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Sonntagsfreude: Sirup


Ein „Nebenprodukt“ des gestrigen Nichten-Tanten-Tags: Löwenzahnsirup. Weil ja die Blüten im Garten waren, und bevor sie vom Rasenmäher geköpft werden konnten, durften die Mädels ein großes Körbchen voll sammeln. Das dann mit rund einem Liter Wasser und halbierten Zitronen aufgekocht wurde. Anschließend die Masse durch ein Geschirrtuch abseihen. Jetzt dem Sud Zucker zugeben, ein paar Löffel reichen, um den Sirup  haltbar zu machen, noch mal auf dem Herd ziehen lassen, in Gläser abfüllen, fertig. 


Schmeckt nicht nur, sondern wirkt immunstärkend – soll auch ein super Mittel gegen Husten sein. Hab gestern übrigens noch ein großes Bündel Waldmeister aus meinem verwilderten Kräutergarten gepflückt, der wird heute zu Sirup verarbeitet. Ein kleiner Schuss im Wasser schmeckt im hoffentlich-bald-Sommer herrlich frisch. 

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – einen schönen Sonntag wünsch ich.

„Ladies“ zu Besuch


„Hä? Wir sind doch keine Ladies?“ Ja, damit haben die bezaubernde Nichte und ihre beste Freundin gar nicht mal unrecht. Trotzdem wurden die beiden 6jährigen Besucherinnen heute öfter von mir so genannt. Hat immerhin ihre Aufmerksamkeit geweckt …

Gar nicht so einfach nämlich, so als eine Tante zwei Mädels glücklich zu machen. Beschäftige ich mich zu viel mit der einen wird die zweite schnell übellaunig … aber mit etwas Kreativität lassen sich ausreichend Aktivitäten finden, um beide in Balance zu halten. Nach der umfassenden Schneckensammelaktion im Garten – der leider viel mehr zarte, jetzt zertretene, Blümlein zum Opfer gefallen sind, als die Tierchen jemals hätten vernichten können – haben wir Löwenzahn-Blüten gesammelt, die sonst unter den Rasenmäher vom Opa gekommen wären. Zum Glück ist in der Viehweide noch mehr als genug Nektar zum Sammeln für die eifrigen Bienen vorhanden.

Nach dem Mittags-Spargel-Gelage (Speiseplan an Besuchstagen bestimmt ja immer das jüngste Familienmitglied, und mit ihrer Wahl waren heute alle mehr als zufrieden) haben wir dann die alte Holzkiste vom Heuboden geholt, gründlichst gesäubert und dann mit Leinöl frisch eingelassen. Die darf demnächst als „Schatzkiste“ wieder ins Haus einziehen. Gefüllt mit Spielsachen, Kissen, Decken … was kleine Besucherinnen halt so brauchen.

Die ganze Aktion haben die beiden besten Freundinnen fast ohne Streit, Gemotze und Zickenallüren geschafft … und mir dabei tatsächlich total geheime, geheimste, allergeheimste beste Freundinnen-Geheimnisse anvertraut. Schön, eine große Vertrauens-Freundin sein zu dürfen. Mit Informationen, die die beiden Mamas niemals nicht erfahren dürften. Selbstverständluch bleiben die in meinem Erinnerungsspeicher als solche verwahrt!

Und der krönende Abschluss war die Traktorrunde mit dem Opa, die scharfen Augen der Mädels haben grad mal 20 Meter entfernt im Dickicht ein Reh entdeckt … große Freude. 

Jetzt sitzen sie mit Butterbrot und hundemüde im Auto nach Hause, der besten Freundin der bezaubernden Nichte wünsch ich, dass sie heut Nacht trotz Wachstumsschmerzen gut schlafen kann, der bezaubernde Nichte, dass der dämliche Wackelzahn „aber eeeeendlich“ mal ausfällt …

Schon nicht ohne, dieses 6 sein, „aber echt“!

Spruch zum Wochenende: Hundert kleine Freuden

„Hundert kleine Freuden sind tausendmal mehr wert als eine große.“ (Johannes Kepler)

Die letzten Tage beherzige ich bewusst den Vorsatz, gewohnte Umgebungen mit Zeit und Aufmerksamkeit zu betrachten. Heimat wie ein Tourist erleben eben. Denn diese Minuten am Tag machen gerade um diese Jahreszeit so etwas wie täglich eine Stunde Urlaub aus. Hunderte von kleinen Freuden am Wegesrand, man muss sie nur bemerken. So wie gestern. Statt auf direktem Weg heimzufahren habe ich einen Umweg gemacht, vorbei an Feldern und Wiesen voll zartem Grün, übersät mit Schlüsselblumen, Löwenzahn, Veilchen, Buschwindröschen… Auf den Bäumen der Schimmer der weißen und rosa Blüten. Über den Seen hing schon die warme Abendsonne, darauf schaukelnde Boote. Tempo raus, Augen auf. Und alles tief in die Seele aufnehmen. Schließlich ist meine letzte Reise etwas her, gerade sind die freien Tage meines Lebens vollgepackt mit viel Arbeiten zu Hause. Meistens find ich das ja toll, aber so hin und wieder … Da kommt dieses Fernweh auf. Dieses unkalkulierbare Ding, das von fernen Orten träumt, von kulinarischen, exotischen Genüssen, von fremden Menschen, anderen Gewohnheiten. Von Architektur, Pflanzen, Landschaften, Eindrücken, Kultur, Tradition, Musik, … Und dazwischen mischen sich Erinnerungen an die Tage unterwegs. Bilder in meinem Kopf. Hach. Weil ich vermute, dass es noch etwas dauert, bis ich wieder planen kann, baue ich mir meine kleine Auszeit wo immer möglich in den Alltag ein. Ich lebe schließlichlich da, wo andere Urlaub machen. Und laut einem bekannten Politiker ist „Bayern die Vorstufe zum Paradies“ …

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Meine Antwort auf Doreens Frage: Hilfe ich habe Fernsucht! „Was tust du, wenn die Wartezeit bis zur nächsten Reise noch lang ist?“

Und jetzt – abschalten

In den 70ern war Fernsehkonsum noch besonders, Luxus. Als Kind hätte ich mich niemals getraut, das schwere Gerät einfach anzuschalten, das auf einem Sideboard im Wohnzimmer stand. Hätte ja etwas kaputtgehen können. Statt sich in jeder Werbepause durch die Programme zu zappen mussten wir zum Um- oder Ausschalten Aufstehen – Fernbedienungen, wann wurden die eigentlich zum Standard? Oft gab es tagelang kein Fernsehprogramm, oder nur die Nachrichten. Ab den 80er Jahren dann Löwenzahn, dafür hätte ich als Kind auf einiges andere verzichtet. Und eine meiner Lieblings-TV-Serien: Es war einmal der Mensch. Mit dem weisen alten Mann mit dem unglaublich langen Bart. So vieles erklärt, so einfach, so kindgerecht. Könnte ich immer noch schauen und Bauklötze staunen.

Heute schaue ich im Verhältnis viel zu viel fern – mein Fazit nach ein paar Tagen krank zu Hause: das Gerät läuft permanent. Aber es kommt nicht nur Schrott. Man entdeckt – durch Zappen bequem von er Couch aus – auch ein paar Liebhaberstücke. Serien aus den 80ern, „Mord ist ihr Hobby“ oder „Hart aber herzlich“, Sitcoms wie „Die Nanny“ oder „Familienbande“. Und meine Kult-Serie „Gilmore Girls“.

Man könnte regelrecht süchtig werden? Genau deshalb wünsch ich mir manchmal eine Pusteblume und Peter Lustig her, der am Ende einer Episode ohne erhobenen Zeigefinger erinnert: „Und jetzt – abschalten!“