk of Shame – für die neuen Passagiere fehlte ja auch das zugrundeliegende Ereignis, das mich bekotzt daherkommen lassen hat …

Dann hatte ich noch einen wundervollen Konzertabend, an dem ich beseelt in Richtung Heimat schweben wollte. Für das Wochenende war die Stammstrecke gesperrt, für Nicht-Münchner: Chaos pur. Eigentlich hätte ich Zeit sparen sollen, denn meine S-Bahn sollte direkt von einem Gleis ab Hauptbahnhof ohne Halt zu meinem Zielbahnhof fahren. Am Bahnhof ging ich also entspannt ans angegebene Gleis, doch gegenüber stand noch die S-Bahn, die schon seit 15 Minuten weg sein sollte. Ich also rüber, drücke auf den Türöffner … in dem Moment fährt der Zug los. Lachend über den eigenen Schlamassel zurück, sollte dort doch 15 Minuten später der nächste Zug abfahren. Es war kalt. Es hat geregnet. Die Ansagen gingen hin und her. Bahnbeamte standen unwissend rum … ich kürze ab: das Warten hat lang gedauert, klar war mal gar nix. Und ich war irgendwann kopfschüttelnd und durchgefroren zu Hause. Brauch ich auch nicht mehr, nachts so lang nüchtern am Bahnhof ist definitiv kein Ort, an dem ich öfter viel Zeit verbringen möchte …

Was ich wieder gelernt habe, ist, dass die Fahrpläne nur zur Orientierung dienen. Wann welcher Zug kommt? Dafür gibt’s heute Apps, dumm also, wer seine Pünktlichkeit am Fahrplan ausrichtet … Bedeutet, dass man seine S-Bahn öfter nur nach einem Sprint erwischt, aber immerhin. Oder auch nicht. Manche Bus und Tramfahrer warten aufeinander. S-Bahnfahrer eher nicht.

Aktuell fahr ich häufig mit dem Auto, meinem lädierten Schienbein tut das nicht über viele Treppen zum Bahnsteig steigen (weil der wegen Bau nicht anders erreichbar ist) und das nicht Rennen, um den Zug nicht zu verpassen, schlicht gut. Und trotz viel Messeverkehr war ich autofahrend durch die Bank pünktlicher und mit weniger Zeitaufwand unterwegs. Seufz.

Jetzt hat der Peugeot dummerweise den Blechschaden, die Alternative MVV ist doof, manchmal … Aber: es gibt ganz bestimmt auch noch mehr Positives am öffentlichen Nahverkehr, und das werd ich schon auch noch erleben. Ganz bestimmt. Hoffentlich. Punkt. Oder. Strich.

Sonntagsfreude: Messezeit

Und jährlich grüßt das Murmeltier: gefühlt sind die Tage vor der Messe immer zu kurz, alles kommt zu plötzlich. Trotz guter Vorabplanung sind auch dieses Jahr zu viele spontane Zusatzaufgaben reingekommen. Mittwoch fuhr mein ICE auf Umwegen, deshalb kam ich zu spät. Als gefühlt jeder andere bereits seine ersten Impressionen und Bilder vom „längst“ da sein mitgeteilt hatte … Dennoch beginnt mit dem ersten Schritt aufs Messegelände das Ritual, das Gefühl, auf dem eigenen Klassentreffen anzukommen. Man sieht unterwegs so viele bekannte Gesichter, umarmt sich, begrüßt sich, tauscht sich aus …

Insgesamt waren es 2018 knapp 50.000 Schritte, die auf der ITB ja gefühlt einmal um die ganze Welt führen – mit Ausnahme von ca. 5 bin ich durch alle Messehallen gehastet. Zu wenig getrunken, nichts gegessen … manche Dinge ändern sich nie. Wobei: Keine Partynächte, sondern am Mittwoch eine Herzensfreundin getroffen und „Quality Time“ genossen, Donnerstag im kleinen Kollegenkreis ausgezeichnet gegessen. Und dieses Jahr den Freitag privat verlängert, die eigentlich angesetzte Party fiel aus, wir waren in großer Runde aus – dabei hat meinen Abend vor allem die kleine, quirlige 4er-Mädelsrunde ausgemacht. Unser gemeinsamer Heimweg war ein einziges Erlebnis, voll Lachen, Zwinkern und sich miteinander Wohlfühlen.

Gestern haben wir trotz ausgefallenen Verbindungen unseren schnellen ICE nach Hause bekommen … jetzt hab ich 12 Stunden Schlaf nachgeholt und fühle mich besser. War wichtig, denn heute treffe ich eine alte Freundin, die normalerweise eine halbe Weltreise von mir entfernt lebt. Was für eine internationale Woche 🗺

Achja, mal wieder Berlin und ich: mein Hotel hat mir als ITB-Besucher einen Hinweg-Fahrplan für den öffentlichen Nahverkehr mit auf den Weg gegeben. 3 Stationen U-Bahn, 6 Stationen Ring-S-Bahn. Unter 20 Minuten, perfekt. Nur wollte ich Donnerstag zurück, war etwas müde – und stieg in die „richtige“ Ring-S-Bahn. Einmal rund um Berlin. Zum Glück war unterwegs die End-Haltestelle „meiner“ U-Bahn, so kam ich unter einer Stunde nach Hause … ich bin und bleibe ein hoffnungsloses Landei in der großen Großstadt 😉

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.“

Spruch zum Wochenende: Momentaufnahme

Mitten im Messetrubel hatte ich gestern einen kurzen Moment des Erkennens: vieles ist wie immer, vieles kann sich gar nicht ändern – und doch ist alles immer wieder neu. Weil jedes Treffen, auch mit Menschen, die man lange kennt, im Augenblick stattfindet. Passend dazu mein Spruch zum Wochenende: „Jede Begegnung ist eine Erfahrung, und jedes Loslassen eine Erkenntnis.“ (Verfasser unbekannt)