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Vorstellungsrunde

Kürzlich ist im Keller meiner Eltern ein neuer Mitbewohner eingezogen, vermutlich, denn so genau lässt sich das jetzt nicht sagen. Am Telefon haben Oma und Enkeltochter lang und breit diskutiert, warum der seltsame Geselle oft so rumsitzt, sich aber manchmal nicht blicken lässt, und hin und wieder scheinbar vor Freude ganz hoch hüpft. Und natürlich, wo genau der jetzt „wohnt“. Endlich konnte sich die bezaubernde Nichte am Wochenende dann persönlich ein Bild von ihm machen. Alle mussten mit in den Keller, Oma, Mama, Tante … Unten hat er uns einmal abblitzen lassen, aber als wir den zweiten Besuch antraten, gewährte er uns gnädigst eine Audienz. Er saß auf einer Art Podest. Meine Nichte weiß, was sich gehört und hat ihm artig alle Menschen vorgestellt. „Guten Tag, das ist die Nichte, das ist die Tante, das ist die Oma, das ist die Mama …“. Der Kerl ist etwas unhöflich, statt zu antworten hat er sich mit einem Satz davongemacht. Dabei hätte er doch zum Auftakt einfach nur sagen müssen: „Guten Tag, ich bin der Frosch – und wohne jetzt auch hier …“IMG_0927.JPG

Nicht so ganz sicher sind wir uns alle, wieso er im Keller eingezogen ist. Ist jetzt nicht so, dass da unten vorher schon mal Frösche gewohnt hätten? Aber da wir kürzlich das gemauerte Podest freigeräumt haben, war die Nichte sich ganz sicher: „Der denkt bestimmt, wir haben ihm da extra ein Haus hingebaut – oder ein Schloss …“

 

Der Urlaub, in dem ich meinen Namen wiederbekommen habe

Coco
Coco

… Oder meinen Kosenamen verlor? Egal. War nur total auffallend. Seitdem die bezaubernde Nichte sprechen kann hat sie mich „Coco“ oder „Gogo“ genannt. Warum, wieso, weshalb wird wohl immer ihr Geheimnis bleiben. Tante „Coco“. Tante „Gogo“. Hat meine Familie natürlich, wie das so üblich ist, übernommen. Und gegrinst. Denn alle anderen sind Mama, Papa, Oma, Opa oder Onkel mit ihren „normalen“ Namen. Seit Friesland bin ich Doris. Einfach nur Doris. Und das, wo wir doch im Urlaub mein Boot gefunden haben – also meinen Spitznamen als Bootsnamen. Bin übrigens nicht die einzige, die jetzt anders heißt, auch Mama und Papa werden seitdem öfter mal beim Vornamen genannt. Muss eine Phase im Leben einer 3einvierteljährigen sein?

#Sonntagsschreck

Eigentlich sollte die Überschrift Sonntagsfreude lauten, denn heute war ein ganz toller Sonntag, fast perfekt:
Zum Auftakt ein Gefühl von Ausschlafen, dann ein Mädelsvormittag mit Eierkochen und Ostereier färben. Die bezaubernde Nichte hat zugeteilt: für die Mädels (Oma, Mama, Tante und Nichte) rote und lila farbene, Jungs und „alle anderen“ die Farben, die sie nicht so gerne mag. Danach bei schönstem Frühlingswetter eine Runde durch den Garten, zu den Kälbern auf der Weide, Schaukeln.
Nach dem Mittagessen hatten wir einen ganz besonderen Ausflug vor: wir sind zu einem neugeborenen Baby gefahren. Die kleine Cäcilia ist an meinem Geburtstag nachmittags zur Welt gekommen. Winzig, ganz brav, schläft viel, die kleine Widder-Dame. Besucht haben wir natürlich auch die glückliche Mama, die beiden Stolz-wie-Oskar großen Schwestern und den zufriedenen Papa seines mittlerweile 4-Mäderl-Hauses. Nach dem genauen Bestaunen des Babys wollten die Erwachsenen auf der Sonnenterrasse Kaffee trinken – die Kinder spielen, toben, tollen. Tante Coco als größte Kleine musste mit … Die erste Runde Trampolin mit Johanna und Luisa war der plötzlich ganz verschüchterten Nichte zu wild, später allein mit Luisa wars dann toll. Ich sag nur „Osterhase -Pfeffernase“, hüpfen, jubeln, singen, lachen. Was hatten wir 3 Spaß, der Osterhase hat nämlich 2 lange Ohren, einen Puschelschwanz, einen weißen Bauch – und 4 Eier. Wer es noch nicht gewusst hat. Und darüber kann man minutenlang kichern-kichern-kichern. Alles klar?
Die kleinen Damen wurden heute aber auch geärgert, eine hinterlistige Wespe hat sich unter Johannas T-Shirt verkrochen und sie böse gestochen. Das verdirbt dann sogar einer fast 6jährigen den eigentlich verdammt lustigen Nachmittag. Und Luisa hat eine verletzte Lippe. Die ständig wieder aufspringt. Zum großen Glück gibts Kühlpacks und Salbe…
Zurück bei Oma und Opa Erdbeerkuchen, eine Runde Schaukeln mit der Babyschaukel „bis in Himmel“, Kälbern „Pfiade“ sagen. Nichte fix und fertig nach Hause. Morgen kann sie im Kindergarten noch mal allen Berichten, was sie erlebt hat, danach sind Ferien.
Ich skype noch entspannt mit den Schweizer Patenkindern. Monsieur kuschelt sich an seine Mami, ich störe, sie sollte ihm gerade eine Geschichte vorlesen… Und der Grund seines Frusts eigentlich nur wegen einer typisch italienischen Handbewegung. Hm, aber gegen den eigenen Papa? Schwierig, dieses Bockkäferleben. Und leider, das dauert jetzt noch ein paar Jahre. Dafür war die kleine Mademoiselle glänzender Laune, lächelnd, mitteilsam, ausgeglichen – kein Wunder, sie macht Yoga. Auf Mamas grüner Matte. Und war beim Friseur. Sieht supersüß aus, etwas kürzer. Keine Rattenschwänzchen mehr. Eher ein Bob, unten eine kleine Innenwelle. Und nein, kein Justin Bieber-Look, den hat ihr großer Bruder jetzt, gefällt mir an ihm aber besser, als am Original. Wir könnten noch Stunden quatschen, Bilder und Gedanken austauschen. Aber es ist Sonntag Abend – und ich muss noch nach München.
Schnell alles ins Auto gepackt, bei fast Vollmond und sternenklarem Himmel los. Freu mich auf zu Hause. Dann der große Schreck, mir kommt auf der Landstraße ein Auto entgegen, der dahinter, sieht mich nicht? Oder denkt, er ist schneller? Oder…? Überholt, ich muss eine Vollbremsung hinlegen, stehe von etwa hundert auf 0. Atme erst mal. Tief ein und aus. Zittere, weil das sehr knapp war. Und ärgere mich seitdem über den Vollidioten. Zum Glück konnten ich bremsen. Aber was denkt der sich eigentlich? Dem war ich scheißegal. Und DAS fühlt sich gerade gar nicht gut an ….

Gänseblümchenketten

Bildquelle: Pixabay
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Gerade verabschiedet sich die Sonne – da erinnere ich mich ans Wochenende: 3 Mädels sitzen im Frühlingssonnenschein inmitten einer Gänseblümchenwiese. Die bezaubernde Nichte pflückt – nicht nur die Blüten, sondern „ganz ganz ganz lang mit Stiel“. Mama und Tante fädeln die Blumen auf und basteln Gänseblümchenketten. Im Akkord. Eine für die Nichte, eine für die Tante, eine für die Mama – und „die Katzen brauchen auch eine Kette“. Klar. Ehrlich gesagt hätte das endlos so weitergehen können, wenn nur die kleine Ungeduld nicht zu groß geworden wäre. … Was war das für ein herrliches Wochenende? Einfach nur traumhaft wunderschön!

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Bildquelle: Pixabay