Schlagwort-Archive: mädels

Paula und der Osterhase: Vorlesegeschichten aus der Nachbarschaft

Die ganze Woche über ist Paula ganz aufgeregt. Letzte Woche hat sie nämlich vom Gartenzaun aus mitbekommen, dass sich die Nachbarsmädchen beim Schaukeln mit der Tante darüber unterhalten haben, ob der Osterhase wohl trotz der Ausgangsbeschränkung vorbeikommen darf. Das wär ja wohl noch schöner, die Ausgangsbeschränkung gilt schließlich nur für Menschen. Ihr Herrchen Andi darf dank Paula jeden Tag zum Gassigehen raus. Ja, das hat er ihr schon ein paar mal gesagt, dass er froh ist, weil Paula nämlich sein Mittel gegen den Lagerkoller daheim ist. Jawoll.

Die nächsten Tage hat Paula aufmerksam beobachtet, ob sich auch Tiere an die Ausgangsbeschränkung halten. Der Reiher kommt vorbeigeflogen, Käfer und Schmetterlinge kommen tanzend zu Besuch. So viele Vögel wie noch nie zwitschern, piepten, singen, pfeifen und keckern sogar rundherum. Und auch die Nachbarskatzen schleichen ihre üblichen Runden. Nur Emil, der Goldfisch, der bleibt wie immer in seinem Teich. Also doch eigentlich alles wie immer?

Na ja, nicht ganz, denn die Nachbarsmädels, die müssen jetzt immer zu Hause bleiben. Nicht in den Kindergarten, nicht in die Schule, keine Freunde treffen … Paula fiebert richtig mit. Am Karfreitag rennt sie ganz aufgeregt in den Garten, weil sie einen Schatten huschen sehen hat. Ach nein, das war nur der schwarze Kater von schräg hinten. Der verbringt den Nachmittag wie so oft auf dem struppigen Baum an der alten Garage, schlafend lässt er sich die Sonne auf den Pelz scheinen.

Aber spät am Abend, eigentlich in der Nacht vor dem Ostersonntag, da hat sie ihn dann doch erspäht, den Osterhasen. Keuchend stellt er seinen schweren Korb am Gartenteich ab und ratscht ein paar Minuten mit Emil. „Na Emil, wie geht’s?“ „Bei mir alles prima, ganz normal. Und bei dir?“ „Naja, die Menschen haben ja Ausgangsbeschränkung, deshalb muss ich dieses Jahr schon schwer schleppen. Sonst unterstützen uns die Mamas und Papas ja oft, kaufen ein paar der schweren Geschenke und legen sie für uns bereit, so dass wir sie nur noch in die Osternester legen müssen …“ Seufzend hievt er sich den schweren Sack wieder auf den Rücken und hüpft in Richtung Gartenzaun.

„Warte,“ ruft Paula, „ich zeig dir meinen Geheimweg, dann musst du nicht drüberkraxeln.“ Gesagt getan weist sie ihm den Weg zur gut verdeckten Höhle unter dem Zaun, da kommt man super einfach durch. Paula schlüpft da immer schnell mal in den Nachbarsgarten, wenn sie die beiden Hasen besuchen will. Oder die Mädels beim Spielen beobachten. Oder dem Herrn Igel Servus sagen. Oder …

Der Osterhase folgt ihr und sucht nach einem guten Platz fürs Osternest. Schnell zaubert er aus Zweigen und Moos ein tolles Versteck, dann nimmt er die Geschenke aus dem Sack, Bücher, Spielzeug, dazu packt er noch etwas Schokolade und goldene Häschen mitGlocke. „Das haben sich die Mädels wirklich verdient, diese Ausgangsbeschränkung ist für alle doof, Kinder und Eltern. Am allerdoofsten für die Großeltern. Hoffentlich ist das bald wieder vorbei.“ Meint er. “ ja wirklich, das ist richtig doof,“ findet auch Paula. „Aber es sollen halt alle gesund bleiben.“ „Da hast du recht. Danke dir für deine Hilfe und bis nächstes Jahr – ich muss weiter!“ Ruft er und schon ist er in den nächsten Garten verschwunden.

Paula betrachtet zufrieden das gut gefüllte Osternest, da werden sich die Mädels freuen. Und fröhlich tapst sie durch den Geheimgang zurück nach Hause. Doch was liegt denn da auf der Treppenstufe zur Veranda. Das ist ja ein Leckerli in Osterei-Form. Sie lächelt selig und wedelt glücklich mit dem Schwanz. „Danke, Osterhase, bis nächstes Jahr!“

Einfach mal machen

Witzig, wie man manchmal im Leben mit der eigenen Voreingenommenheit konfrontiert wird …? Auch wenn ich ja gerne behaupten würde, vorurteilslos zu sein und ALLES mal zu probieren, dann ist dem natürlich NICHT so.

Jetzt haben wir in einem meiner Mädelsfreundeskreise vor ein paar Monaten beschlossen, dass wir uns zum regelmäßigen Wiedersehen „Events“ suchen und diese gemeinsam besuchen. Reihum ist immer eine fürs Organisieren zuständig und bezahlt dann auch die Tickets. War mein Vorschlag, weil ich es doof finde, dass man sich immer Geschenke für jemanden einfallen lassen muss, der sich ja alles selber kaufen kann … und dann erledigt sich das mit „einen Geburtstag feiern wir, der andere wird vergessen“ auch von ganz allein 🙂

Gesagt getan war dieses Mal ein Escape Room dran. Für 3 von uns neu, für mich auch per se etwas, worauf ich selbst niemals gekommen wäre. Und ich gestehe: soooo begeistert war ich nicht von der Idee…

Dabei wars einfach nur witzig. 4 Mädels und 1 Stunde Zeit, um eine Bombe zu entschärfen. Nach 20 Minuten dachten wir, wir hätten es schon geschafft, aber es waren doch noch ein paar ungelöste Aufgaben … und was haben wir gelacht, als wir kapiert haben, wie weit wir vom eigentlichen Ziel entfernt waren …

Es hat großen Spaß gemacht, war tatsächlich Teambuilding, jede von uns hat was beigetragen und wir haben soooooo viel gelacht. Und einmal mehr: einfach mal machen schadet gar nix, im Gegenteil 😜

Sonntagsfreude: 24 Stunden (in) München

Wenn sich 3 seit 10 Jahren nicht mehr gesehen haben – und die Mama der einen uns das sagen muss, weil es sich, vor allem für mich, gar nicht so anfühlt.


Wenn der Schnee uns schon zum Start eine Flugverspätung beschert, das aber alles ganz genau so passt.

Wenn wir uns erst mal soooo verquatschen – und es dabei, wie schon 2007 in Lindau, so tief in jede von uns hineingeht, sich jede öffnen darf, weil wir uns zuhören, aufmerksam füreinander sind.


Wenn wir dann doch losgehen, um die Stadt zu erleben – und sogar der Himmel mit uns strahlt.


Wenn wir 9 Weihnachtsmärkte schaffen, ohne es zu merken, einfach weil wir uns treiben lassen und es Spaß macht, gemeinsam zu laufen.


Wenn wir ganz nebenbei Sightseeing in der eigenen Stadt machen – und da trotzdem alles möglich ist, weil keine Erwartungshaltung da ist.


Wenn wir so viel sehen – und uns um 20 Uhr durchgefroren auf den Heimweg machen, um jede mit einer Wärmflasche und unter Deckenbergen wieder warm zu werden.


Wenn uns so viele schöne Bilder des gemeinsam erlebten Tages durch die Erinnerung laufen.

Wenn es ein großes Geschenk ist, mich am frühen Weg mit Semmeln und Brezen auf den Weg einmal quer durch die Stadt zu machen und gemeinsam zu Frühstücken.

Wenn es nicht langweilig wird, jeder beitragen darf, wir gemeinsame Pläne schmieden – und sich die 24 gemeinsamen Stunden wie viel mehr und wunderschöne Zeit anfühlen.

So endet ein ziemlich perfektes Mädelswochenende, das genau deshalb so wunderbar war, weil keine von uns dreien sich verändert hat, auch wenn 10 Jahre vergangen sind. Ich bin trotz Schnee und glatten Straßen zwischenzeitlich heil auf dem Land angekommen, unsere Gastgeberin hat es sich auf der Couch gemütlich gemacht und lässt das Wochenende ruhig ausklingen, Nummer 3 startet hoffentlich bald mit Verspätung vom Flughafen und wird zu Hause von ihren Eltern abgeholt, die ihr auch noch eine Brotzeit in der Tupperdose mitbringen … schön war’s.

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.

Sonntagsfreude: Lösungsorientiert

Vor ein paar Wochen: 3 alte Freundinnen, Termine, Traditionen, ein Zeitproblem. Enttäuschung, Irritation, Unverständnis. Schließlich ein Kompromiss.

Gestern: ein gemeinsamer Tag statt einem dreitägigen Wochenende. Eine kurze Autofahrt ins nahe Ingolstadt statt Stunden unterwegs zu einem fernen Ziel. Ein recht schöner und weitläufiger Sauna- und Spabereich im Wonnemar statt dem Hotel-Wellnessbereich. Überraschend das vielseitige Aufgussprogramm eines Thermalbades, das bieten selbst spezialisierte Hotels nicht in der Breite. Zum Sonnenuntergang der Ausblick auf herbstlich gefärbte Bäume entlang der Donau. Und danach als Ausklang eines tiefenentspannten Tages zum Mexikaner statt Halbpension, anschließend satt, glücklich und rundrum zufrieden ins eigene Bett.

Heute: ein entspannter Sonntag statt Heimfahrt. Zeit. Hoffentlich sonniges Herbstwetter, das ich an der frischen Luft statt im Auto verbringen darf. 

Auch, wenn mir die Entscheidung, das diesjährige Mädelswellnesswochenende abzusagen schwergefallen ist, es war  richtig und wir haben eine zeitangepasste Lösung gefunden. Und schön war, wie sehr wir den gestrigen Tag entspannt und stressfrei für alle erleben und genießen konnten. 

Fazit: wir haben etwas Neues kennenlernen dürfen, ums Eck, und wirklich empfehlenswert. Das Wonnemar hat uns im wahrsten Sinn des Wortes herzlich empfangen, das Mitpublikum war relaxed, und damit auch wir. Preis-Leistung haben überzeugt – und es hat einfach nur gut getan. Zwischendurch durften wir nach einem Aufguss sogar ein Stünderl Sonnenschein im Freien genießen. Herz, was willst du mehr? Die „Saunaetikette“ hat mich sehr begeistert, deshalb habe ich nicht geknipst (obwohl ich ein paar schöne Motive und auch menschenleer entdeckt hätte…), wer mag, kann sich hier etwas umsehen.

Mehr Sonntagsfreude sammelt Rita.